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DTP 4 - Layout - Planung einer kompletten Zeitschrift

Autor: H.D. Schwarz

Druckprogramme im untauglichen Vergleich

(Hinweis vom Editor:
Die Seiten im Orginal-Layout findet Ihr am Schluß dieses Artikels!)

 

Zitiert aus 64'er/Mai 91:
... So gesehen ist Geopublish das einzige echte DTP-Programm für den C64, mit dem praxisfremden Effekt, daß auf Matrixdruckern nichts Vernünftiges herauskommt. ...
Text gemischt mit Grafik - das ist die Domäne des Printfox, und hier macht ihm keiner etwas vor.

Im Faden- kreuz

64'er im Fadenkreuz

Da reibt sich der Printfoxer genüßlich die Hände. Dem GeoPublish-User schwillt die Zornesader deutlich sichtbar an. Schwellen wir wieder ab und schauen uns die von Peter Pfliegensdörfer verfaßten vier Seiten genauer an - mit mühsam bewahrter Fassung.

64'er Ausgabe 5/91, Seite 76 f.:
Bild 5 - GeoPublish: Unbefriedigende Pünktchenschrift auf Matrixdruckern
Bild 1 - Print- und Pagefox: Genügen auch hohen Ansprüchen
Bild 6 - Technicus: Hervorragende Qualität

Wie sich das so gehört, stellt der Programme-Bewerter im 64'er nicht nur Behauptungen auf, sondern legt auch sein Beweismaterial vor. Danach kann man als Geos-User nur noch zähneknirschend den vernichtenden Urteilsspruch über sich ergehen lassen. In der Tat ragt der geoPublish-Ausdruck (5) aus den übrigen heraus - durch klägliche Druckqualität. Die "hervorragende Qualität" von 'Technicus' (6) muß allerdings Erstaunen auslösen, denn soweit ist der 'Technicus' gar nicht von Bild 5 entfernt. Auch hier gibt es 'Pünktchen' zu sehen und außerdem noch Löcher, wo eigentlich Pünktchen hingehören.
Der Print-/Pagefox ist unbestritten ein hervorragend gutes Programm und in Richtung 'Herstellen von Zeitschriften', ein ernst zu nehmender Konkurent von geoPublish. Um so mehr schmerzt uns der Bewertungsabstand von Note 1 für Printfox, zu Note 6 für geoPublish.
Darüber kann auch der abmildernde "Überblick" (Seite 78) nicht hinwegtrösten, wo geoPublish mit "ausreichend" wegkommt und Pagefox auf "gut" gesetzt wird. Die gut begehbaren 'Treppen', in der Grafikkurve von Printfox (1), wollen wir hier als faire Rivalen übersehen.

GeoPublish .., von allen hier besprochenen Programmen hat es die schlechteste Druckqualität (Bild 5).
Das unbestritten schlechte Schriftbild wird auf folgende Weise erzeugt:
Man nehme eine Schriftart, die besonders viele Rundungen, schräge Linien und Serifen aufweist; die 'Roma' bietet sich dafür an. Dazu wähle man das LW_ vor dem Fontnamen, um sicher zu gehen, daß die für den Laser bestimmten Buchstaben auf dem Nadler mit unschönen Abständen erscheinen. Zur Abrundung wird ein 'Mega'-Treiber installiert, der die normale Schriftstärke gut einfettet und damit die teilweise ohnehin schon zu engen Zwischenräume zudruckt. Fertig ist das unbefriedigende Druckbild.
Natürlich haben das die Printfox-Leute ganz anders gemacht: Die Grundschrift aus weitmöglichst weiträumigen, rechteckigen Buchstaben, die ein Nadeldrucker gut bewältigen kann, und zudem einen Treiber installiert, der die 'Interpolation' beherrscht. Ein Vertauschen Nadler- gegen LaserWriter-Font ist bei Pagefox ohnehin nicht möglich.
Lange habe ich unter Uralttreibern aus der Gründerzeit suchen müssen, um einen annähernd schlechten Ausdruck zu erzielen, wie er im 64'er vorgeführt wird. Steht doch im 64'er SH Nr. 48 unter 'Optimierungstreiber': "Erreicht die Qualität eines >Printfox<-Ausdruckes". Auf der beiliegenden Diskette befinden sich besagte Treiber unter der Bezeichnung "opti", für seriellen und parallelen Anschluß. Den mit Printfox gleichziehenden Interpolationstreiber gibt es also mindestens seit November 1989, was der Bewerter im 64'er einfach übersieht.
Bleibt zu enträtseln, warum ausgerechnet ein laserspezifischer Font, auf dem Nadeldrucker ausgegeben, zum Vergleich herhalten mußte.

 Ausdruck Beispiel
Diese LW Schrift ist im 64'er 'praxisfremd' auf einem Nadler ausgedruckt

Die Lösung ist evtl. im geoPublish Handbuch zu finden. Die Spur führt über den ausgedruckten Mustertext geradewegs dorthin. Im "Lernkurs" Seite 30 ff. soll der Schüler die Datei >LW_Roma GE< auf seine Arbeitsdiskette kopieren, um letztlich den im 64'er gezeigten Text aufbereitet auszudrucken - auf einem Nadeldrucker versteht sich. Der Lernkursautor, Florian Müller, befand sich vermutlich unter Zeitdruck. Zweieinhalb Jahre später, hätte der Bewerter den LW_Font-Irrtum erkennen müssen.
Eine mögliche Variante ist die, daß mit planmäßiger Absicht GeoPublisher auf die 'Barrikaden' getrieben werden sollen, um als Reaktion stoßweise den Gegenbeweis in die 64'er Redaktionsstube geliefert zu bekommen.

Schwarz

 

GEOS erlaubt drei Satzspiegelformate: 132, 144 und 156/20 Zoll auf der DIN A 4 Seite

Layouttechnik braucht System

Ein klar gegliederter Satzspiegel macht Layouten überhaupt erst möglich

 

Publish AG: Im Icon stehen die Werkzeuge die wir brauchenWenn Sie eine Zeitung machen wollen, müssen Sie sich für einen Satzspiegel entscheiden, der auf allen Seiten wiederkehrt. Der Satzspiegel ist die bedruckte Fläche einer Seite. Drumherum liegt ein weißer, unbedruckter Rand. Innerhalb des Satzspiegels wird die Seite in gleich breite Spalten aufgeteilt, die wiederum durch einen gleichbleibenden Spaltenzwischenraum voneinander getrennt sind.
Den Leerraum zwischen den Spalten schaffen wir auf eine total andere Weise, als dies im Handbuch und auch der weiterführenden Literatur angegeben wird: Wir setzen nur eine Hilfslinie zwischen die Spalten, anstatt der verlangten zwei, und bestimmen den Zwischenraum ausschließlich mit der Funktion >>set gutters<<. Diese Funktion bestimmt pixelweise den Abstand von Zeilenanfang und Zeilenende zum aufgezogenen Bereichs(Layout)Feld. Das Bereichsfeld wiederum wird auf die MP-Hilfslinien gesetzt (magnetische Anziehungskraft!); das ist der Sinn von Hilfslinien. Als Standardbreite für den Spaltenzwischenraum haben wir uns 16 Pixel ausgedacht, das sind 4/20" oder 5,08 mm. Um diesen Zwischenraum zu erhalten, werden die in >>set gutters<< als "Standard-Spaltenabstand" bezeichneten Werte links auf >8< und rechts auf >6< eingestellt. Oben und unten auf >0<. Der kleinere Wert rechts gleicht zwei Leerpunkte aus, die nach dem letzten Zeichen einer Zeile zwangsläufig folgen. Die Berechnung der MasterPage (Satzspiegel) in zwanzigstel Zoll ist unumgänglich, weil die MP nur in 1/20 Zoll Schritten angelegt werden kann. Als Entschädigung bietet die MasterPage ihre horizontalen Hilfslinien in Punktabständen von 1/20" an, so daß an den gesetzten Punkten die bestimmte Strecke abgezählt werden kann. Im geoPublishleben kommt diese vorbereitende Arbeit nur einmal vor, dann steht der Satzspiegel abrufbereit in der MP-Bibliothek.
Geos läßt die Konstruktion von drei unterschiedlich breiten Satzspiegeln auf der DIN A 4 Seite zu, die hier, jeweils als nebeneinanderliegende 1/3 Doppelseite, gezeigt werden.
Wir benennen die 3 Satzspiegel nach ihren Ausmaßen in 1/20": (im Kasten) SP156, SP132 und SP144. Achtung: Im max. SP 156 läßt sich die Hilfslinie nur bis 155(!) setzen. Deshalb muß für die rechte Spalte 'rechts' Abstand >2< extra eingegeben werden, um die exakte Zeilenlänge zu erreichen.
Die Methode einer Satzspiegelerstellung ist in GUP 13 ausführlich beschrieben.

 SP156

 

-ß-

 

Z E I T U N G machen auf dem Computer kinderleicht?

Computer Es genügt nicht, alleine oder mit anderen zusammen, die 'Idee' von einer eigenen Zeitung zu haben, nur weil es den C=64 gibt und als erklärte DTP-Programme geoPublish und PrintFox .
Einerseits erstarren Sie nicht vor Ehrfurcht, wenn Sie 'Profi' hören, andererseits lernen Sie die Arbeitsmethode dieser Leute kennen - die wissen es seit 500 Jahren, wie man rationell Zeitungen macht, die außerdem auch noch ansprechend wirken.
Worüber jemand informieren will, wird er hoffentlich wissen und wen er ansprechen will auch. Da heute eine Vielzahl von Publikationen den Markt bevölkern, ist die berühmte 'Marktlücke' zu suchen. Würde jede 64'er Ausgabe über 16 Seiten 'Geos im Griff' haben, dann wäre die GUP überflüssig.

Der Publish-User (mit einer Zeitung im Kopf) muß sich über ganze Serien von Fragen im klaren sein, sich sachkundig machen und organisieren können. Wer von sich nicht annimmt, ein Genie zu sein, der macht sich am besten auf die Suche nach Mitstreitern. Jeder andere kann immer irgend etwas besser als man selber. Das bedeutet aber nicht, daß der Herausgeber die Verantwortung für Pannen und Unzulänglichkeiten auf andere abwälzt.
Rechtsvorschriften, die allgemein für die Presse gültig sind, gelten auch für den Amateur-Verleger. Wer nicht weiß, was im 'Impressum' einer Zeitung alles drin stehen muß, der schlage das Pressegesetz seines Bundeslandes auf. Ganz ohne Ahnung über die einschlägige Rechtslage kommt niemand aus.

Ohne exakten Gesamtplan entsteht keine Zeitung, allenfalls eine Sammlung von zusammengehefteten Flugblättern und Handzetteln.
Titelgestaltung, Grundschrift, Rubriken, Umfang, Format und Erscheinungsweise - Vorlagen auf Nadel- oder Laserdrucker - Vervielfältigung auf Kopierer oder Offset - können bestimmte Mitarbeiter nach Vorgabe druckfertig umbrochene Seiten liefern - Seitenplan für Anzeigenkunden mit Preisangaben - Kalkulation: Zeit- und Finanzaufwand - Terminabstimmung - Anlegen und Verwalten eines Archivs - Vertrieb ... Das Motto: "Arbeitsteilung ist alles!", setzt der talentierte Vorausplaner in die Tat um.

Jede neue Ausgabe einer Zeitschrift braucht einen besonderen 'Fahrplan'. Am besten Sie haben 'Fahrpläne' für die nächsten drei Ausgaben zur Hand. Gleich ist darin nur der Satzspiegel, nicht aber das Layout. Ein 'Fahrplan' kann leibhaftig wie folgt aussehen: Für 16 Zeitungsseiten falzen Sie 4 zusammengelegte DIN A 4 Blätter auf Format A 5, Die Seiten des so entstandenen Heftes werden von 1-16 deutlich durchnumeriert und darin skizzieren Sie das Roh-Layout; jeweils auf der richtigen Seite und sobald Ihnen etwas Druckwertes einfällt. Im 'Fahrplan' werden außerdem die Autoren, Artikellänge, Termine, Quellen, usw., festgehalten.

 SP132

 

-ß-

 

Mit den Augen des Zeitungstechnikers betrachtet

Auf den ersten Blick erkennt der Techniker den Bauplan, wonach Druckseiten aufgebaut sind.
Was PublishUser davon haben? Mit dem 'Technikerblick' ausgestattet, lernen wir aus jeder uns in die Hände fallenden Druckschrift: Wie man es macht, bzw. lieber nicht machen sollte.
Dieser Satzspiegel (144) entstand durch einfaches Vertauschen der GUP-MasterPage 'Rechts' gegen 'Links'. Der Effekt ist der, daß die Doppelseite als 'zusammengehörend' erfaßt wird. Dafür fehlt ein Lochrand. Auf der Doppelseite wurde vertikal der Original-Satzspiegel der GUP eingehalten. Darin stecken zwei Detailschwierigkeiten. Oben macht die weggelassene Kopflinie, bzw. -zeile das Layouten aufwendiger. Unten verkürzt die Fußzeile (über der 10 1/2 Zoll Linie stehend - darunter ist praktischer), die maximale Satzspiegelhöhe. Außerdem wird das letzte Rasterfeld dadurch ungleich zu den anderen. Man kann das so machen, aber der Schwierigkeitsgrad beim planmäßigen Layouten steigt. Die zwei unteren Satzspiegel 132/144 lassen sich seitlich verschieben, bis auf 2/20" an die ausdruckbare Breite heran.
Wer auch nur vage die Absicht hat, geoPublish einmal in Betrieb zu nehmen, sollte den Aufbau von Druckseiten ausgiebig durchspielen. Keiner lasse sich davon abhalten, nur weil es etwas schwieriger erscheint, als andere Anleitungen zu DTP aussagen.

 SP144

 

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= = = = =

 

Laser-Grafik-Feinarbeit

Der 'Laser-Test' einer maßstäblich verkleinert eingepaßten Grafik (GUP 15, Abb.6), bestätigt die Aussage "Qualitätssteigerung" des LaserService in Zürich voll und ganz.
Unklar bleibt der erforderliche Aufwand (Zeit ist Geld), um Grafiken vom Laserdrucker verbessern zu lassen. Die Beispiele zum Glätten, auf Seite 14/15 'Leitfaden', stiften einige Verwirrung. Bei "Verkleinert, geglättet, 150 dpi", beträgt die Druckdauer 5 Min. Ergebnis: die Grafik ist schauderhaft durchlöchert!
Eine andere Frage: Wie weit muß das Titelwort "Layouttechnik" in Pixel nach links verschoben werden, damit das "k" mit der Satzspiegellinie abschließt?
Zwar werden in 'Publishers Leitfaden' die Besonderheiten des Laserdruckes im Prinzip abgehandelt, doch ist der 'Teufel im Detail' allgegenwärtig. Die ideale Hilfestellung wäre damit erbracht, wenn ein Laser-Spezialist am konkreten Beispiel, jeweils in der aktuellen GUP Ausgabe, fortlaufend narrensichere Erläuterungen geben würde.

 

-ß-

 


 

 

Seiten im Orginal-Layout: Seite 1ZOOM     Seiten im Orginal-Layout: Seite 2ZOOM     Seiten im Orginal-Layout: Seite 3ZOOM

 

 

 




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letzte Änderung am 01.01.1970