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DTP 6 - Was der Geos-User von geoPublish erwartet ...

Autor: H.D. Schwarz

Abschied von der Publish-Serie

... und was er vorgesetzt bekommt
 

(Hinweis vom Editor:
Die Seiten im Orginal-Layout findet Ihr am Schluß dieses Artikels!)

Rechtfertigungsversuch
Ein Satz aus dem Handbuch verspricht: "Sie erhalten ein ausgearbeitetes, professionell aussehendes Dokument, dessen Erstellung Ihnen auch noch Freude bereitet hat." Was ich in dem Zusammenhang unter "Ausarbeiten" verstehe, und in der Publish-Reihe zu erklären versuche, macht den allerwenigsten Usern im GUC Freude. Folglich werden die Publish-Abhandlungen erst gar nicht gelesen, und wenn in wenigen Ausnahmefällen doch, kann der User nichts damit anfangen. Diese Feststellung ist von kompetenter Stelle getroffen worden und beruft sich auf Aussagen bei Clubtreffen und Zuschriften an die GUP-Redaktion (nicht an den Verfasser)
Von dem Besitzstand ausgehend, sind über 40% der Geos-User an ein vereinfachtes Desktop Publishing interessiert. Erwartet wird eine nachvollziehbare Anleitung in der GUP, praxisbezogen und mit wenig Theorie belastet. Beispielsweise beim "Thema Schrift" in diesem Heft, wünsche ich mir auch mehr Anschaulichkeit durch Beispiele und ausführliche Erklärungen zu den Abbildungen - was der Betrachter daraus entnehmen soll. Dafür brauche ich dann sechs Seiten und die Wiedergabe als Nadlerausdruck. Eben das ist so in der GUP nicht zu machen. Mithin ist der Leser gefordert, die Schlußfolgerungen aus den Darstellungen weitgehend selbst zu ziehen. Sozusagen für gehobene Ansprüche ist die Serie brauchbar, aber das wird von der Zielgruppe nicht angenommen.

Das Kind nicht mit dem Badewasser ausschütten
Mit dem Abbruch meiner Publish-Serie in der GUP, ist das Thema natürlich nicht von der Tagesordnung gestrichen. Ich erwarte sogar verstärkte Aktivitäten der User durch den Abbruch. Vielleicht ist es nicht übertrieben, wenn es nach der Meinungsumfrage heißt: Die Publish-Serie schreckt mehr ab, als daß sie motiviert.
Von einigen örtlichen GUC-Gruppen hört man, daß dort geoPublish-Vorhaben im Entstehen sind. Ein praktisches Beispiel zum Anfassen liefert Manfred Frick, der die Rundschreiben für die Regionalgruppe Bayern im klassischen Zeitungsumbruch herausgibt, offenbar weil es ihm Spaß macht. Der Titelkopf Rundschreiben 8000 ist bemerkenswert auffallend, sachlich und übersichtlich zugleich gestaltet, gerade diese Kombination ist nicht leicht zu finden. Ich habe weder an der Idee noch an der Gestaltung irgendwelchen Anteil. Wenn andere Gruppen diesem Beispiel folgen, haben wir bald genügend Anschauungsmaterial für die vielfältigen Möglichkeiten, die geoPublish auf dem Nadeldrucker herausholen kann.

Eine Lanze für den Nadeldrucker
Meiner Auffassung nach, kommt es in erster Linie darauf an, was der NormalUser zu Hause auf seinem Nadeldrucker ausdrucken kann; Probieren geht über Studieren. Es ist nicht gerade sinnvoll, einen mangelhaften Seitenaufbau auf dem Laserdrucker ausgeben zu lassen, nur um sich an zackenlosen Buchstabenrändern zu erfreuen. Die sind zwar schön, machen aber den Kohl nicht fett. Es liegt in der Natur der Sache, daß kein Nadeldrucker die Qualität eines Postscript-Laserdruckers oder gar Satzbelichters erreicht. In der letzten GUP-Ausgabe 17 sind alle drei Druckerausgaben vertreten (Nadler 360, Laserdrucker 300 und Satzbelichter 2400 dpi). Womit wir es hauptsächlich zu tun haben, sind ganze 80 dpi, die allerdings von findigen Programmierern ganz beachtlich aufgemöbelt werden.

Überregionale Fachgruppe
Publish-User, mit gehobenen Ansprüchen, könnten sich in einer Fachgruppe zusammen finden, die nach einer Anlaufzeit, Artikel für den allgemeinen Bedarf in der GUP ausarbeitet und außerdem eine eigene Fachzeitschrift herausgibt (Kopierauflage, zu beziehen gegen Unkostenbeitrag), in der die Arbeiten von gelegentlichen Publish-Usern gesammelt vorgestellt und kommentiert werden. Das dürfte allen Spaß machen, ob aktiv oder nicht. So etwas ist vornehmlich eine Frage der Organisation. Die Einbeziehung in den Tätigkeitsbereich des 'Regional-Gruppen-Betreuers' Rolf Stegmann bietet sich an. Dies ist jedoch nur als Anregung zu verstehen, eine Absprache hat bisher nicht stattgefunden. Die Adressen der alten Publish-AG Teilnehmer werde ich vorsorglich an Rolf Stegmann weitergeben. Diese können sich vorläufig aber auch noch an mich direkt wenden, bis eine klare Regelung in dieser Sache vom GUC getroffen worden ist. Es darf angenommen werden, daß in der folgenden GUP-Ausgabe über die aktuelle Publish-Szene etwas drin steht, zumal davor das Jahrestreffen des GUC stattfindet, wo die Gelegenheit zum Ausdiskutieren gegeben ist.

Im Hintergrund
Mit Fachaufsätzen werde ich in den folgenden GUP-Ausgaben nicht mehr in Erscheinung treten. Auch das geplante 100 Seiten Publish-Sonderheft ist vom Tisch. Sofern sich im GUC etwas mehr um geoPublish herum tut, ist ein ca. 40 Seiten Heft Publish Praxis im Nadlerdruck leicht zu realisieren.
Fachliche Auskünfte in Sachen Zeitungsmachen, können interessierte User nach wie vor von mir erwarten, sobald ich danach gefragt werde. Am effektivsten ist das Vorlegen einer Ausarbeitung ohne viel Begleitschreiben. Liegt Brief-Rückporto bei, weiß ich, daß der Absender sie bis in 14 Tagen (Umbruch)korrigiert zurückhaben will. Auf allen Korrektur-Vorlagen soll grundsätzlich die MasterPage mit ausgedruckt erscheinen. Ortsgruppen, die Publish-Aktivitäten vorhaben, können ebenfalls die gewünschten Informationen einholen, auch solche, die mit der Organisation eines Redaktionsbetriebes oder dem Auflagendruck zu tun haben.
H.D. Schwarz, (siehe Autoreninfo)


SchriftGrundsätzliches
zum Thema

Piktogramm für geoPublish

 

Das Piktogramm für geoPublish beschreibt in "Bilderschrift" die Vorgänge, die für 'Desktop Publishing' typisch sind. Die Feder symbolisiert den zu schreibenden Text, der Buchstabe "A" stellt die Druckletter dar und das Winkellineal steht für Einpassen des gesetzten Textes in die Seite. Hier dreht es sich um die Lettern, die der Computer aus Punkten erstellt. Beinahe alle jemals erfundenen Schriftarten stehen zur Verfügung, welche soll der Geos-User zweckdienlich einsetzen?

Abb.1 Roma_GE, 18 Punkt, Abb.2 California_GE, 18 Punkt, Abb.3 LW_Cal_GeC, 18 Punkt, Abb,4 University_GE, 18 Punkt, Abb.5 Dwinelle_GE, 18 PunktAbb. 6 Zwei Beispiele für behutsame Abwandlungen in bestehenden Fonts<== links

Schriften im Editierfeld von >GeoFont< ('Font Pack'), siehe auch Abb. 13
Jeder 'Punkt' ist mit 3x3=9 Pixel dargestellt. Die Pfeile am linken Rand zeigen die aktuelle Position der Underline an.

(Abb.1 Roma_GE, 18 Punkt,
Abb.2 California_GE, 18 Punkt,
Abb.3 LW_Cal_GeC, 18 Punkt,
Abb,4 University_GE, 18 Punkt,
Abb.5 Dwinelle_GE, 18 Punkt)

rechts ==>

Abb. 6 Zwei Beispiele für behutsame Abwandlungen in bestehenden Fonts

Der Zweck ist maßgebend
Nicht wenig User haben mehr Schriften auf Lager als eine Großdruckerei. Bei näherer Betrachtung bleibt davon aber nur ein kleiner Teil für die 'Leseschrift' übrig. Die große Masse ist bei den Schaugrößen und Zierschriften angesiedelt, die für Schlagzeilen, in Anzeigen und auf Plakaten Verwendung finden.
Das berühmte "Kleingedruckte" in Verträgen steht in dem Verdacht, es soll das Erfassen des Textinhaltes erschwert werden. Natürlich verfolgt jeder Publisher die gegenteilige Absicht: Der Leser soll das Gedruckte mühelos flüssig über weite Strecken lesen können. Am ehesten entspricht dieser Anforderung eine Schriftgröße zwischen 8 bis 11 Punkt. Doch ist Vorsicht bei der Größenangabe in 'Punkt' geboten. Damit ist nämlich nicht die wirkliche Höhe der Buchstaben bezeichnet, sondern die Punktmatrix in die der Buchstabe steht. In den Abb. 1-5 und 13 ist die jeweilige Matrix für jeden Buchstaben durch das umrandende Rechteck (maßstäbl. vergrößert) angezeigt. Daraus ist ersichtlich, daß die gleiche Punktzahl nur die gleiche Höhe der Matrix bestimmt, nicht aber die gleiche Höhe der Buchstaben aus verschiedenen Schriftarten. So kann es passieren, daß die Buchstaben einer 12p Schrift kleiner sind, als die einer anderen Schriftart in 10p.
Das angenehme Lesen ist aber nicht nur von der Schriftgröße abhängig, auch der Schriftaufbau fördert oder bremst die Lesbarkeit. In Abb.7 ist zu sehen, was mit Ober-Mittel- und Unterlänge gemeint ist. Nun kann die Mittellänge einer Schriftart besonders klein sein und die Ober- und Unterlängen dagegen sehr groß - oder auch umgekehrt. Innerhalb einer Schriftart werden die drei Maße für jede Größe proportional gleich bleiben. Darüber hinaus kann eine Schriftart aus weit oder schmal laufenden Buchstaben bestehen und weite oder enge Zwischenräume aufweisen. Alles zusammen ist für die Lesefreundlichkeit von Bedeutung.
Sehr markante Merkmale für die Klassifizierung einer Schrift sind die Serifen, bzw. nicht vorhandene Serifen und die Art der Linien, die Strichstärke aus denen die Buchstaben gebildet werden. Serifen sind kleine Querstriche an den Buchstabenenden. Danach wird unterschieden, in serifenbetonten und serifenlosen Schriften.
Die Strichart kann 1. in einer konstanten Stärke verlaufen, 2. die Auf- Ab- und Querstriche können unterschiedlich stark angelegt sein und 3. kann die Strichstärke, kontinuierlich verändert, ineinander übergehen. Die Merkmale aus 3., sowie die Serifen sind an den meisten Überschriften in diesem Heft deutlich erkennbar, während es sich bei der Leseschrift um eine serifenlose, mit konstanter Strichstärke handelt.

Abb.7 Schriftaufbau in vier Linien und die drei veränderlichen Abstände zwischen den LinienZOOM <== links

Abb.7 Schriftaufbau in vier Linien und die drei veränderlichen Abstände zwischen den Linien

 

Abb.8 (rechts ==>) 'IDENTIFONT', ein PRG aus GeoThekDisk 17, listet alle sich auf der Diskette oder im Dokument befindlichen Fonts auf. Gleichzeitig wird die ID jedes Fonts angezeigt.

Beide Schriftarten gehören in die große Gruppe der "Antiqua-Schriften", sie haben ihren Ursprung in der antiken Schrift der Römer. Gemeinsames Merkmal aller Antiqua Schriften ist die "runde Form" der Buchstaben. Die Antiqua wird heute als Leseschrift überall fast ausschließlich verwendet.
Eine Art "Schnörkelschrift" (Abb. 5) ist bisher noch nicht eingeordnet. Sie steht in GUP 15, Seite 20, als Leseschrift in den ersten 9 Zeilen (Gotisch LQ). 'Gotisch' und 'Fraktur' sind Schriftformen aus dem Mittelalter; sie wirken so, als seien sie mit einer breiten Feder handgeschrieben. Wer sie zur Wiedergabe von Textabschnitten aus der Luther-Bibel, oder in Urkunden einsetzt, liegt historisch richtig. Das Merkmal für diese Schriften ist die "gebrochene Form". Fraktur = Bruch. In einer 10 Punkt-Matrix sind komplizierte Buchstaben natürlich kaum zu realisieren.

Sonderzeichen auf die Tasten gelegtrechts ==>
Sonderzeichen auf die Tasten gelegt

Abb.9
Font 'Borders' 18 P Taste >c<
Links und rechts keine Leerpunkte

Abb. 10
Font 'LW_Shattuck' Taste >%<
Rechts, oben und unten Leerpunkte

Abb. 11
Eigenkonstruktion Taste >beliebig< (c) für "Copyright" Rechts und unten Leerpunkte

Entscheidungshilfe
Der Geos-User findet z.B. in MegaPack 1 und 2 ca. 20 Schriften zwischen 8 und 11 Punkt, die als Leseschrift dienen können. Anzuraten ist die Anlage eines speziellen "Leseschriften-Kataloges", der alle in Frage kommenden Schriften in gleichgrossen Textblöcken aufzeigt, ein aufgereihtes Alphabet genügt nicht. Es stehen dann bis sechs Textblöcke gleichen Inhalts, aber unterschiedlicher Schriften auf einer Seite neben und untereinander. Wichtig ist, daß der Ausdruck auf dem eigenen Drucker erfolgt. So ist es einfach, nicht nur die angeführten Schriftmerkmale zu vergleichen und festzustellen, ob mehr oder weniger Zeichen in die Zeile passen, sondern auch die Schrift auszuwählen, die der eigene Drucker und Treiber am besten wiedergibt.
Schriftgröße, Schriftart, Strichstärke, Zeilenabstand, Spaltenbreite, Textblöcke ohne oder mit Löcher, und der 80dpi Nadeldrucker gemeinsam machen das Schriftbild aus.

-sz-


Schriftmischung in 64'er-9/91, Seite 82ZOOMungewöhnliche Versammlung verschiedener Schriftarten <== links
Abb. 12 Schriftmischung in 64'er-9/91, Seite 82, als (Vorbild?) - Aufforderung zum Wettbewerb

rechts ==>
Abb. 13 Ganz und gar ungewöhnlich ist die Versammlung verschiedener Schriftarten in einer Font-Datei, wie es in 'Mega Pack 1' geschieht.






 


 

Seiten im Orginal-Layout: Seite 1ZOOM     Seiten im Orginal-Layout: Seite 2ZOOM     Seiten im Orginal-Layout: Seite 3ZOOM

 

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 18

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letzte Änderung am 01.01.1970