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DTP im Handumdrehen

Autor: Andreas Wegen

In Ihrer Heimatstadt soll zum jährlichen Flohmarkt ein Flugblatt verteilt werden. Als Geoworks-Besitzer und Mitglied des Festausschusses bleibt dessen Gestaltung natürlich an Ihnen hängen. Die Zeit drängt, und Sie wären jetzt ganz schön in der Bredouille, wenn Ihnen diese Werkstatt nicht die schönsten Layoutfunktionen des integrierten Pakets nahebringen würde.

Für die Teilnahme an dieser Werkstatt brauchen Sie nur zwei minimale Voraussetzungen mitzubringen: Voraussetzung Nummer eins sind Grundkenntnisse im Umgang mit der Maus und in der Eingabe von Text. Hier ist unter Umständen an der entsprechenden Stelle das Handbuch zu konsultieren. Voraussetzung Nummer zwei richtet sich an die Besitzer von Geoworks Ensemble. Da in der Werkstatt etliche vorgefertigte Grafiken verwendet werden, sollten Sie über eine Clipart-Bibliothek verfügen. Solche Clipart-Bibliotheken sind auch separat erhältlich.
Bei Geoworks handelt es sich bekanntlich um eine DOS-Betriebssystemerweiterung mit so markanten Eigenschaften wie grafische Benutzeroberfläche, Multitasking, virtuelle Speicherverwaltung sowie integriertes Vektorgrafik- und Vektorschriften-System. In Geoworks Pro ist noch Quattro Pro hinzugekommen (daher der Name), was aber in dieser Werkstatt, in der es um die gestalterischen Fähigkeiten des integrierten Pakets geht, nicht weiter stören soll.
Wie gut eine bestimmte Software wirklich ist, zeigt sich oft erst im alltäglichen Einsatz. Und hier bieten die integrierten Anwendungen Geodraw (Grafik) und Geowrite (Textverarbeitung) einfache und schnell zu realisierende Lösungen, so daß sich Geoworks auch als einfaches DTP-System für jedermann etablieren konnte. Was sich mit Geoworks so alles machen läßt, sehen sie in Bild 1.

Flohmarkt FlugblattZOOM
Bild 1. Das fertige Ergebnis: Mit ein wenig Übung erhalten Sie es innerhalb einer Stunde.

   Planung vor dem Start erspart Arbeit

DTP-Programme verleiten dazu, direkt mit der Seitengestaltung zu beginnen, da Änderungen jederzeit leicht durchführbar sind. Dies führt jedoch in der Regel zu größerem Arbeitsaufwand und einem schlechteren Ergebnis. Daher sollten Sie den Computer zunächst ausgeschaltet lassen und die folgenden Planungsschritte ausführen:

  • Entscheiden Sie sich zunächst für eine bestimmte Papierart und -größe. Die Auswahl differiert je nach verwendetem Drucker. In dieser Werkstatt wurde normales DIN-A4-Papier verwendet. Der eingesetzte Druckertyp spielt für die Qualität des Ausdrucks keine große Rolle, da die Druckqualität von PC/Geos (so der eigentliche Name der Betriebssystemerweiterung) recht gut ist. Für das anvisierte Flugblatt werden Sie natürlich farbiges Papier verwenden, wobei es wegen des besseren Kontrastes ratsam ist, sich für eine helle Farbe zu entscheiden.
  • Stellen Sie eine Liste der Informationen zusammen, die auf dem Flugblatt benötigt werden. In unserem Fall sind dies die Beschreibung des Flohmarktes, Datum und Ort sowie die Skizze der Platzaufteilung. An dieser Stelle sollten Sie auch bereits überlegen, welche Informationen besonders wichtig sind und hervorgehoben werden sollen. Hier gilt die Faustregel: Allzuviel führt zur Verwirrung. Müssen Sie mehr als drei bis vier wichtige Informationen unterbringen, sollten Sie sie gewichten, und zwar in solche, die bereits auf den ersten Blick ins Auge springen sollen, und solche, die erst beim Lesen des Textes hervorgehoben erscheinen.
  • Entwerfen Sie mit Bleistift eine Layoutskizze und überlegen Sie, wie die einzelnen Elemente (Überschrift, Texte, Skizze, Grafiken) auf der Seite zu plazieren sind. Wichtig ist, daß die Überlegungen völlig unbeeinflußt von den Programmeigenschaften erfolgen. Denken Sie also nicht daran, was mit Geowrite oder Geodraw durchführbar ist, sondern orientieren Sie sich am gewünschten Ergebnis.
  • Überlegen Sie nun, wie sich dieses Ergebnis mit den Programmen von Geoworks erzielen läßt: Normalerweise wäre bei Texten Geowrite die richtige Wahl, denn es erlaubt unter anderem auch das Einfügen von Grafiken. Da hier jedoch nicht mit unterschiedlicher Spaltenanzahl und Formsatz um die Grafiken gearbeitet werden kann, kommt nur Geodraw in Frage. In der Werkstatt wird übrigens ausschließlich mit Maus-Eingaben gearbeitet. Sollten Sie zur Fraktion der Tastatur-Fans gehören, finden Sie die entsprechenden Kurztasten im Menü markiert.
    Aus Bild 1 ist ersichtlich, daß das Flugblatt insgesamt fünf verschiedene Grafiken enthält: zwei Sterne, ein Banner, eine Karte, einen Clown und Küchenutensilien. Bevor Sie nun versuchen, diese Grafiken mit Geodraw selbst zu zeichnen, sollten Sie die Geoworks-Bibliotheken durchstöbern. Dort findet sich für die meisten Zwecke etwas Brauchbares, so daß sich viel Arbeit sparen läßt - Ihr Flohmarktausschuß wünscht baldige Resultate.
    Besonders hilfreich ist die in Geoworks DTP enthaltene (auch separat erhältliche) Clipart-Bibliothek, deren Grafiken in Sammelalben gespeichert sind. Neben den im Paket bereits enthaltenen Schriften und Grafiken sind noch weitere Schriften und Clipart-Sammlungen erhältlich. Der Stern (Nummer 50) und das Banner (Nummer 13) stammen aus dem Sammelalbum >>Rahmen & Banner<< der Clipart-Bibliothek. Der Clown (Nummer 12) und die Küchenutensilien (Nummer 37) sind im Sammelalbum >>Allgemeines<< zu finden.

 Der Werkzeugkasten
Bild 2. Der Werkzeugkasten enthält die Tools zur Bearbeitung aller Zeichenobjekte und ist damit ein ständiger Begleiter bei der Arbeit mit Geodraw.

   DTP erwünscht? - Starten Sie Geodraw

Sie befinden sich nun in Geoworks und haben soeben per Doppelklick Geodraw gestartet. Schalten Sie nun zunächst das Fenster auf volle Bildschirmgröße - dazu genügt ein Klick auf das Rechteck am oberen rechten Rand - und stellen Sie mit dem Befehl >>Seitenformat<< aus dem Menü >>Datei<< die gewünschte Papiergröße DIN A4 ein.
Bei Geodraw handelt es sich um ein objektorientiertes Grafikprogramm. Das bedeutet, daß Geodraw einfache grafische Objekte wie Linien, Rechtecke, Ellipsen und Polygone zur Auswahl stellt, die sich dann beliebig verschieben und verändern lassen. Auch Texteingabe ist erlaubt. Sie erfolgt in rechteckigen Rahmen, die ebenfalls als Objekt verwaltet werden.
Objekte lassen sich auf vielerlei Weise bearbeiten. So dürfen Sie Grafiken und Texte auf einer Seite beliebig plazieren, vergrößern und drehen. Für Linien und Flächen stehen unterschiedliche Farben und Füllmuster zur Auswahl. Bei einer Überlappung mehrerer Objekte läßt sich zudem genau bestimmen, welches Objekt ein anderes überdeckt.
Sehr wichtig für die Arbeit mit Geodraw ist der Werkzeugkasten, der die Mittel zum Generieren und Verändern der Objekte bereitstellt (Bild 2). Sollten Sie das Fenster des Werkzeugkastens einmal versehentlich geschlossen haben, brauchen Sie nur den Befehl >>Werkzeugkasten zeigen<< aus dem Menü >>Optionen<< zu wählen, und es erscheint wieder auf dem Bildschirm. Falls Ihnen der Kasten bei der Arbeit im Wege ist, schieben Sie ihn einfach woanders hin. Klicken Sie dazu auf den oberen Bereich, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie ihn dorthin, wo er nicht stört.
Der Werkzeugkasten enthält mehrere Symbole, von denen zunächst aber nur zwei interessant sind: Mit dem pfeilförmigen Zeiger lassen sich Objekte markieren, verschieben und vergrößern. Der Drehzeiger dagegen gestattet neben dem Verschieben auch das Drehen von Objekten.

   Fundgrube für Grafiken - das Sammelalbum

Und so erzeugen Sie die Überschrift des Flugblattes mit den zwei Sternen und dem Banner:

  • Verlassen Sie Geodraw (Doppelklick auf das Minuszeichen oben links) und starten Sie das Sammelalbum per Doppelklick. Öffnen Sie anschließend die gewünschte Clipart-Datei über >>Datei<< >>Öffnen<<.
  • Wählen Sie nun das Album >>Rahmen und Schriften<<. Auf der rechten Seite des Fensters sehen Sie den eingeblendeten Rollbalken. Ein Klick auf ein Dreieck bringt Sie eine Zeile weiter. Durch Ziehen des Quadrates können Sie größere Teile überspringen.
  • Ein weiterer Doppelklick, und Sie befinden sich bei der ersten Grafik. Vergrößern Sie hier zunächst das Ansichtfenster auf volle Bildschirmgröße (Rechteck oben rechts), um die gesamte Grafik in den Blick zu bekommen.
  • Anschließend müssen Sie sich zu Ihrem Stern vorarbeiten: Die Schaltflächen >>Vorige Seite<< und >>Nächste Seite<< dienen zum Blättern zwischen den einzelnen Grafiken. Da Sie aber bereits eine bestimmte Grafik im Auge haben, sind Sie mit dem Dialogfenster >>Wechsel auf Seite<< wesentlich schneller am Ziel (Nummer 50).
  • Sobald sich die Grafik im Fenster befindet (Bild 3), übernehmen Sie sie mit dem Befehl >>Kopieren<< oder der Tastenkombination [Strg Einfg] in die Zwischenablage.

     
    Bild 3. Mit dem Sammelalbum haben Sie Zugriff auf die Clipart-Bibliotheken von Geoworks Pro.

  • Wechseln Sie jetzt in die Zielanwendung (hier Geodraw) und übernehmen Sie die Grafik mit dem Befehl >>Einkleben<< im Menü >>Editieren<< oder mit der Tastenkombination [Umschalt Einfg].
    Nun bereiten Sie den Stern passend auf. Klicken Sie dazu auf den pfeilförmigen Zeiger im Werkzeugkasten, um ihn in die obere linke Ecke zu verschieben. Anschließend markieren Sie den Stern per Mausklick, fassen ihn mit der Maus am >>Griff<< in der Mitte an und ziehen ihn bei gedrückter Maustaste an den angepeilten Ort. Es geht auch einfacher, mit der rechten Maustaste nämlich. Halten Sie diese gedrückt, wenn sich der Mauszeiger irgendwo auf dem Stern befindet und ziehen Sie ihn dann zur gewünschten Stelle. Natürlich ist der Stern noch viel zu groß. Ändern Sie daher seine Größe, indem Sie ihn wiederum markieren und einen der äußeren Kontrollpunkte nach innen ziehen. Achten Sie darauf, daß Ihr Stern weiterhin rund bleibt und nicht zu einer Ellipse ausartet. Wenn die Größe stimmt, fertigen Sie eine Kopie des Sterns an (markieren und anschließend >>Editieren<< >>Kopieren<< wählen) und schieben diese in die rechte obere Ecke.
    Nun empfiehlt es sich, das erste Mal zwischenzuspeichern. Generell sollten Sie nämlich darauf achten, Ihr Dokument in den verschiedenen Phasen seiner Entstehung - jeweils in einer eigenen Datei(!) - festzuhalten. Falls irgendetwas >>schiefgeht<< oder Sie Ihr Konzept noch einmal ändern, brauchen Sie dann nicht wieder von vorne anzufangen, sondern können auf ältere Versionen zurückgreifen. Lassen Sie sich also beim ersten Speichern (mit >>Datei<< >>Speichern als<<) einen neuen Namen einfallen und numerieren Sie dann alle weiteren Dateien einfach durch.

Die beiden Sterne in Ihrem Dokument sollen nun mit folgenden Texten versehen werden: >>Wann? Sa., 8.5.93<< und >>Wo? Marktplatz<<. Dazu wählen Sie das Textwerkzeug >>T<< aus dem Werkzeugkasten und klicken anschließend auf irgendeine freie Stelle in Ihrem Dokument. Geodraw öffnet daraufhin einen Textrahmen. Schreiben Sie nun >>Wann?<<, drücken Sie [Enter] und schreiben Sie dann >>Sa., 8.5.93<<.
Für Texte stehen in Geodraw beinahe alle Formatierungen zur Auswahl, die es auch in Write gibt, beispielsweise Schriftarten, -größen und -stile sowie die Absatzausrichtungen linksbündig, zentriert, rechtsbündig und Blocksatz. Die Zeichenformatierungen lassen sich für jedes einzelne Zeichen im Textrahmen individuell festlegen, wenn Sie dieses mit dem Textwerkzeug markieren. Soll jedoch der gesamte Text eines Textrahmens verändert werden, ist es einfacher, den Rahmen mit dem Zeiger zu markieren und dann die gewünschten Formatierungen auszuwählen.
Es bietet sich die zu Helvetica äquivalente Schrift >>URW Sans<< (über >>Text<< >>Schrift<<) an. Stellen Sie die Punktgröße so ein, daß der Text gerade noch in den Stern paßt. Am einfachsten geht dies mit dem Dialogfenster >>wählbare Größe<<, das Sie über den Befehl >>Größe<< aus dem Menü >>Text<< erreichen. Als Schriftgröße dürften 15 oder 16 Punkt genügen, eventuell müssen Sie hier etwas herumprobieren. Anschließend stellen Sie noch mit >>Text<< >>Formatierung<< >>Zentriert<< die gewünschte Ausrichtung ein.
Mit dem Drehzeiger wird der Text auf den Stern verschoben (Griff in der Mitte) und entsprechend gedreht (Griffe am Rand). Da der Textrahmen transparent ist, scheint der Text im Stern zu stehen. Die Größe eines Textrahmens sollten Sie übrigens immer auf das erforderliche Mindestmaß reduzieren, damit er nicht andere Objekte unnötigerweise überdeckt und so das Auswählen erschwert wird.
Beachten Sie bei der Veränderung des Textrahmens, daß dessen Breite einen Umbruch erzwingen und damit die Zeilenzahl erhöhen oder verringern kann. Sollten Sie beim Verkleinern des Textrahmens versehentlich einen Umbruch vorgenommen haben, brauchen Sie den Rahmen nur wieder zu vergrößern. Haben Sie bei der Texteingabe unbeabsichtigt auf [Enter] gedrückt, klicken Sie einfach auf die Stelle, an der der Text zu Ende ist, und befehlen [Entf]. Einen gewünschten Umbruch erhalten Sie mit [Return].
Nun ist es Zeit, das Banner in das Dokument einzufügen. Wählen Sie also im Sammelalbum die Nummer 13 aus der Clipart-Sammlung >>Rahmen & Banner<<. Plazieren Sie das Banner zwischen den Sternen und stellen Sie die Größe richtig ein. Die Sterne können ruhig ein wenig vom Banner verdeckt werden. Dadurch verstärkt sich die räumliche Wirkung.
Bei der Überschrift, sollten Sie eine für plakative Zwecke geeignete Schriftart auswählen, wie dies bei >>Alfredo Heavy<< der Fall ist (aus dem Schriftenpaket >>Fun Fonts<<). Die im Standardumfang enthaltene Schrift >>Cooperstown<< wäre ebenfalls geeignet. Vom äußeren Eindruck her ideal wäre eine gotische Schrift, da sie etwas antiquiert erscheint, was sehr gut zu einem Flohmarkt paßt. Allerdings sind gotische Schriften sehr schlecht lesbar.
Stellen Sie nun die Schriftgröße so ein, daß der Text gerade noch in das Banner paßt. Der Schriftzug >>Flohmarkt<< soll sich der Wölbung des Banners angleichen. Da Geodraw nicht in der Lage ist, Text an einer bestimmten Linie auszurichten, müssen Sie dies von Hand erledigen. Für jeden Buchstaben benötigen Sie einen eigenen Textrahmen (Bild 4). Die Ausrichtung an der Wölbung bereitet nicht viel Arbeit:

 Ausrichtung von Text
Bild 4. Die Ausrichtung von Text an einer bestimmten Linie müssen Sie in Geodraw bis auf weiteres von Hand erledigen.

  • Verschieben Sie die Buchstaben grob auf die richtige Position.
  • Wählen Sie im Menü >>Ansicht<< die Vergrößerung 400 Prozent, um möglichst genau arbeiten zu können, und nehmen Sie die Ausrichtung der einzelnen Buchstaben mit dem Drehzeiger vor.

   Zeichnen mit dem Werkzeugkasten

Bevor Sie nun den Text und die restlichen Grafiken hinzufügen, fertigen Sie zunächst die Karte in einem neuen Geodraw-Dokument (Wechsel mit >>Datei<< >>Neu<<). Dazu stehen Ihnen die restlichen Zeichenwerkzeuge des Werkzeugkastens zur Verfügung. Klicken Sie also zuerst auf das Rechteck und anschließend in die Mitte des neuen Dokuments. Halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie den Mauszeiger über den Bildschirm. Sie erhalten jetzt ein schwarzes Rechteck. Um Farbe und Muster auszuwählen, brauchen Sie sich nur im Menüpunkt >>Objekt<< >>Flächenattribute<< die Farbpalette heranzuholen. Beim Rahmen der Karte handelt es sich um zwei übereinander gelegte Rechtecke mit entsprechenden Flächenattributen. Sollte Ihr Rechteck etwas kleiner ausgefallen sein, empfiehlt es sich, die Grafik auf 200 Prozent zu vergrößern, um genauer arbeiten zu können. Ist der >>Rahmen<< fertig, können Sie ihn wieder verkleinern, um die restlichen Elemente anzufertigen, die Sie anschließend an die entsprechenden Stellen ziehen.
Ein wenig Probleme dürften die unregelmäßigen Teile bereiten. Sie entstehen ebenfalls aus den geometrischen Grundmustern, die Sie einfach übereinander legen. Sind Sie damit fertig, werden Ihnen natürlich die störenden Linien im Innern der Grundrisse auffallen. Da Sie in Geoworks mit einem vektororientierten Zeichenprogramm arbeiten, haben Sie kein Radierwerkzeug zur Verfügung. Statt dessen müssen Sie die störenden Teile mit der gewählten Grundfarbe übermalen: am besten mit einem Polygonzug. Auch hier empfiehlt es sich, das zu bearbeitende Objekt zu vergrößern.

   Formsatz mit Geoworks - kein Problem

Der zweispaltige Satz mit der Karte in der Mitte läßt sich am einfachsten mit sechs Hilfsrahmen realisieren, die die Breite der Textspalten angeben. Um die Spalten symmetrisch anzuordnen, brauchen Sie nur den jeweiligen Rahmen zu kopieren. Klicken Sie also auf das Rechteck im Werkzeugkasten und malen Sie ein solches. Klicken Sie anschließend auf >>Objekt<< >>Flächenattribute<< und wählen Sie unter >>Muster<<: >>kein<<. Voilà - schon haben Sie Ihren ersten Rahmen.
Nun kommt die Texteingabe an die Reihe. Falls Ihnen das Abtippen des Textes zu umständlich ist, können Sie hier auch mit Blindtext arbeiten. Im allgemeinen sollte ein Flugblatt nur wenig, dafür aber groß geschriebenen Text enthalten. Im Beispiel wurde gegen diese Grundregel verstoßen, um zu demonstrieren, wie sich auch längere Texte durch Formsatz und abwechslungsreiche Plazierung von Grafiken auflockern lassen. Bringen Sie nun Karte und Hilfsrahmen an die richtige Position und achten Sie bei der Wahl ihrer Größe darauf, daß genug Platz für den umfließenden Text bleibt. Um diesen genau auszurichten, können Sie zusätzlich mit Hilfe des Linienwerkzeugs Hilfslinien einziehen (Bild 5).

 Hilfslinien
Bild 5. Senkrechte Hilfslinien erleichtern die Ausrichtung von Textrahmen. Der Formsatz entsteht mit Hilfe von Leerzeichen oder Tabulatoren.

Als nächstes legen Sie die Schriftattribute fest.
Wichtig ist, sich bereits an dieser Stelle auf eine bestimmte Schriftart und -größe festzulegen. Denn wenn Sie diese später ändern, ändert sich auch der Umbruch, und die ganze Arbeit war vergebens. Aufgrund der Textmenge kommt eine plakative Schrift nicht in Frage, und eine serifenlose Schrift wirkt zu nüchtern. Die Schriftart Elizabethian aus dem Schriftenpaket >>Newsletter Fonts<< dagegen ist eine charaktervolle und gut lesbare Schrift und soll daher verwendet werden. Die Punktgröße 15 garantiert gute Lesbarkeit und sorgt dafür, daß sich der Text für den Formsatz auf der ganzen Seite verteilt. Als Ausrichtung empfiehlt sich Blocksatz (unter >>Text<< >>Formatierung<<), um die Wirkung der Spalten zu verstärken.
Die Texteingabe ist ein wenig problematisch, da Geodraw den automatischen Textfluß in einen zweiten Rahmen nicht unterstützt. Eventuell müssen Sie mehrmals Veränderungen vornehmen, damit sich der Text gleichmäßig verteilt. Durch den Blocksatz bedingte Lücken vermeiden Sie, indem Sie Trennungen mit [Strg - ] einfügen. Drücken Sie also die Strg-Taste und gleichzeitig das Minuszeichen. Diese sogenannten >>weichen<< Trennstriche erscheinen nur, wenn die Trennung tatsächlich vorgenommen wird. Ansonsten sind sie weder sichtbar, noch werden sie ausgedruckt. Sind Sie mit der Texteingabe fertig, werden die Hilfslinien wieder gelöscht (markieren, >>Editieren<<, >>Löschen<<).
Die untere Texthälfte wird durch den Formsatz um die beiden Grafiken bestimmt. Automatischen Formsatz gibt es in Geodraw zwar nicht, Sie erzeugen ihn von Hand. Dies ist aber nicht schwer, da sich Textrahmen und Grafiken überlappen können. Nachteilig ist jedoch, daß zur Eingabe aktivierte Textrahmen jedes andere Objekt und damit auch die zu >>umschreibende<< Grafik überdecken. Sie können daher nicht erkennen, wie weit Sie den Text einrücken müssen.
Den Formsatz um die Küchenutensilien am rechten Rand erhalten Sie, indem Sie die Zeilen an der entsprechenden Stelle mit [Enter] umbrechen. Beim Clown an der linken Seite müssen Sie die Zeilen mit Tabulatoren oder Leerzeichen einrücken und am rechten Rand mit [Enter] beenden. Den Abschluß der Seite bildet eine Textbox mit dem Namen des Veranstalters. Dazu zeichnen Sie wieder einen Rahmen mit den entsprechenden Linien- und Flächenattributen und geben dann den Text ein. Da dieser sehr klein ist, wurde die serifenlose Schrift >>URW Sans<< gewählt. Das fertige Ergebnis sehen Sie in Bild 1. Obwohl Geodraw nicht mit gängigen DTP- und Grafikprogrammen vergleichbar ist, zeigt sich doch, daß man mit wenig Aufwand schnell zu recht ansehnlichen Ergebnissen kommen kann.

Flohmarkt FlugblattZOOM
Bild 1. Das fertige Ergebnis: Mit ein wenig Übung erhalten Sie es innerhalb einer Stunde.

(Andreas Wegen/ks)


   Schriften nutzen - aber wie?

Für Geoworks Ensemble gibt es mittlerweile ein reiches Angebot an Schriftarten: die im Standardpaket enthaltenen Schriften, die Zusatzpakete Newsletter Fonts, Fun Fonts und Business Fonts sowie zahlreiche Public-Domain-Schriften.
Welche Schriftart in einem Dokument verwendet wird, spielt eine wichtige Rolle: Eine Schrift kann nicht nur gut oder schlecht lesbar sein, sondern dient auch dazu, Aufmerksamkeit zu erregen und bestimmte Assoziationen oder Emotionen zu wecken. Eine sorgfältig gewählte Schriftart kann daher die Aussage eines Textes zusätzlich unterstreichen.
Schriftarten lassen sich anhand bestimmter formaler Eigenschaften in Gruppen aufteilen. So gibt es Schriften mit Serifen und serifenlose Schriften. Als Serifen bezeichnet man die Querstriche, die die offenen Enden eines Buchstabens abschließen. Die in unseren Breitengraden verwendete abendländische Schrift besitzt eine Grund- oder Schriftlinie, auf der alle Zeichen angeordnet werden. Diese Grundlinie bildet den Bezugspunkt, wenn unterschiedlich große Zeichen nebeneinander stehen.
Serifenschriften betonen genau diese Schriftlinie und helfen damit dem Leser, die einzelnen Zeilen zu verfolgen. Eine bekannte Serifenschrift ist Times Roman, Serifenlose Schriften erscheinen dagegen klarer und geometrischer. Helvetica beispielsweise ist eine beliebte serifenlose Schrift. Oft werden solche Schriften für Überschriften, technische Publikationen oder sehr klein geschriebenen Text (wie in Bildunterschriften) verwendet.
Daneben werden Schriften auch anhand ihrer Größe unterschieden. So spricht man von 10-Punkt-Schriften. 12-Punkt-Schriften und so weiter. Der Punkt ist ein Größenmaß. das ursprünglich dazu diente, den Holzquader zu unterteilen, auf dem die Letter montiert war. Daher können Schriften, trotz gleicher Punktgröße, verschieden hoch ausfallen. Zu allem Überfluß gibt es noch nicht einmal ein einheitliches Maß für den Punkt, es existieren vielmehr drei verschiedene: der amerikanische, der europäische und der Didot-Punkt. Geoworks verwendet als Bezugsgröße den amerikanischen Punkt.
Schriften können aufgrund ihrer äußeren Gestalt unterschiedliche Eindrücke hervorrufen. Man spricht dann von verspielten oder eher nüchternen Schriften, von antiquierten oder modernen. Eine generelle Empfehlung bestimmter Schriftarten für bestimmte Dokumente läßt sich leider nicht geben. Dazu hängt die Wahl der Schrift von zu vielen Faktoren ab (zum Beispiel Lesbarkeit oder Fähigkeiten des Druckers).
Am besten drucken Sie einen Text mit unterschiedlichen Schriftarten aus und vergleichen die Ergebnisse, um die geeignetste Schriftart zu finden. Wichtig ist, die gedruckten Texte und nicht die Bildschirmanzeigen miteinander zu vergleichen. Denn am Bildschirm wirkt eine Schrift aufgrund der geringen Auflösung immer anders als auf dem Ausdruck. Einen Überblick über Ihre Schriften können Sie sich verschaffen, indem Sie in Geowrite der Reihe nach die Namen der Schriften in der jeweiligen Schriftart eingeben und anschließend ausdrucken.


   Schriftgirlanden mit dem Bannerdrucker

Wie es der Zufall so will - Sie haben gerade das Flugblatt fertiggestellt, und schon rückt Ihnen Ihr Komitee erneut auf den Leib: Die Flohmarktstände sollen mit Schriftgirlanden versehen werden, denen das jeweilige Angebot zu entnehmen ist, zum Beispiel >>Gebrauchte Wunderkerzen<<. Diese Bitte kommt Ihnen gar nicht so ungelegen, denn sie bietet Ihnen die Gelegenheit, einmal den Bannerdrucker von Geoworks auszuprobieren. Also farbiges Papier eingelegt, ab ins Geos-Studio und per Doppelklick den Bannerdrucker aufrufen.
Der weiße Streifen, den Sie jetzt vor sich sehen, ist die Eingabezeile für den Bannertext. Geben Sie hier irgendeinen Buchstaben ein und warten Sie, was passiert: Im unteren Teil des Bildschirms erhalten Sie den eingegebenen Buchstaben in vielfacher Vergrößerung angezeigt, samt ungefährer Lage auf einem imaginären Endlospapier. Möchten Sie den Buchstaben verschieben, müssen Sie in der Eingabezeile mit Leerzeichen arbeiten. Geben Sie nun den restlichen Text für Ihre Girlande ein.
Vielleicht sagt Ihnen die voreingestellte Schrift, URW Roman, nicht so ganz zu. Dies läßt sich leicht ändern: Klicken Sie zunächst auf den Menüpunkt >>Schrift<< und übernehmen Sie anschließend eine Schriftart Ihrer Wahl. Falls Sie noch mehr Akzente setzen möchten, stellt Ihnen Geoworks einige >>Effekte<< unter dem gleichnamigen Menüpunkt bereit: Schattierungen, Nebel- oder 3D-Effekt. Möchten Sie die Eigenschaften Ihrer Schrift verändern, also beispielsweise Fettschrift verwenden, klicken Sie auf >>Stil<<. Und was sich hinter dem Menüpunkt >>Rahmen<< verbirgt, ist wohl nicht schwer zu erraten.
Ist das Banner zu Ihrer Zufriedenheit ausgefallen, wählen Sie >>Datei<< >>Drucken<<. Je nach Drucker kann der Ausdruck eine Weile auf sich warten lassen, werden Sie also nicht nervös. Sollten Sie mit DIN-A4-Papier gearbeitet haben, müssen Sie die einzelnen Blätter anschließend von Hand zur Girlande kleben.


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 05

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DTP im Handumdrehen

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letzte Änderung am 01.01.1970