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DATA BECKER Bücher zu Geos

Autoren: H.D. Schwarz, Thomas Haberland

Thomas Haberland:

Buchkritik 'Das große GEOS Buch'
Autoren  Kerkloh/Tornsdorf,  3.  Auflage 1988,
Verlag DATA BECKER, 424 Seiten, Preis DM 49,-

Aufgrund der Hinweise auf die Lösung von Kopierschutz, Installation und vielen nützlichen Tricks und GEOS-Hilfsprogrammen, habe ich mir das große GEOS-Buch von Data Becker gekauft. Dem Buch liegt keine Diskette bei. Auf Seite 260 wird kurz erwähnt, daß mit einer beiliegenden Zahlkarte eine Diskette mit den in Buch verwendeten PRG bestellt werden kann. Bei einem Preis von DM 49,- für das Buch ein negativer Aspekt.
Insgesamt ist das Buch vom Konzept her für fortgeschrittene Anwender, bzw. wegen der erläuterten GEOS-Sprungtabelle für Programmierer gedacht. Im Text aber hat man manchmal den Eindruck, daß die Autoren den Leser als Anfänger einstufen. Warum wird z. B. noch darauf hingewiesen, daß bei V1.3 mit der Tastatur geblättert oder alle Icons mit 'RESET' vom unteren Rand entfernt werden können?
Merkwürdig ist zudem das Totschweigen von anderen GEOS-PRG. Im längsten Kapitel, das 128 Seiten umfaßt, werden Basic-Tools vorgestellt. Wozu dient ein Textkonverter, der Texte anderer Textverarbeitungen ins GEOS-Format konvertiert, wenn der überwiegende Teil der Leser den Textgrabber vom GeoWrite Workshop hat? Wozu ein 'Filemaster', um eigenen PRG ein Icon und Infoblock zu verpassen, wenn dies der 'Icon-Editor' von GEODEX viel besser kann? Wozu ein 'Font-Editor', der noch nicht einmal bei 'QUIT' den aktuellen Stand abspeichert, wenn der GEOS Font-Editor von International Fontpack viel besser und komfortabler ist? Was soll der Hinweis auf die Möglichkeit, Serienbriefe 'einfach' (??) durch das Duplizieren eines Textes zu erstellen, wenn auf fast jeder Erweiterungs-Disk GEOMERGE vorhanden ist?

Wirklich nützlich sind 4 Programme:

1. Modifikator
Nach Eingabe von Text bzw. Bytes werden diese in einem vorher benannten File gesucht und dann durch anderen Text / Bytes ersetzt. Damit können z.B. die Menütexte von V1.2 eingedeutscht werden. Vorgestellt wird eine Lösung, die voreingestellte rechte Randmarkierung in GeoWrite programmmäßig von -7- auf -5- zu verändern.

2. Sicherheitskopien
Vorgestellt wird eine Lösung, bootfähige Kopien von GEOS V1.2 und V1.3 zu erstellen. Dazu müssen mehrere PRG abgetippt werden.

3. Hardcopy
Nach Laden des PRG wird bei Betätigen der Restore-Taste der aktuelle Bildschirm im üblichen DOS-Format auf Diskette (!) gespeichert, das dann mit einem normalen Malprogramm (HiEddi, KoalaPainter, usw.) eingelesen werden kann. Demnach ist die Bearbeitung bzw. der Druck mit GEOPAINT nicht möglich, sofern das Bild nicht konvertiert wird.

4. Stepper
Einzelschrittsimulator, der im Interrupt am unteren Bildschirmrand die Register und max. 4 beliebige Speicherstellen anzeigt.

Auch ein Monitorprogramm mit Geos-Zeichensatz ist abgedruckt. Normalerweise hat aber der interessierte User schon einen, so daß er dieses Listing nicht auch noch abtippen muß.
Anschließend wird das GEOS-Diskettenformat erklärt. Die GEOS-Sprungtabelle mit Erläuterungen sowie eine übersicht über die Speicheraufteilung folgt. Diese Erläuterungen sind recht kurz und eine Gesamtübersicht über die Tabelle fehlt.
Die PRG sind gut durchdacht und teilweise lehrreich, insgesamt aber macht das Buch keinen überzeugenden Eindruck. Deutlich merkt man, daß die Autoren bemüht sind, jede Werbung für die Geos - Vertriebsfirma in der Bundesrepublik zu vermeiden. Viele unnütze Hinweise und PRG sind enthalten. Ein potentieler Buchkäufer muß selber wissen, ob es ihm auf die oben genannten PRG und die ersten 30 Seiten mit der Darstellung von Kopierschutz und Installation der Seriennummer ankommt.

 

*   *   *

Dieter Schwarz
Tornsdorf: 'GEOS für Einsteiger'
DATA BECKER, 1. Aufl. 1988, 252 Seiten, DM 29.-

Gleich zu Anfang weist der Buchautor auf 'Informationsdoppelungen' hin, die er für den Einsteiger als zweckmäßig erachtet. Jeder Hand- und Fachbuchleser kennt die weit verbreiteten Autorenhinweise 'siehe Kapitel 3', wem er gerade in Kapitel 13 liest. Der Leser soll das Buch auf dem Computer flüssig nachvollziehen können, ohne zusätzlich im Handbuch nachschlagen zu müssen.
Im Kapitel 'GEOS-Vorbereitungen' werden dann auch Schritt für Schritt nicht nur die notwendigen Handgriffe erklärt, es wird auch gezeigt, was der Computer daraufhin auf dem Bildschirm ausgibt. Stimmen Buchdarstellungen und der wirkliche Bidschirm überein, kann sich der lernende User freuen. Die Versionen 1.2, 1.3 und 128 werden besonders gekennzeichnet abgehandelt.
Unter 'GEOS im Detail' wird alles was der Bildschirm über die eingelegte Diskette aussagt im einzelnen erläutert. Angefangen beim DESKTOP über GeoPaint und GeoWrite bis zu den einzelnen Hilfsmitteln wie Taschenrechner, Voreinsteller, Notizblock, oder Foto/Text-Manager.
Wer dem Buch bis hierher tätig gefolgt ist, dem legt der Autor jetzt die Frage in den Mund 'Was mache ich denn nun eigentlich damit?'
Das Kapitel 'GEOS-Anwendungen' führt eine Reihe von Beispielen vor, die für den Normalverbraucher, so oder abgewandelt, durchaus in Frage kommen. Da gibt es Diagramme mit GeoPaint. Eine Haushaltaufstellung wird als Torten-, Balken- und Liniendiagramm ausgegeben. Der maßstabgerechte Möbelierungsplan eines Zimmers und der Entwurf einer Gartenanlage sind dabei. Ein elektronischer Schaltplan 'Multivibrator mit Relais' enthält wiederkehrende Bausteine (Widerstand, Transistor, Kondensator, Diode, usw.) Die werden nur einmal gezeichnet und stehen dann im Photo-Album immer wieder zur Verfügung.
Erstmals in der Geos-Literatur entdeckte der Verfasser dieser Buchbesprechung, daß ein Fachautor Zeichnungen über mehr als nur einen Bildschirm zusammenhängend ausführt. Mit dem SCROLLER das GeoPaint-Fenster verschieben, um über die Bidschirmgrenzen hinaus eine größere Zeichnung anzufertigen, das vermeiden andere Fachautoren so wie der Teufel das Weihwasser.
"Was gibt es sonst noch unter GEOS?" Ausgenommen GeoFile, werden alle Zusatz- PRG besprochen. Auch solche, die im April 88 in der Bundesrepublik noch nicht da waren. Anders als in den vorhergehenden Kapiteln, ist dieser letzte Abschnitt nicht als Arbeitsanleitung gedacht. Vielmehr bekommt der Einsteiger einen aussagefähigen überblick geboten, welche Zusatz-PRG die Geos-Möglichkeiten deutlich erweitern.
An einer Stelle unterschätzt das Buch die Geos-Fähigkeiten; Es sei "kaum realisierbar" mit GeoPaint echte Freihandzeichnungen auszuführen, wenn diese nicht aus unterstützten, geometrischen Elementen bestünden. Wäre dem so, dann gäbe es in der GUPost Nr. 1 überhaupt keine Abbildungen.

Allgemeines zur 'Kritik'

Ein Kritiker ist jemand, der eine wertende Besprechung vornimmt. Es gibt die gut, schlechte, lobende, tadelnde und scharfe Kritik, auch die unberechtigte Kritik gibt es und etwas kann 'unter aller Kritik' sein. Sogar Kritiker gibt es, die nicht wissen wovon sie eigentlich reden.
Das geht uns direkt überhabt nichts an, denn keiner unter uns ist Kritiker von Beruf. Deswegen sind wir jedoch keinesfalls kritiklose Menschen.

Wenn in der GUPost Bewertungen vorgenommen werden, dann ist das die Erfahrung die ein bestimmter Verfasser gemacht hat. Da stellt sich sogleich die Frage, wie weit gehen die Erfahrungen des Verfassers einerseits, und ist er ein Spezialist, mit umgrenzten Interessengebiet, oder ein allseitig das Gebiet überschauender Sachkenner andererseits. Das ist herauszufinden, indem man mehrere Artikel eines Verfassers liest.

Bei der professionellen Kritik, auch als "Test" o.ä. deklariert, beachte ich besonders die Punkte die nicht erwähnt werden. Das ist allerdings nur dann möglich, wenn schon eine leise Ahnung über die behandelte Materie vorhanden ist. Schließlich muß man dazu etwas herauslesen, was gar nicht abgedruckt ist.

Maßgebend ist für einen Leser natürlich immer das, was er von der Lektüre erwartet. Er erwartete Neues zu erfahren, was seine Arbeit unterstützt. Nicht lesen will er Dinge die er schon kennt, oder die ihn nicht interessieren.
So ganz kann kein Buchautor diesem berechtigten Leserinteresse nachkommen, schon wegen der kommerziellen Seite seines Buches. Ich bin schon mit einer Drittelteilung zufrieden; 1/3 meine Arbeit wesentlich bereichernd, 1/3 kann sein, muß aber nicht, 1/3 uninteressant. Daß ein Write-Fan andere Schwerpunkte setzt als ein Paint-Fan, versteht sich am Rande.

Es soll keiner aus seinem Herzen eine Mördergrube machen. In der vorigen Ausgabe zog der Herausgeber kräftig vom Leder. 'Die Antwort' darauf ist auf den folgenden 4 Seiten nachzulesen.
Auch Herr Tornsdorf (Data Becker Verlag) kann zu der Buchkritik selbstverständlich Stellung nehmen, die ggf. in GUPost 3 erscheinen wird.
Künftig sollen Bewertungen jeder Art alle diejenigen vorab erhalten, die es direkt angeht. Das war diesmal aus Zeitgründen leidet noch nicht möglich.

 

- ß -

 

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 02

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Letzte Änderung am 01.11.2019