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Das GeoBook - eine Begegnung mit der etwas anderen Art

Autor: Jörg Polzfuß

Ein Testbericht

Da stand es, das GeoBook NB60, inmitten diverser anderer Geos-Computer im "Museum" des GUC auf dem Jahreshaupttreffen. Ein Gerät, das viele zuerst als das "Nun-Plus-Ultra" ansahen, das aber laut diversen Meldungen nun doch ziemlich sch?lecht ausgefallen sein soll. Wie so viele andere Geos-Fans dachte ich mir deshalb nach den ersten Blicken nur: "Ist von Brother, kann also nicht gut sein," und ging weiter.

Aber was durfte ich sehen, als ich den Programmiererraum betrat? Gleich zwei "Yagos" 1! Ein "GeoBook NB60" und ein "SuperPowerNote-irgendwas". Letzteres ist praktisch ein NB60, nur mit einer CGA-Karte und einem CGA-Monitor. Ein internes Modem fehlt ebenso wie ein Anschluß für einen externen Monitor. Deshalb - und wegen meiner weiteren Tests (s.u.) - tut Brother gut daran, es nicht als ein "GeoBook" zu verkaufen.

Da ich nun gerade nichts besseres zu tun hatte, fragte ich die Besitzer, ob ich nicht einmal meinen "Inquisitor" auf beiden Geräten starten dürfe. Mein Testprogramm erkannte dann auch brav alle Features der beiden Kisten (386er-Prozessor, kein mathematischer Koprozessor,?), zeigte aber an, daß das "NB60" laut Geos doppelt so schnell sei wie das "SuperPowerNote". Da Geos mit dem sehr zuverlässigen Tony-Index zur Geschwindigkeitsmessung arbeitet, verwunderte dieses nicht nur mich, sondern auch die anderen Programmierer. Also beschlossen wir, die Yagos software-mäßig zu zerlegen. Als Denis Döhler und Falk Rehwagen sahen, was Gerd Börrigter, Marcus Gröber und ich mit ihren Laptops so anstellten, fingen sie an zu bedauern, uns ihre Erlaubnis gegeben zu haben. Denis verließ erst einmal den Raum, und Falk vertiefte sich so ins Programmieren, daß er von unserem Treiben nichts mehr mitbekam.

Da beide Geräte, wie schon bekannt, keinerlei Festplatte besitzen und ich meine diversen anderen Testprogramme nur auf einer Zip-Diskette dabei hatte, schloß ich flugs mein Zip-Drive an den Parallelport an, startete das GeoBook-eigene DOS über den Filemanager und ? kam bei der Treiberinstallation nicht weiter. Marcus zückte daraufhin erst einmal eine "normale" Diskette und startete seine selbst-gepatchten Iomega-Treiber.
Und siehe da: Das Zip-Drive 2 läuft doch am Yago! Nun waren uns natürlich die Geräte vollkommen ausgeliefert. Bereitwillig lieferten sie dann auch den Beweis, daß beide einen 386DX-33-kompatiblen Prozessor haben. Die Benchmarktests mit diversen Programmen ( Dr. Hardware, PC-Sysinfo,...) bescheinigte zwar gute Leistungen - für 386er, zeigte aber auch Unterschiede zwischen den "bis auf die Grafikkarte baugleichen" Yagos.

Des Rätsels Lösung ist moderne Cirrus-Logic-Chipsatz beim "GeoBook NB60". Während dieser auf den 386er "warten" muß, bremst die CGA-Karte beim "SuperPowerNote" nicht nur die Grafikdarstellung, sondern auch den Speicherzugriff aus. Ganz offensichtlich mußte Brother den Speicherzugriff auf ein CGA-kompatibles Maß reduzieren, da der CGA-Zugriff stärker mit dem "normalen" Hauptspeicher verknüpft ist als bei modernen VGA-Karten.
 

Jörg Polzfuß


Erklärungen
   1) "Yago" ist der Brother-interne Name für die GeoBooks, während Nike für den Namen der "Geos-Schreibmaschine" herhalten durfte.

 

   2) Später bekam Marcus sogar ein 1GB-Jazz-Drive zum Laufen, so daß höchstwahrscheinlich alle externen Geräte von Iomega am Yago funktionieren, vermutlich aber auch andere Geräte, wie CD-Rom-Drives usw.


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 55

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Letzte Änderung am 01.11.2019