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Die Antwort

Autor: Florian Müller

Lieber Herr Schwarz,

Als Ich die GEOS USER POST das erste Mal gelesen habe, da waren meine Gefühle sehr gemischt:
Als Autor des scharf kritisierten GEOS-Buches war ich fast schon entrüstet.
Als leidenschaftlicher GEOS-Fan war ich hingegen grenzenlos begeistert, daß in Deutschland eine Anwender-Gruppe im Entstehen ist, so daß ich Ihr Engagement sehr begrüße.

Unser langes Telefonat hat dann viele Fragen geklärt, und wie vereinbart, lesen Sie und alle Leser der GEOS USER POST hier nun eine "offizielle" Stellungnahme. Ich hoffe, hier nun einiges ansprechen zu können, was weit über eine Erwiderung hinausgeht.

   Mit herzlichen GEOS-Grüßen,

Florian Müller

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Der Autor dieser Seiten

Beginnen wir zunächst mit meiner Funktion, in der ich diese Seiten schreibe. In der GUPost 1 ist ja gleich zweimal namentlich die Rede von mir.

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Auf Seite 4 wird scharfe Kritik an meinem GEOS-1.3 Buch erhoben. Dies war ich nicht gewöhnt, dem ich habe bislang auschließlich positive Leser-Reaktionen erfahren. Näheres unter der Überschrift "GEOS-Literatur".

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Nach dem Motto "Zuckerbrot und Peitsche" werde ich dann 11 Seiten später gelobt, den Treiber 'NL-10 quad' programmiert zu haben. Dabei habe ich das Programm gar nicht entwickelt, sondern Thomas Beigel ganz alleine (allerdings habe ich das Konzept entworfen und Thomas Beigel bei der Entwicklung betreut). Das konnte der Herausgeber nähmlich nicht wissen.

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Auf jeden Fall glaube ich, daß ich allen Lesern der GUPost bekannt bin. Denn von Publikationen, an denen ich mitgewirkt habe, ist auch in der GUPost mehrfach die Rede. Nennen möchte ich meine unzähligen GEOS-Veröffentlichungen nur im Zusammenhang, denn erstens sieht das sonst nach Werbung aus und zweitens wäre die Liste mittlerweile schon zu lang ...

Nennen kann ich jedoch, was ich im allgemeinen zu GEOS beitrage:

  • Als freier Mitarbeiter des Markt & Technik Verlages kümmere ich mich um den Bereich der Programmübersetzungen und, soweit möglich, Tests.
     
  • Ich habe zu GEOS 64 V1.2, GEOS 64 1.3 und jetzt auch GEOS 128 je ein Buch verfaßt.
     
  • Im 64'er-Magazin schreibe ich regelmäßig GEOS-Artikel.
     
  • Alle GEOS-Programmautoren mit interessanten Programmen unterstütze ich nach Kräften. So sind beispielsweise GeoTerm, der Treiber "NL- 10 quad" und der Bitmap Converter unter meiner Verantwortung und aufgrund meines Einsatzes entstanden. Weiteres wird folgen, vor allem ein großes Anwenderpaket mit Grafiken, neuen deutschen Zeichensätzen, Druckertreibern und Hilfsprogrammen.
     
  • Mit Berkeley Softworks stehe ich in regem Kontakt. Im August dieses Jahres hatte ich die Gelegenheit, Berkeley Softworks im traumhaften Büro in Kalifornien (mit Blick auf das nahegelegene San Francisco) zu besuchen.
     
  • Im Moment ist mein wichtigstes Projekt die Einführung eines GEOS-Laserdruck-Service.
    Näheres in der nächsten GUPost. Übrigens ist auch die Seite, die Sie gerade lesen, mit GEOS erstellt und auf einem Laser-Drucker (Preis: ca. 15000 DM) ausgegeben worden.

    Das ist DeskTop Publishing ohne qualitative Grenzen!

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Kommen wir nun zu den Problemen, die in der letzten GUPost angesprochen wurden. Ich versuche, mich kurz zu fassen. Zuerst jedoch der Aufruf an alle Leser: Wenn es noch irgendwelche Probleme gibt, bitte sofort schreiben!

Lieferzeiten

Es ist richtig, daß die Lieferzeiten der GEOS-Produkte des öfteren sehr optimistisch eingeschätzt und deshalb von Redaktion oder Buchverlag falsch mitgeteilt wurden. Auch wenn ich hier nicht verantwortlich bin, so möchte ich mich doch hier für den Verlag entschuldigen. Es hat viele Probleme gegeben, die jetzt jedoch meines Wissens behoben sind.

  1. Jetzt gibt es eine eigene GEOS-Hotline bei Markt&Technik. Herr Oehl beantwortet alle Fragen und tauscht defekte Disketten um.
  2. Fortan werden alle GEOS-Produkte in Deutschland hergestellt, so daß wir die Lieferzeiten selbst im Griff haben und wesentlich genauer abschätzen können.
  3. Natürlich haben alle Beteiligten daraus gelernt und werden in Zukunft vorsichtiger sein, wenn es um Produktankündigungen geht.

Jedoch möchte ich auch mehrere Fakten zu bedenken geben, um manche Aussage aus der GUPost 1 zu ergänzen oder korrigieren. Zum Beispiel wird im Editorial auf Seite 3 behauptet, daß zum Zeitpunkt der Wettbewerbs-Aufrufung GeoPublish nicht lieferbar war. Nun, für die deutsche Version trifft dies zu, aber nicht für die englische. Die nämlich gibt es seit Herbst 1987, also fast ein Jahr früher als in Deutschland! Einige Wettbewerbs-Einsendungen wurden in der Tat mit GeoPublish erstellt.

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Unter diesem Aspekt ist auch der angesprochene Artikel in 64'er zu sehen, der GeoPublish "bereits Anfang des Jahres erscheinen ließ". Hier wurde nur von der englischen Version gesprochen, die zum Testzeitpunkt bereits in großen Stückzahlen in den USA und England vekauft wurde.

Dennoch betone ich, daß auch vieles im Zusammenhang mit den Lieferzeiten peinlich und vermeidbar war. In Zukunft wird es derartige Probleme nicht mehr geben, und wenn einer der Leser negative Erfahrungen macht, so soll er uns bitte gleich informieren.

Wir können nur einen Mangel beheben, von dem wir überhaupt Kenntnis haben.

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GEOS-Literatur

Hier habe ich also mein GEOS-1.3-Buch zu verteidigen.

  1. Das Buch 'C64 - GEOS 1.3' bezieht sich nicht auf GEOS 128. Insofern halte ich den gesamten Bericht nicht für angemessen formuliert. Schuld ist nicht der Verlag, sondern der Verkäufer, denn auf der Rückseite des Buches steht eindeutig "C128 im C64-Modus" - sogar in roter Farbe! Für GEOS 128 habe ich ein eigenes Buch verfaßt (370 Seiten, 59 Mark. inkl. Diskette), das im übrigen völlig neue Demobilder enthält und alle GEOS-128-Applikationen bespricht. Demnächst erhältlich.
     
  2. Nicht gesprochen wird über den Programmierteil des Buches, der etwa die Hälfte des Umfangs ausmacht und auf dessen Grundlage u.a. GeoTerm (!). der "BitmapConverter" und der Treiber "NL-10 quad" entstanden sind.
     
  3. Der Erfolg des Buches und die nur positiven Leser-Reaktionen sprechen für sich. Dies zeigt, daß wohl die negative Bewertung auch deshalb zustandekam, weil der Rezensent sozusagen das richtige Buch zum falschen GEOS erworben hatte.

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Das schwierige Thema:
"Ganzseiten-Grafiken"

Auch die 64'er-Redaktion (siehe Seite 5 in GUPost 1) ist nicht allwissend. Es gibt nun einmal keine besonderen Tricks zum Arbeiten mit DIN-A4-Grafiken. Abhilfe schafft hier allerdings die GeoPaint-Version 2.0, die in GEOS 2.0 für C64 und C128 enthalten sein wird und ein sogenanntes "Gitternetz" bietet. Siehe Seite 6 in GUPost 1!

"Super" finde ich ganz ehrlich den Trick mit der Klarsichtfolie. Ich wußte gar nicht, daß man einen Scanner-Ersatz für 20 Pfennig haben kann! Mit Genehmigung des Herausgebers muß der Trick auch in 64'er veröffentlicht werden - das sollte jeder GEOS-User wissen.

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GEOS-128-Disketten sind mit GEOS 64 lesbar!

Auf Seite 8 heißt es dann, daß wohl die GEOS-64-Anwender die C128-Disketten des Herausgebers nicht lesen könnten. Ganz im Gegenteil: Das GEOS-Datenformat ist bei allen bisher erhältlichen Implementierungen gleich (C64, C128, Apple II). Lediglich das Diskettenformat, mit dem GEOS nichts zu tun hat, könnte Probleme bereiten. Deshalb mein Tip für alle, die mit GEOS 128 arbeiten und die Ihre Disketten auch an GEOS-64-User weitergeben möchten: nur einseitig formatierte Disketten verwenden!

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Und so weiter und so fort ...

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Soweit soll es genug sein mit Anmerkungen zur ersten Ausgabe der GUPost. Abgesehen von den angespochenen Detail-Unstimmigkeiten kann ich nur sagen: Weiter so! Stichpunktartig gebe ich noch ein paar Anregungen von meiner Seite. Jetzt ist auch Ihre Meinung von größtem Interesse!

1) Publicity
Sobald möglich, wird die GUPost im 64'er-Magazin erwähnt werden (Aktuell-Teil). Wie wäre es aber, wenn zufriedene Leser eine Art "freiwillige Spende" an den Herausgeber senden, damit er zusätzliche Kleinanzeigen damit finanzieren kann? Denn je mehr Mitglieder die GEOS-User-Gruppe hat, umso interessantere Beiträge aller Art dürften eingehen.

2) GeoCalc - der unscheinbare Profi
GeoCalc ist die erste in größeren Stückzahlen verkaufte Tabellenkalkulation für den C64/C128, soweit wir wissen. Viele GEOS-Anwender hätten vielleicht auch Bedarf an GeoCalc, wissen aber einfach nicht, wozu ein solches Programm nützlich ist. Hier konnte die GUPost doch Anregungen bieten oder vielleicht sogar eine Einführung der Art "Was ist Tabellenkalkulation?" veröffentlichen. Ich jedenfalls finde GeoCalc gleichermaßen nützlich wie alle anderen Applikationen, und ich erstelle damit Rechnungen, USt- und ESt-Erklärungen, Kfz-Kalkulationen und verwalte zum Beispiel private Sammelbestellungen.

 GeoCalc

3) GeoFile - Ideen zur sinvollen Anwendung
Wer mit Geofile Probleme hat (Buffer-voll-Meldung o.ä.) kann seine Diskette beim M&T Buchverlag umtauschen lassen. Dann gibt es garantiert keine Schwierigkeiten mehr. GeoFile ist nämlich von Grund auf überarbeitet worden.
Für die GUPost würde ich mir wünschen, daß auch zu GeoFile Beispielanwendungen vorgestellt werden. Ideen sind hier gefragt - Eingabemasken können sowohl mit GeoFile 64 als auch GeoFile 128 erstellt werden und sind trotzdem für alle User verwendbar!

 GeoFile

4) GeoPublish
Wenn die ganze GUPost mit GeoPublish erstellt würde, dann könnte ich als Unterstützung vielleicht das ganze Heft mit einem Laser-Drucker ausgeben. Jede Seite hätte dann die gleiche Qualität wie diese hier. Oder ziehen Sie vielleicht doch die Matrix-Ausdrucke vor? Teilen Sie dem Herausgeber Ihre Meinung mit, denn das Layout Ihrer Zeitschrift ist schließlich ein wichtiger Teil der Gestaltung.

 GeoPublish

5) Programmier-Herausforderung GEOS
Das Programmieren unter GEOS macht nicht nur Spaß, es bringt auch erstaunliche Ergebnisse.

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Könnte vielleicht ein Assembler-Profi eine Art Programmierecke übernehmen? Softwaremäßige Basis sollte der GeoProgrammer sein, aber auch auf das Programmieren mit Assemblern wie Hypra-Ass könnte man eingehen.
In jedem Fall wäre es eine Bereicherung für die GUPost, wenn auch die Programmier-Freaks unter den Lesern auf ihre Kosten kämen.

 Beigestellte GEOS

6) GEOS in den USA und der Rest der Welt
GEOS gibt es in sechs nationalen Versionen in allen europäischen Ländern. Kennt jemand zufällig GEOS-Anwender in anderen Ländern? Erfahrungsberichte wären gefragt. Besonders schön wäre es, auch etwas über die GEOS-Szene in den USA zu hören - dort ist GEOS ungefähr so populär wie in Deutschland alle C64-/C128-Programme zusammen.

Es gibt dort seit anderthalb Jahren das, was die GUPost in Deutschland einmal werden könnte: nähmlich eine monatliche Anwenderzeitschrift namens geoWorld (Auslandsabo $50 pro Jahr bei GeoWorld, 38 Santa Ynez Street, Santa Barbara, CA 93103, USA) sowie mehr als 30 Public-Domain- und Shareware-Disketten zu GEOS! Es existiert sogar ein Text-(Spinnaker's Word Publisher) und ein DTP-Programm (Timeworks DTP) zu GEOS, welche nicht von Berkeley Softworks stammen. Wer also Verwandtschaft in den Vereinigten Staaten hat, kann sich ja zu Weihnachten etwas GEOS-mäßiges zuschicken lassen.

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7) Fantasie
Mit dem kleinen, aber feinen Programm GeoFont (Teil des International FontPack) lassen sich wunderbar eigene Schriftarten erstellen. Wer einen schönen Zeichensatz entwickelt hat, soll ihn bitte einschicken. Denn Schriftarten kann man nie genug haben.

***
So, jetzt habe ich doch tatsächlich mehr geschrieben als ursprünglich geplant. Aber meine Begeisterung für die Idee einer GEOS-User-Gruppe ist wirklich riesengroß. Ich werde dieses Konzept auch in Zukunft unterstützen; Näheres steht vielleicht schon in der GUPost 3. Bis dahin wünsche ich allen Lesern viel Spaß mit GEOS und den Applikationen.

 

(Florian Müller)

 

 

 




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Ausgabe 02

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Letzte Änderung am 01.11.2019