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Der Schlüssel zum Layout: Das Seitenraster

Autor: H.D. Schwarz

(Hinweis vom Editor:
Die Seiten im Orginal-Layout findet Ihr am Schluß dieses Artikels!)

 

Alles DTP?
Desktop Publishing Programme teilt Peter Pfliegendörfer, im 64'er Magazin 4/89, in zwei Kategorien ein:
"Professionelle Software auf der einen Seite, Druckprogramme (oder Home- Publishing- Software) auf der anderen. ... Die Auflösung ist nicht das einzige Kriterium. Die Unterschiede liegen im Preis, in den Hardwarevoraussetzungen und im Komfort der Benutzeroberfläche, ... Ein Heimcomputer reicht für eine professionelle Anwendung zumeist nicht aus. ... Bleibt die Unterscheidung der Ausgabe-Hardware: Was für Matrixdrucker vorgesehen ist, betrachte ich als Druckprogramme, die Laserdrucker Software zähle ich zur DTP-Seite. ... Es erscheint nicht sonderlich sinnvoll, wahllos jede Text gemischt- mit - Grafik -Software als Desktop Publishing zu bezeichnen. ..."

Vom gleichen 64'er Redakteur stammt auch der folgende Ausschnitt, Heft 1/90: "Eine Zeitung hat aber nicht nur eine inhaltliche Seite, sondern auch ein äußeres Erscheinungsbild, auf das geachtet werden muß. Beim Titel fängt's schon an: einprägsam sollte er sein und jederzeit wiedererkennbar. Im Inneren braucht es eine Gliederung: nicht zu lange Zeilen, weil sonst das Auge zu schnell ermüdet, gute Überschriften als Blickfang und Einleitungstexte, damit Interesse geweckt wird, gut leserliche Schrifttypen, nicht zu oft gewechselt, denn der "Magen" des Auges füllt sich nur allzu rasch ... Auch Bildauswahl und Bildverteilung wollen wohlüberlegt sein: nicht zu viel, nicht zu wenig, ausgewogen plaziert ... Gleiches bringt man in jedem Heft wieder unter dem gleichen Logo ...."
Jeder der sich ernsthaft mit Publishing beschäftigt, sollte den vorstehenden Text zweimal lesen.

-ß-

 

Zeitungsmacher
Signet: Geos User Club e.V.


Der Schlüssel zum Layout:

Das Seitenraster
Unter Geos ist es die Master-Page

So wie nicht alles DTP ist, was sich so nennt, ist auch nicht alles eine Zeitung oder Zeitschrift, sobald nur irgendwie etwas auf Papier gedruckt wird. Keiner dürfte jemals eine 1-spaltig gedruckte Zeitung am Kiosk gesehen haben. Daß Zeitungen immer mehrspaltig angelegt sind, zudem die Breite aller Spalten auf den Millimeter gleich ist, kann jeder Laie schnell feststellen. Zumindest ahnen kann er auch, daß der Anordnung von Textblöcken und Bildern ein bestimmtes Ordnungssystem zugrunde liegen muß. Welches System dahinter steckt, soll hier verdeutlicht werden.

Die 'Master-Page' ist das, was im professionellen Geschäft 'Integriertes Seitenraster' heißt und ohnedem gibt es kein druckfertiges Layout. Die Aufteilung einer Seite in gleich große Felder entspringt grundsätzlich nicht unserer künstlerischen Ader, sondern dem Taschenrechner. Bevor mit einer Seitenaufteilung begonnen werden kann, muß die Schrift bekannt sein, die überwiegend verwendet werden soll: die 'Leseschrift'.

Schriftauswahl
Glücklicherweise stehen nur drei LW_ Schriften zur Verfügung, die als Schriftfamilie vorhanden sind; d.h. in verschiedenen Größen, Stärken und Lagen. Hier wurde die LW_Roma_GE gewählt, weil diese Schrift am engsten läuft und dadurch einen 3-spaltigen Umbruch als Standard ohne Schwierigkeiten zuläßt. Auf dem Laser-Writer wird diese Schrift als 'Times Roman' mit 300 dpi ausgegeben. Das ist zwar beeindruckend, nur, inwieweit das WYSIWYG-Prinzip dabei noch zum Zuge kommt, bleibt abzuwarten. Für einen Nadler-Ausdruck am geeignetesten ist immer noch die 'University_GE' , auch wenn es inzwischen mehr als 200 neue Schriften gibt. Davon können die meisten wunderbar für Anzeigenseiten oder Popart-Plakate verwendet werden, nur nicht für den redaktionellen Teil einer Zeitung. Es müßte zu Denken geben, daß selbst Boulevard-Zeitungen mit maximal 1/2 Dutzend Schriften auskommen.

 unterschiedliche Schrifttypen

Abb.1 Derart unterschiedliche Schrifttypen wird ein Sachkundiger niemals miteinander mischen, ausgenommen in einem Schriftenkatalog

Zoll- und Punkt-Messung
Wie bei Fachleuten üblich, werden unter GEOS die Schriftgrößen in 'Punkt' gehandelt. Leider stimmt der 'Geospunkt' mit keiner existierenden Norm überein. So liegt die angebliche 10p Schrift nahe bei echten 12p. Alles was Satz ist und in Punkt angegeben wird, wird wie folgt gemessen: Unterkante der Zeile, ohne Unterlängen, bis zur Unterkante der folgenden Zeile. Also nicht die Höhe einzelner Buchstaben ist mit der Punktangabe gemeint, sondern der eben beschriebene Abstand. Daraus erklärt sich auch die Tatsache, daß verschiedene Schriften mit gleicher Größenangabe, durchaus unterschiedliche Buchstabengrößen aufweisen können. Am Beispiel der LW_ Roma 10p und LW_Cal 10p wird das deutlich erkennbar. Zwar sind unter GEOS '10 Punkt' keine 10 Punkt, jedoch ist die Größe der mit 10 Punkt angegebenen Originalschriften gleich und beträgt 1/6 Zoll. Vom Fachmann werden für die Höhe eines Rasterfeldes 3-5 Zeilen zusammengefaßt und der Zwischenraum zum nächsten Feld mit einer Zeilenhöhe eingezeichnet. Die MP-Hilfslinien reichen dafür nicht aus und außerdem verhindert die riesige Breite der MP-Positionspfeile das Setzen eines Zwischenraumes, der kleiner als 7,5 mm ist.

Geos-Spezial-Raster
Unten bei 10 1/2 " angefangen, werden alle 2 " eine horizontale Hilfslinie gesetzt. Das ergibt bis zur Kopfzeile 5 gleiche Felder, in die jeweils 12 Zeilen einer 10p Schrift hineinpassen. Diese Grobteilung kann durch die übrig bleibenden Hilfslinien noch weiter durch 2, 4, oder 3 geteilt werden. Für die Teilung in der Breite werden 2, 3 und 4 Spalten bestimmt und zwar wieder nur mit jeweils einer Hilfslinie, ohne den Spaltenzwischenraum sichtbar anzugeben. Die Einstellung des Spaltenzwischenraumes erfolgt innerhalb des später gesetzten Layoutrahmens mit der Funktion -set gutters- auf die Positionen links 9, rechts 7, oben und unten 0. Rechts muß eine kleinerer Wert stehen, weil nach dem letzten Buchstaben noch ein Zwischenraum zum folgenden Buchstaben programmiert ist. Mit diesem Trick wird es möglich, einen sonst unter Geos viel zu breit gesetzten Zwischenraum zu umgehen. Soll eine Spalte umrandet werden, wird zunächst der Text auf die Standardbreite gesetzt. Die Umrandung ist bündig mit linker und rechter Textkante zu ziehen und anschließend der Text mit plus 4 , gleich 13 für links und 11 für rechts Abstand zum Layoutrahmen neu zu formatieren.

 Standskizze für Texte und Bilder

Abb.2 Layout = die Standskizze für Texte und Bilder

Aufwand und Nutzen
Es gibt weitere Schwierigkeiten unter Geos ein halbwegs akzeptables Seitenraster anzulegen. Besonders störend wirkt sich die ungenaue Satzweise der Hilfslinien aus. Die Pfeile sind nur in Schritten von 1/20 ", das sind 1,27 mm, zu bewegen. Das Lineal ist in 1/8" unterteilt und mit diesen Gegebenheiten eine Strecke durch 3 zu teilen, wird zum 'Blinde Kuh Spiel'. Natürlich ist allgemein bekannt, daß Geos und der C 64 keine Linotronic-Satzmaschine ersetzen. Im Klartext bedeutet das: Probeausdrucke und nochmals Probeausdrucke der Master Page, bis die Spalten wenigstens bei geschlossenen Augen gleich breit erscheinen.
Für eine laufend erscheinende Publikation, wie die GUP, lohnt sich der Aufwand in jedem Fall. Danach wird der Zeitaufwand für die Redaktion ganz erheblich reduziert.
Steht ein akzeptabeles Raster für die GUP einmal fest, können User ihre Beiträge druckfertig an die Redaktion liefern, sofern sie im Besitz von geoPublish sind. Ob es richtig ist, künftig alles von einem Laser ausgeben zu lassen, sei dahingestellt. Sicher wird der überwiegende Teil weiter den Matrixdrucker bevorzugen. Da die LW_Schriften einen schlechten Nadlerausdruck bringen, und umgekehrt, wäre ein Hinweis in der GUP hilfreich, wie die nächste Ausgabe gedruckt wird; vielleicht LW- und Matrix-Drucker gemischt?
Selbstverständlich ist der hier vorgeführte Wechsel von 3 auf 2 auf 4 Spalten reiner Unsinn, und ausschließlich zu Demozwecken erlaubt.

 

Dieter Schwarz

 

eine Faust - die Regeln Für Home-Druck-Fans:

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  1. Das Seitenraster ist das Skelett für jedes Layout. Je mehr Elemente (Rasterfelder) vorhanden sind, um so vielfältiger sind die Gestaltungsmöglichkeiten.
     
  2. Die Größe der Leseschrift dient als Maßstab für die Höhe der Rasterfelder und daraus hergeleitet die Höhe des Satzspiegels.
     
  3. Der Satzspiegel ist die bedruckte Fläche des Blattes. Drumherum liegt ein unbedruckter Rahmen.
     
  4. Weiße Flächen innerhalb und außerhalb des Satzspiegels gehören ebenso zu den Gestaltungsmitteln, wie Schriftart und Bildplazierung.
     
  5. Der sichere Tod eines noch so guten Layouts wird dadurch erreicht, daß alle weiß gebliebenen Stellen mit Bildchen aller Art (Kleingrafiken) zugepflastert werden.
     
  6. Vorhandene Bilder (Fotoalben) haben regelmäßig nie das Format, das in ein oder mehrere Rasterfelder paßt. Sie müssen deshalb passend bearbeitet werden, auch wenn es Mühe macht.
     
  7. Bilder die am Außenrand einer Seite stehen, dürfen nicht aus der Seite herausspringen, -sehen oder -fahren. Ebenso und ganz besonders muß ein Titelbild in das Heft hinein fahren und nicht heraus.
     
  8. Das Mischen unterschiedlicher Schriftarten, wie 'Antiqua' und 'Fraktur', sollte tunlichst unterbleiben. Wer Freude am Schrift-Mix hat, muß mindestens die Schriftklassifikationen kennen.
     
  9. Nur Meister ihres Fach's können die Regeln durchbrechen, es muß aber in der Tat ein Könner sein.
     
  10. Wer im Rahmen bleibt, sprich: sich an ein exaktes Seitenraster hält, hat die größte Chance für einen Insider angesehen zu werden.

 


 

Seiten im Orginal-Layout: Seite 1ZOOM     Seiten im Orginal-Layout: Seite 2ZOOM

 

 

 




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Ausgabe 09

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Letzte Änderung am 01.11.2019