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Geos-Schriften-Katalog

Autor: Burkhard Oerttel

Beim Geos-Treffen im Juni letzten Jahres in Aesch sprach mich ein Teilnehmer auf das immer wieder diskussionsträchtige Thema "Schriften für Geos" an und schlug vor, doch mal alle "brauchbaren" Schriften für Geos zu katalogisieren. Mit dem Katalog der "Optifonts" hätte ich ja schon einen ersten Schritt unternommen, jedoch sollten in einem erweiterten Katalog auch die anderen Schriften aufgenommen und vor allem klassifiziert werden, also Hinweise auf Einsatzmöglichkeiten etc. Angesichts der Fülle der mittlerweile für Geoworks verfügbaren Schriften schreckte ich vor dieser Aufgabe zunächst zurück, doch nun ist eine solide Basis erreicht, die für eine Veröffentlichung ausreicht.

Es gibt ja bekanntlich schon eine gedruckte Fassung der Geoworks-Fonts, um die sich Frank Böhm verdient gemacht hat. Sinn der Datenbank soll sein, die gedruckte Fassung zu ergänzen und das überreichliche Schriftenangebot überschaubar und vergleichbar zu machen. Durch die freie Sortierbarkeit in GeoFile lassen sich alle Daten beliebig sortieren, so daß man z.B. über die Referenzschrift eine vergleichbare Schrift findet, die aber besser mit Schnitten ausgestattet ist.

Zugegeben, ich habe nicht alle Schriften aufgenommen, denn dann wäre diese Arbeit zu sehr ausgeufert. Um im Katalog zu erscheinen, müssen die Schriften folgende Kriterien erfüllen:

  • Betriebssicherheit,
  • Vollständigkeit,
  • eindeutige ID-Zuordnung.

Zur Verdeutlichung dieser Prämissen hier ein kurzer Ausflug in die Historie der Geoworks-Schriften.
Als die ersten Geoworks-Pakete ausgeliefert wurden, gehörten gerade mal neun Schriften zum Lieferumfang. Zwar von ausgesprochen guter Qualität, aber leider zu wenig, um wirklich DTP damit zu betreiben. Mit der Version 1.2 kamen dann zwar 36 weitere Schriften hinzu, die aber auch nicht "das Gelbe vom Ei" waren - siehe weiter unten.

Zum Glück interessierten sich damals noch andere Software-Produzenten für Geos, so daß Micro Logic und Atech ihren Konvertierungsprogrammen Module zur Erzeugung von Geoworks-Schriften verpaßten. Während der Konverter von Micro Logic nur das hauseigene Fontformat als Basismaterial akzeptierte, war der Alltype-Konverter von Atech in der Lage, auch andere Fonts zu lesen und umzuwandeln. Das führte innerhalb kurzer Zeit zu einer Schwemme von PD-Fonts, indem einfach die diversen, am PD-Markt verfügbaren Truetype-Fonts in Geoworks-Fonts umgewandelt wurden - mit allen Problemen, die sich daraus ergaben.
Da wäre zuerst ein Manko des Alltype-Konverters zu nennen: Er kann nur "einschnittige" Fonts erzeugen, also solche, die nur einen Schriftschnitt pro Datei enthalten. Geos besitzt die Eigenschaft, in einer Datei vier Schriftschnitte unterbringen zu können: Grundschrift, fett, kursiv und fettkursiv. Die 1:1 aus Windows-Schriften umgewandelten Fonts können also nicht mit den Stilen aus den Schrift-Menüs benutzt werden; jeder Stil muß als eigener Font angewählt werden. Das selbe Manko haben auch die 36 Schriften des Geoworks-Fontpakets.

Ein weiteres Problem ergibt sich aus der mangelhaften Qualität vieler PD-Fonts. Nur wenige von ihnen sind wirklich konstruiert, die meisten sind einfach von Vorlagen abgescannt und mehr oder weniger gut in Vektorgrafiken umgewandelt worden. (Leider muß hierzu angemerkt werden, daß auch die 36 Geoworks-eigenen Ergänzungsschriften in diese Kategorie fallen.) Die schlechte "handwerkliche" Beschaffenheit der PD-Fonts wirkt sich negativ auf die Betriebssicherheit aus, denn die Font-Verwaltung von Geos ist ein Sensibelchen und verkraftet keine Fonts, bei denen ein Schnitt mehr als 64 kB ausmacht. Viele der schlecht getraceten Fonts liegen darüber, was durch eine sehr platzgreifende Speichermethode des Alltype-Konverters noch verschlimmert wird. Die Version 2 von Geos ist diesbezüglich noch empfindlicher geworden, so daß diverse Schriften, die unter 1.x noch halbwegs stabil liefen, mit dem Versionswechsel endgültig unbrauchbar wurden.

Größtes Übel aber ist der Zeichenumfang der PD-Fonts: Da sie überwiegend aus den USA stammen, verzichten viele Hersteller von PD-Schriften gern auf solche "Kuriositäten aus Übersee" wie Umlaute, Accents und das ß. (Was die wohl zu Fonts sagen würden, in denen $ und ¢ fehlen?) Andere Eigenwilligkeiten wie fehlende Leerschritte oder total veränderte Sonderzeichen-Belegungen möchte ich hier gar nicht weiter vertiefen. Sortiert man aus dem betriebssicheren PD-Angebot diese Unzulänglichkeiten aus, bleibt leider nur ein kläglicher Rest an wirklich brauchbaren Schriften übrig.

Zum Glück gab es aber in der Geos-Version 1.2 auch einen Schriften-Konverter, der in der Lage war, Nimbus-Schriften in das Geos-interne Nimbus-Format umzuwandeln - einschließlich der Zusammenfassung von vier zusammengehörigen Schnitten zu einer Fontdatei. Mit dessen Hilfe und nach energischer Vorarbeit mit einem Schrifteneditor unter Windows entstanden die "Optimismus-Fonts", die Werni Grieder vertreibt. Ich frage mich ernsthaft, warum bisher niemand außer mir auf die Idee gekommen ist, dieses Utility mal dazu einzusetzen, Ordnung auf den PD-Markt zu bringen. Die neue Fonts-CD aus den Staaten soll ja dem Vernehmen nach auch nur eine Zusammenfassung der schon bekannten und zum Teil berüchtigten PD-Fonts sein.

Die eindeutige ID-Zuordnung wird auch nicht von allen Konvertern erfüllt. So vergeben der Alltype-Konverter und seine Ableger ebenso wie der interne Konverter von Geoworks 1.2 willkürliche IDs. Würden die Fonts unter diesen IDs vertrieben, wäre das Chaos groß. Nicht einmal zwei User, die aus identischen Beständen Fonts selbst konvertiert haben, können Dokumente mit diesen Schriften austauschen. Darum fielen leider auch die an sich recht ordentlichen Schriften der "Fontastisch-CD" unter den Tisch. Ebenso verzichtete ich auf die Aufnahme der von diversen PD-Versendern einstmal vertriebenen Schriften, die im gedruckten GUC-Katalog noch aufgeführt sind, denn erstens bin ich mir nicht sicher, ob sie überhaupt noch lieferbar sind, zweitens sind es ohnehin fast ausschließlich Doubletten jener Fonts, die auch der GUC vertreibt. Zwar ist die Verfügbarkeit der Atech- und Micro-Logic-Fonts am Markt ebenfalls zweifelhaft, jedoch wollte ich auf sie nicht verzichten, angesichts der absolut mangelhaften Präsenz professioneller Fonts.

Eine weitere Gruppe von Fonts wurde nicht berücksichtigt - unabhängig von Qualitätsfragen: die Symbolschriften. Da eigentlicher Zweck des Katalogs die Vergleichbarkeit und Anwendungsbereiche von Schriften sein sollten, wäre die Aufnahme von Symbolfonts müßig gewesen.

Trotz der Einschränkungen ist der Katalog ein recht umfangreiches Werk geworden - wer Lust hat, kann mir gern Ergänzungen im CSV-Format zukommen lassen, die ich dann einarbeite und als Update über PD-Disketten oder Mailboxen verteile. Darin können sowohl Fonts enthalten sein, die ich einfach übersehen habe, als auch die absturzgeneigten oder unvollständigen, für die mit Hilfe der Referenzschriften Ersatz gefunden werden könnte.

Die Zuordnungen in der Rubrik "geeignet für" können nur subjektiv und grundsätzlich sein. Wenn ein Font als "bedingt für Korrespondenz geeignet" klassifiziert ist, kann er durchaus für private Schreiben verwendet werden, jedoch nicht so gut im geschäftlichen Schriftverkehr. Bei den Angaben zu "Referenzschriften" und "Schriftfamilie" habe ich es mir wirklich nicht leichtgemacht und diverse Standardwerke der Typographie zu Rate gezogen. Sollte hier jemand bessere Erkenntnisse besitzen, bitte ich um Nachsicht und Nachricht.

Ganz zufrieden bin ich mit dem Katalog noch nicht, denn das Wichtigste fehlt: eine optische Darstellung der Schriften. Aber das ist mit den Mitteln von GeoFile nun mal nicht machbar. Diesbezüglich hoffe ich auf die Datenbank-Engine, über die Walti Loos ja schon seit geraumer Zeit grübelt. Bis dahin bleibt nur der Verweis auf den ausführlichen gedruckten Katalog des GUC, der in seiner neuesten Auflage auch die Optifonts und die PrintWorks-Schriften enthält.

Geos FontkatalogZOOM

Burkhard Oerttel


Anmerkung:
Die GeoFile Datei "Geos Fontkatalog" ist in den Datennetzen zu finden und wird auf der nächsten PD Disk zur GUP 51 enthalten sein; für die CD kam der Beitrag leider etwas zu spät an.

 


 




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Letzte Änderung am 01.11.2019