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Alles DOS, oder was?

Autor: Achim Brennförder

Die meisten GEOS-/NDO-Anwender werden auf Ihren PCs als Betriebssystem Windows 9x bis XP benutzen. Diese Betriebssysteme mögen in vielerlei Hinsicht Vorteile haben, bringen aber einen großen Nachteil mit sich: Sie machen nicht genügend konventionellen Arbeitsspeicher für GEOS/NDO frei. Während bei Win95 noch bis zu 630 KB zur Verfügung stehen, sieht das bei den anderen Windowsversionen ziemlich düster aus. Ich habe bei mir zuhause (unter anderem) Win98SE installiert und starte GEOS/NDO unter Windows immer im DOS-Modus. Ich bekomme dann max. 590 KB - eher weniger - konventionellen Speicher zur Verfügung gestellt, wenn ich nur das nötigste an Treibern lade. Für speicherintensive Anwendungen, wie z. B. den Internetbrowser Skipper oder wenn man größere Dokumente oder eine größere Anzahl geöffnet hat, ist das zu wenig und man stößt dann sehr schnell an die Grenzen von GEOS/NDO.

Diesem Mangel kann man abhelfen indem man Betriebssysteme nutzt, die sparsam mit den Ressourcen des Computers umgehen und nicht gleich die Hälfte des zur Verfügung stehenden Speichers für sich benutzen. Und dazu bieten sich die reinen DOS-Betriebssysteme ohne eigene grafische Oberfläche geradezu an. Es stehen diverse DOS-Betriebssysteme zur Wahl. Die bekanntesten sind:

MS-DOS (Microsoft)
PC-DOS 2000 (IBM)
PTS-DOS (Pearl)
Novell-DOS (Novell)
Open Caldera-DOS (?)
Free-DOS (?)

Ich will nicht ausschließen, daß es noch mehr DOS-Betriebssysteme gibt oder gab, aber dies sind die mir bekannten.

Nun wird der eine oder andere glauben, man müßte sich wieder mit kryptischen Kommandozeilenbefehlen herumschlagen, aber nein Unser GEOS/NDO liefert uns die grafische Oberfläche mit allen benötigten Funktionen. Trotzdem sollte man sich überlegen, welches DOS man nun als Betriebssystem installiert, denn fast alle bieten sie unterschiedliche und zusätzliche Funktionen; so sind z. B. Novell-DOS und PTS-DOS von Haus aus netzwerktauglich, während das zumindest bei MS-DOS und PC-DOS 2000 nicht der Fall ist. Dafür bietet PC-DOS serienmäßig die Unterstützung für PCMCIA-Karten, was dieses Betriebssystem für Benutzer von Laptops und Notebooks interessant macht (z. B. Modemkarte und ähnliches).

Auch bei der Systempflege gibt es Unterschiede. Bei MS-DOS sind dafür die bekannten Programm »Checkdisk« bzw. »Scandisk« und »Defrag« zuständig. Novell-DOS bietet dazu nur »Checkdisk« und einen sogenannten »Diskoptimierer«, welcher aber nichts anderes macht wie »Defrag« von MS-DOS. Allerdings ist »Scandisk« gegenüber »Checkdisk« das weitaus leistungsfähigere Programm. In sofern ist Novell-DOS hier im Nachteil. PC-DOS 2000 von IBM bietet hier auch die Programme »Checkdisk« und »Defrag«, allerdings ist PC-DOS voll kompatibel mit MS-DOS, so daß alle Programme von MS-DOS auch unter PC-DOS 2000 angewendet werden können, wenn PC-DOS über eine vorhandene MS-DOS-Installation installiert wurde.

Für das Speichermanagment werden von allen DOS die bekannten Programme »Highmem« und »EMM386« angeboten. Lediglich Novell-DOS bietet auch DPMS - Dos Protected Mode Service. Damit wird es GEOS/NDO ermöglicht, erweiterten Speicher nach der LIM (Lotus/Intel(Microsoft)-Spezifikation zu nutzen. PTS-DOS scheint hier einen Sonderweg zu gehen. Das wird insofern daraus ersichtlich, daß die entsprechenden Speichermanagment-Dateien HIMEM.SYS UND EMM386.EXE bzw. EMM286.EXE zu HIMEM386.SYS bzw. HIMEM286.SYS zusammengefaßt wurden. Wie sich solches auswirkt kann ich nicht sagen, da ich PTS-DOS bisher nicht getestet habe. Als besonderes Schmankerl bietet PC-DOS 2000 das Programm »Ramboost«. Ramboost kann so eingerichtet werden, daß es bei jedem Start geladen wird und dabei den Arbeitsspeicher immer optimal gestaltet. So wird immer ein Maximum an konventionellem Arbeitsspeicher bereitgestellt und macht PC-DOS 2000 zu einem der besten DOS-Betriebssysteme; für mich persönlich zu DEM besten DOS.

Die Installation der einzelnen DOS-Betriebssysteme unterscheidet sich enorm. Begnügt sich MS-DOS mit einer äußerst spartanischen Darstellung des Installationsvorganges und ohne Auswahlmöglichkeiten des Installationsumfanges, bieten PC-DOS 2000 und Novell-DOS eine grafische Oberfläche. Auf dieser gibt es ein Auswahlmenü, in dem man den gewünschten Installationsumfang einstellen kann. Zusätzlich ist bei Novell-DOS das Installations-Setup (und damit die grafische Installationsoberfläche) später jederzeit wieder aufrufbar, um den Installationsumfang zu verändern; sei es, um z. B. die Netzwerkfunktionen nachträglich zu installieren weil man eine Netzwerkkarte eingebaut hat oder das Speichermanagment zu verändern oder...

Nun benutzen GEOS/NDO-Anwender, die ein reines DOS als Betriebssystem einsetzen, auch andere DOS-Programme; so vielleicht die DOS-Oberfläche der KlickTel-Telefon-CD oder den DOS-Partitionierer Partition Magic von Powerquest oder andere. Beide Programme lassen sich mit Novell-DOS als Betriebssystem nicht starten. Anscheinend benutzt Novell-DOS diesbezüglich speziellere Parameter als die anderen. Auch ist es nicht möglich, MS-DOS-Programme zu benutzen, wenn Novell-DOS über eine bestehende MS-DOS-Installation installiert wurde. So verlangt Novell-DOS explizit die Angabe von NWCDEX.EXE in der AUTOEXEC.BAT, um mit GEOS/NDO das CD-ROM-Laufwerk ansprechen zu können. Bei PTS-DOS wiederum ist die Angabe eines xxCDEX.EXE-Treibers nicht notwendig, da er im Kernel des Betriebssystems eingebaut ist. Es wird nur noch der Gerätetreiber in der CONFIG.SYS benötigt.

Die Einrichtung eines virtuellen Laufwerkes im Arbeitsspeicher mit Novell-DOS ist auch nur mit der Angabe von VDISK.SYS in der CONFIG.SYS möglich. Dafür ist dann im NewManager bzw. Dateimanager von GEOS/NDO für das virtuelle Laufwerk ein eigenes Icon sichtbar. Bei den anderen Betriebssystemen wird das virtuelle Laufwerk immer mit dem normalen Festplattenicon angezeigt.

Wie man sieht, ist DOS nicht gleich DOS!

Es gibt wahrscheinlich noch viele Unterschiede und Abweichungen bei den einzelnen DOS-Betriebssystemen, aber eines haben sie alle gemein: Wer sie erst einmal - in Verbindung mit GEOS/NDO - schätzen gelernt hat, will sie nicht wieder missen. Deshalb habe ich auf meinem System einen Bootmanager installiert, mit dem ich beliebig die Betriebssysteme starten kann, je nach dem, was ich gerade machen will. Windows startet bei mir nur noch im Ausnahmefall. :-))


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 82

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Letzte Änderung am 01.11.2019