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Arbeiten mit GEOS

Autor: Rolf Stegmann

Er steht in jedem Büro, und auf ihm herrscht ein mehr oder minder großes Chaos - der Schreibtisch. Wer auch im trauten Heim ein solches Arbeitsmonument aufgestellt hat, sei es, um die durch den bekannterweise gesunden Büroschlaf liegengebliebenen Aufträge zu Hause aufzuarbeiten, oder um (nur?) dem heißgeliebten Computer ein privates Eckchen zuzuweisen - spätestens bei Erreichen der zulässigen Belastbarkeitsgrenze des Büromöbels merkt man, daß ein gewisses Ordnungssystem angebracht wäre.

Nun möchte ich hier keine Predigt über den Sinn und Zweck des Aufräumens halten, es geht mir auch nicht um den überladenen Wohnzimmerschreibtisch oder die von zahlreichen Kabeln gesäumte Hardware-Ecke.

Mein Interesse möchte ich hier einem anderen Schreibtisch widmen; jedem GEOS-User hinlänglich bekannt: der DeskTop. Da sieht die Sache mit der Ordnung schon wieder ganz anders aus; Nachlässigkeiten fallen nicht sofort ins Auge, machen sich dann aber spätestens bei der Suche oder Bearbeitung eines Dokuments bemerkbar - wenn man feststellt, daß man ein Original geändert, oder gar in die ewigen Jagdgründe geschickt hat. Eine leichte bis mittelschwere Panik kann auch auftreten, wenn man nach dem Ausschalten des Computers merkt, daß die Einkommens-Steuererklärung, die auf der RAM-Floppy bearbeitet wurde, auch dort verblieb ...

Um diesen und ähnlichen Kalamitäten vorzubeugen, habe ich ein paar Tips zusammengestellt. Sie betreffen die "Bequem-Konfiguration" (zwei 1541-Laufwerke plus REU 1750), haben aber zum Großteil auch bei anderen Hardware-Konfigurationen ihre Gültigkeit. Die meisten der folgenden Vorschläge sind auf persönliche (manchmal leidvolle) Erfahrungen zurückzuführen.

Zunächst möchte ich einmal meine Vorgehensweise bei der Arbeit mit GEOS an einem Beispiel darstellen:

Eine GeoWrite-Arbeitsdiskette (1541 Format) sieht bei mir folgendermaßen aus:

1. SEITE

DeskTop GeoWrite Select Printer Kalender
Drucker 1 Drucker 2 Drucker 3 Drucker 4

Die Druckertreiber unterscheiden sich durch die Anzahl der Anschläge (Mega-Treiber) oder Druckart (Interpolation).

2. SEITE

Drucker 1B Drucker 2B Drucker 3B Wecker
Rechner Notizblock Text-Manager Foto-Manager

Die Druckertreiber auf dieser Seite sind identisch mit den vorherigen, nur, daß sie keinen Seitenvorschub (Form Feed) veranlassen.

3. SEITE
Font-Dateien - und zwar acht verschiedene.

Ich greife hier unter anderem auf Schriftarten des MegaPack 1 zurück.

Die aufgeführte Anordnung ist natürlich von Fall zu Fall verschieden, wer im Besitz zusätzlicher GEOS-Programme ist (etwa aus der GeoThek) wird dies bei der Erschaffung einer Arbeitsdiskette berücksichtigen. So könnten in Verbindung mit GeoWrite benötigte Applikationen (Combiner, Blue Pencil, FontView, Identifont etc.) auf die erste Seite kommen, Druckertreiber, Schriftarten und Hilfsprogramme auf die folgenden Seiten. Mir erscheint es sinnvoll, verwendete DeskTop-Seiten bei der Einrichtung einer Arbeitsdisk GANZ zu füllen, die Frage nach dem "Warum" wird sogleich geklärt.

Der Speicherplatz der eben beschriebenen Arbeitsdiskette ist voll ausgenutzt, die Belegungsanzeige weist mir gerade noch EIN mickriges KByte freien Speicherplatz zu. Daß eine dermaßen "vollgestopfte" Diskette nicht ohne weiteres zum Arbeiten verwendet werden kann, liegt auf der Hand - kein einziges Programm würde sich starten lassen ...

Richtig vermutet - eine so zusammengestellte Diskette ist für die RAM-Erweiterung 1750 bestimmt, welche ein 1571 Laufwerk emuliert. Dann beträgt der freie Speicher nochmals 166 KByte - die Kapazität einer 1541 Diskettenseite.

Nach dem Kopieren der Arbeitsdiskette auf die RAM-Floppy (Lfwerk A > Lfwerk B) kann dieselbige wieder in die Disk-Box zurück, sie wird (bis zum nächsten Systemstart) nicht mehr gebraucht. Nun lade ich, je nach Arbeitsvorhaben, noch eine weitere Applikation in die RAM-Disk. Diese erscheint dann auf Seite 4. Um später auf diese Seite zu gelangen (wenn der DeskTop erneut geladen wird) genügt EIN Mausklick, nämlich auf das untere Eselsohr.
Weiterhin kommen auf Seite 4: Benötigte Foto- oder Textalben sowie zu bearbeitende Dokumente.
Anm: Es kann natürlich sein, daß eine 4. Seite nicht ausreicht und weitere Dateien auf die folgenden Seiten kommen. In diesem Fall empfiehlt es sich, die gewünschte Seite über Tastatur auszuwählen.
Zusatz-Tip: Die 1. Seite im Desktop ganz oder teilweise freilassen. Das zu bearbeitende oder zu erstellenende Dokument befindet sich nun immer auf der 1. Seite; sollten es mehrere sein, kann auch noch der Rand hinzugezogen werden.

Im Zusammenhang mit den DeskTop-Seiten komme ich noch einmal auf einen vorangegangenen Abschnitt zurück: Wenn eine Arbeitsdiskette auf die RAM-Disk kopiert wurde, deren verwendete DeskTop-Seiten NICHT vollständig belegt sind (muß stets eine durch 8 teilbare Zahl sein), hat man es bei der späteren Arbeit schwieriger; eine auf die RAM-Disk kopierte Datei erscheint immer an der ERSTEN freien Stelle. Bei drei vollständig gefüllten Seiten also auf Seite 4. Alles klar?
Wer ständig mit Stromausfällen zu rechnen hat - weil der kleine Bruder die Sicherung rausdrückt oder die Oma wieder Heizofen und Heizdecke zugleich benutzt - der sollte seine Dokumente auf Diskette bearbeiten; ich setze volles Vertrauen in mein E-Werk und habe auch keinen kleinen Bruder, so daß die Bearbeitung auf der RAM-Disk stattfindet.
Jetzt kommt allerdings der schon eingangs erwähnte Punkt: Wer das Sichern seiner Dokumente auf Disk versäumt und den Computer vom Netz trennt (es hilft auch kein fluchen mehr), hat schlicht und einfach Pech und darf mit der Arbeit noch einmal von vorne beginnen. Ich garantiere jedoch, daß diese Vergeßlichkeit nicht chronisch wird ...

Zur Gewohnheit werden lassen: Wenn Dokumente auf der RAM-Disk bearbeitet werden, zwischendurch mal auf einer "echten" Disk sichern - lieber öfter "überschreiben", als einen Datenverlust riskieren. (Aus Sicherheitsgründen sollte man bei einer 1541 nicht überschreiben, sondern vorher das File auf der Disk löschen!)

Nachdem sämtliche zur Arbeit benötigten Dateien auf der RAM-Disk gelandet sind, werden noch die zwei "echten" Laufwerke gefüttert. In Laufwerk C (inaktiv) kommt z.B. eine Diskette mit eventuell benötigten Fotoalben oder Font-Dateien, während in Laufwerk A die Datendiskette plaziert wird, also jene, auf der später das bearbeitete Dokument gesichert wird.

Eine Bemerkung am Rande: Wer häufig mit GEOS arbeitet, wird um eine übersichtliche Etikettierung seiner GEOS-Disketten nicht herum kommen, will er nicht eines Tages den Durchblick verlieren. Ich habe meine GEOS-Disketten in mehrere Hauptgruppen unterteilt:

 

Sicherheitskopien
(von Original-Disketten)

Arbeitsdisketten
(Dateigruppen, die für die jeweilige Anwendung zusammengestellt werden)

Datendisketten
(nur für Dokumente bestimmt) sowie

Bibliotheksdisketten
(welche Fotoalben oder Zeichensätze beinhalten)

Bei den Datendisketten erfolgt noch eine Unterteilung je nach Applikation, z.B. GeoWrite-Dokumente / GeoPaint-Dokumente / GeoCalc-Dokumente und so weiter ...
Auf jeder Datendiskette befindet sich die Datei RBoot, damit jederzeit (wenn erforderlich) ein schneller Neustart des Systems möglich ist.
Zum Etikettieren aller GEOS-Disketten (1541 Format) gibt es übrigens eine GeoFile-Datei mit speziellen Sublayouts auf der GeoThek-Disk Nr. 21.
Nach all diesen (durchaus sinnvollen) Vorbereitungen können wir nach Herzenslust arbeiten, will heißen: schreiben, zeichnen, kalkulieren, gestalten u.v.m. Die eben beschriebene Vorgehensweise ist natürlich nur ein Beispiel und nicht zwingend erforderlich.
Wie eingangs erwähnt, ist die Hardware-Konfiguration (Zusammenstellung) entscheidend für einen flüssigen Arbeitsablauf. Jeder gewählte Arbeitsschritt hängt letztendlich von der jeweiligen Gerätezusammenstellung ab.

Tips und Tricks

  • Sicherheitskopien stehen hier an erster Stelle. Also auf jeden Fall immer Backups von Datendisketten und anderen "Originalen" anfertigen.
     
  • Wenn auf der RAM-Disk gearbeitet wird: Öfter auf Diskette sichern - ein Stromausfall macht sonst die ganze Arbeit zunichte.
     
  • Arbeitsdisketten so gestalten, daß die verwendeten Desktop-Seiten möglichst "gefüllt" sind. Späteres suchen nach einer zusätzlich darauf kopierten Datei kann so vermieden werden. (Besonders sinnvoll beim Arbeiten auf der RAM-Floppy, da noch mehr Zeit eingespart wird).
     
  • Auf eine GeoPaint-Arbeitsdiskette BEIDE Maustreiber kopieren: 1351 und 1351s. Der erstere eignet sich besser zum Zeichnen, weil langsamer.
     
  • Datum und Uhrzeit immer gleich nach Systemstart einstellen (DeskTop-Uhr) - so zeigt der Kalender bei Aufruf sofort den aktuellen Monat an und Dokumente werden mit korrekter Datumsangabe gespeichert.
     
  • Auf alle Datendisketten (Dokumente) auch die Datei "RBOOT" kopieren - so ist nach verlassen des Systems (wohlgemerkt: OHNE Netztrennung) ein schneller Neustart mit LOAD "RBOOT",8,1 möglich.
     
  • Druckertreiber benötigen wenig Diskettenspeicher - ich halte mir deshalb immer eine reiche Auswahl auf meinen Arbeitsdisketten (unterschiedliche Anschlagsanzahl, mit und ohne Seitenvorschub, NLQ- und Interpolationstreiber usw.) Um bequem jeden gewünschten Druckertreiber auszuwählen, während in einer Applikation gearbeitet wird, benötigt man das Hilfsprogramm "Select Printer".
     
  • Dateien auf dem DeskTop am besten nach Dateiart ordnen - dies erspart auch unnötige Sucherei, man hat sofort "Alles im Blick".
     
  • Datei-Info-Fenster benutzen, um kurze Vermerke festzuhalten - besonders bei einer stattlichen Anzahl von Dokumenten kann dies sehr hilfreich sein. Wenn dann ein Überblick gewünscht wird, braucht man nur alle einzusehenden Dateien zu selektieren und Datei "Info" aufrufen.

 

-Rolf Stegmann-

 

 

 




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Letzte Änderung am 01.11.2019