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Leserbriefe

Autoren: Jürgen Heinisch, Werner Weicht, Niko Malecki, Wolfgang Gaida, Helmut Rerig, Klaus Löbiga, Klaus Löbig, Thomas Schinzinger

Zum Artikel "GEOS im Wandel der Zeit" in der GUP 53
Der Artikel beschreibt in konkreter Zusammenfassung die derzeitige Situation im gesamten GEOS-Bereich. Auch diesem Artikel ist anzumerken, daß sich alle Welt heute offensichtlich hauptsächlich nur noch mit dem Computersystem PC beschäftigt. Dreiviertel des Artikels gehen auf die mit PC GEOS verbundenen Probleme ein.

Natürlich ist klar, daß sich die Technik ständig weiterentwickelt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, daß mit den Neuerungen nicht automatisch die bisherige Technik verschwunden ist. Die bisherige Technik existiert selbstverständlich weiter und erfüllt weiterhin zufriedenstellend die Aufgaben der Anwender.

Hersteller richten sich ausschließlich nach der Wirtschaftlichkeit. In dieser Beziehung gilt heute nur der Weltmarkt. Alles was sich nicht nach einer nach Millionen zählenden Stückzahl rechnet, wird eingestellt. Der C64 ist ein Opfer solchen Denkens. Nach dem Konkurs des Herstellers Commodore findet sich bis auf eine Firma niemand bereit, für dieses Computersystem weiter zu produzieren. Auch aus der Fachweltpresse ist der Commodore verschwunden, was sich sofort sehr nachteilig ausgewirkt hat. Seit der Umstellung der 64'er auf die PCgo! fehlen jegliche systembezogenen Informationen. Die 64'er-Beilage zur PCgo! ist nur als Farce und Alibi zu bezeichnen. Damit fällt automatisch der Zweckvereinigung der GEOS-Anwender die alleinige Funktion der Information, Werbung und Koordinierung der Weiterentwicklung zu. Denn ob es die Go64! schafft ein Ersatz für die 64'er zu werden, ist zwar zu hoffen, bleibt aber abzuwarten.

Ich halte es daher für notwendig, daß die GEOS 64/128-Anwender und Programmierer noch enger als bisher zusammenrücken. Die bisherigen Eifersüchteleien und die bisherige Abgrenzungspolitik hat sich überlebt. Es ist höchste Zeit für den angedachten GEOS-Dachverband. Alles andere schadet sämtlichen GEOS-Anwendern. Als C64 User halte ich es weiter für notwendig, daß die verbliebenen Anwender des 8-Biters sich auch dem GUC gegenüber artikulieren, die weitere Verwendung des Systems offenlegen, Programmwünsche darstellen und ihre Mitarbeit zum Nutzen aller anbieten.

 

Wolfgang Gaida

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GEOS im Wandel der Zeit, oder ... wie ein Clubmitglied die Situation sieht
Es stand ja in der GUP 52 "schwarz auf weiß", die Hinweise sollten "ketzerisch" sein und zur Meinungsäußerungen herausfordern.
Nun denn, was auch immer der Chefredakteur unter "ketzerisch" versteht, der Artikel strotzt reichlich von fehlender Sachkenntnis der C64/128- Szene.

Von einem Chefredakteur einer Clubzeitschrift erwarte ich zumindest eine motivierende Ansprache, was hier zur Papier gebracht wurde, ist exakt das Gegenteil. Erstaunlich ist das für mich eigentlich nicht, führt doch der Umgang mit nur einem System fast automatisch zur einseitigen Beurteilung der Situation. Ist nicht weiter tragisch, nur sollte dann der Blinde nicht von der Farbe reden.

So ist der Anteil der C64/128-User keineswegs klein, bzw. besteht er aus einer kleinen Zahl "hartnäckiger Freaks", wie es im Artikel heißt. Was GEOS anbelangt, ist der Anteil der Anwender mit Sicherheit größer als im PC-Bereich. Heißt also meistens: wenn von GEOS geredet wird, dann ist der Commodore gemeint und nicht der PC. Und dann der ganz "dicke Klops", wo es heißt: kaum Hardware, kaum Ersatzteile.

Mein lieber Herr Chefredakteur, es gab zu keiner Zeit eine so hervorragende Hardware für dieses System, wie zur Zeit. Von der 3.5"-Floppy über Speichererweiterungen bis 16 MB, Festplatten, CD-ROM-Laufwerken bis zu Beschleunigern mit 8 und 20 MHz. Ganz zu schweigen von der exzellenten Software wie z. B. CLI, Manager, GeoDOS oder Gateway.
Auch konnte bis jetzt jedes defekte Gerät repariert werden, vom Ersatzteilmangel kann keine Rede sein. Nicht zu übersehen ist, daß die Geräte-Ausstattung der Commodore-User häufig auf einem recht hohen Niveau ist und alleine schon deshalb kein allzugroßer Bedarf an Neuanschaffungen vorliegt. Ganz im Gegensatz zum PC-Bereich, wo man "alle naselang" zu Aufrüstungen der Geräte gezwungen wird.

Hier zeigt sich ganz deutlich der Informationsmangel der dem GUP-Artikel zugrunde liegt. So etwas kann den Redakteuren der "GO64!" nicht passieren. Dort wird sehr sorgfältig recherchiert, um die Leser mit bestmöglichen Infos zu versorgen. Von einer "verzweifelten Reaktivierung" eines angeblich nicht vorhandenen Marktes, wie es im Artikel heißt, kann wohl kaum die Rede sein. Die Hauptaufgabe ist hier die Versorgung der Leser mit Infos aller Art rund um den C64/128, eher mehr als weniger.

Besonders gut gefiel mir der Satz: "verblendetes Scheuklappendenken nützt hier keinem", wie wahr, wenn man alles nur durch die "PC-Brille" sieht (bzw. nicht sieht). Mit solchen Worten können in der Tat zahlreiche C64/128-Clubmitglieder verärgert werden. Und diese werden mit Sicherheit eher den GUC verlassen, als ihr System aufgeben.

Es ist hier wie beim Heimwerken, wenn ich nur bohren und sägen will, dann kaufe ich bestimmt keine Nutfräse oder Drechselbank. Und da lasse ich mir meine Bohrmaschine und Säge nicht "miesreden", nur weil sie nicht fräsen und drechseln können. So einfach ist das.

 

Niko Malecki

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aus dem GUC BTX Forum

Antwort auf: Rauh, aber herzlich
Die Äußerungen Nikos zu "dem" Artikel in der GUP 52 (Anm: aus dem BTX Forum) sind genau in dem Ton gehalten, den ich nicht mag, der aber in der schwindenden 64er-Gemeinde leider immer häufiger zu vernehmen ist. Was steht in der GUP? Daß die Zahl der C64-Aktiven bzw. Geos User immer geringer wird (Seite 2 unten rechts) und das man über die Folgerungen daraus nachdenken sollte (Seite 4 Mitte).
Das eine ist eine Tatsache, die z. B. an der geringer werdenden Zahl der Pinwandbeiträge hier, bei WGrimm und dem WDR abzulesen ist, das andere ist eine wohlbegründete Meinungsäußerung. Man löst das Problem nicht, indem man diejenigen, die es beim Namen nennen, steinigt. Bei aller Liebe zum Brotkasten ist also Mäßigung und Objektivität geboten, sonst sind die Inquisitoren bald alleine.

 

Klaus Löbiga

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Gegendarstellung zum Beitrag der GUP 52
Zu dem Bericht vom T. Haberland "Geos im Wandel der Zeit" möchte ich gerne Stellung nehmen. Habe ich doch die Hoffnung, daß man von der GUC-Zentrale auch den Mut hat, eine gegenteilige Meinung zu veröffentlichen.

"Durch die große Verbreitung der PC-Rechner und dem Verschwinden der Fa. Commodore, kann sicher nicht erwartet werden, daß der Rechner C64/128 noch zunehmende Marktchancen hat. Soviel Realismus ist auch den C64/128 Usern nicht abhanden gekommen".

Die Aussage: "für diesen Rechner sei kaum mehr Hard.- Software erhältlich", ist jedoch völlig falsch.
Zu keiner Zeit war es so günstig an gute Hard- /Software zu kommen wie heute. Gerade in den letzten 5 Jahren ist die Entwicklung auf dem Gebiet der Hardware enorm vorangeschritten. Bei der Hardware sei nun an die HD, RL, FD, CD-Rom, Flash8- Speeder, Super_CPU, SwiftLink, Data Blast, und Modem bis 28.800. Bd., bei der Software an: "GeoFax", "GeoDOS", "GateWay", "BTX-Dekoder" und "QWKRR V5.0" und auch "Banking 128" erinnert.

Die vielen anderen Produkte gar nicht genannt. Wer sich nach Ersatzteilen umsehen will, schaue nur in die einschlägigen Zeitschriften wie "Computer-Flohmarkt" oder "Reviermarkt", hier gibt es jede Menge Angebote.

Die C64/128- Szene ist gemischt aus Anwendern, Programmierern, Tüftlern /Bastlern und daraus entstehenden Kombinationen. Das System ist überschaubar und fast bis in den letzten Winkel durchforscht. Wer heute noch mit diesem Rechner arbeitet, macht das bewußt und nicht weil er einen PC nicht beherrschen oder bezahlen könnte.

Wie beliebt dieser Rechner ist und wie andere die Situation beurteilen, mag man erkennen an den vielen Nachrichten, die zu diesem System im DFÜ-Netz rumschwirren. Auch die vielen 64'er Emulatoren sprechen für sich.

Wer behauptet, es sei ein System, das nicht mehr lebendig ist, nur weil er von den Usern keine Meldungen über ihre Aktivitäten erhält, beurteilt die Lage völlig falsch.
Es wird auch niemand einen Menschen für tot erklären wollen, nur weil er sich momentan nicht bewegt.
Die Zeitschrift 64'er soll, bevor sie ihre Druckausgabe einstellte, ca. 10000 Abonnenten gezählt haben. Hätte der GUC nur 1/4 dieser Abonnenten, stände der Club sicher wirtschaftlich wesentlich besser da.
Wenn der Bericht "Geos im Wandel der Zeit" die Meinung des GUC ist, dann wird es mich nicht wundern, wenn bald die User des C64/128 den GUC verlassen, oder ist das gar die Absicht?

 

Helmut Rerig

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Leserbrief zum Artikel "Geos im Wandel der Zeit"
Der Artikel von Thomas Haberland in der GUP 52 hat mich dazu bewegt, einen Leserbrief zu schreiben, da ich die gegenwärtige Situation nicht so pessimistisch einschätze wie er. Es ist wohl jedem klar, daß der Markt für den C64 nicht überwältigend ist. Es gibt allerdings noch einige Anbieter, die Hardware und Ersatzteile verkaufen. Wäre es nicht sinnvoller, solche Adressen den Anwendern zugänglich zu machen, anstatt zu schreiben, daß es kaum Ersatzteile gibt. Hier geht Martin Kopetzky mit seiner KOMAdat-Liste mit gutem Beispiel voran.

Ist die Entwicklung beim C64/128 etwa stehengeblieben? Die Firma CMD entwickelt Produkte wie zum Beispiel die SuperCPU. Seit neuestem ist ein Programmstart direkt vom CD-Rom Laufwerk möglich. Ist dies etwa kein Fortschritt? Softwaremäßig sind für den C64 immer wieder neue Programme erhältlich, wie zum Beispiel GeoDOS V 2.3 oder das neue Geofax. Es dürfte auch einleuchtend sein, daß Produkte für den C64/128 preislich nicht mit dem PC mithalten können. Aber wie oft wird eine SuperCPU gekauft?

Ein Prozessor für einen PC ist nach mehreren Monaten nicht mehr aktuell. Die C64/128 Hardware genügt aber Jahre lang, um damit ordentlich zu arbeiten. Der C64/128 muß gerade deshalb mit guter Hardware wie z. B. Speichererweiterungen ausgerüstet werden. Ich selbst habe mir vor einigen Wochen eine HD 100 zugelegt und bin mit der Leistung sehr zufrieden. Jetzt ärgere ich mich, weil ich die Festplatte nicht schon viel früher gekauft habe. Im Vergleich zum PC hält sich der Bedarf an KB beim C64/128 in Grenzen. 8 MB Hauptspeicher sind heute auf einem PC schon Standard, der bald wieder überholt ist. Die RAM Option für die SuperCPU bietet die Möglichkeit, den Speicher des Computer günstig mit SIMM's für den PC aufzurüsten. Und das bis zu 16 MB!

Briefe und Glückwunschkarten kann ich auf meinem C128 ebenfalls in einer guten Qualität ausdrucken. Dazu brauche ich keinen PC. Klar, der C64/128 ist ohne Erweiterung langsamer als ein PC. Aber der Computer ist mein Hobby. Deshalb ist hier die Zeit zweitrangig.

Für mich jedenfalls bleibt immer noch die Hoffnung, daß die Entwicklung von Software auf dem C64/128 weitergeht. Wenn ich in der GO64! lese, welche Möglichkeiten die SuperCPU den Programmierern bietet, wie z. B. die beliebig verlegbare Zeropage, dann besteht für mich kein Zweifel daran. Es gibt bestimmt viele Programmierer, die lieber auf einem C64/128 arbeiten als auf einem PC, da dieser aufgrund der komplizierten Hardware aufwendiger zu programmieren ist.

Ich jedenfalls werde noch lange bei meinem C128 D bleiben. Ich habe sogar einen zweiten in Reserve, falls mein alter einmal nicht mehr Funktionieren würde, was ich aber nicht hoffe.

 

Thomas Schinzinger

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Leserbrief
Dramaturgisch ist der Abgesang auf die C64-User gar nicht schlecht, wenn auch - für meinen Geschmack - etwas zu dick aufgetragen. Oder ist es Zufall, daß gerade jetzt ein C64-Programm "negativ und kritisch" bewertet wird (gemeint ist der "Home Manager")? Ein bißchen mehr Kritik und Objektivität hätte bei der Vorstellung von Software bisher schon gut getan. Der Schwund im "Commodore-Bereich" (wie Ihr es nennt) ist meines Erachtens logisch und unumkehrbar. Wer den Computer nicht nur als Spielerei auf höherer Ebene betrachtet (man verzeihe mir die Wortwahl), sondern vor allem als nützliches Hilfsmittel, der kommt am PC gar nicht mehr vorbei. Und wer sich schon einen PC zulegt, der bleibt ganz sicher nicht bei "Geoworks" (oder wie immer auch diese Software künftig heißen mag) stehen. Ich halte es deshalb als eine Art Bestandsschutz für den GUC für sehr wichtig, den verbleibenden Commodore-Bereich zu hegen und zu pflegen, wo es nur geht.

Ernsthaft überlegen sollte man zudem, ob man den GUC nicht auch für andere Systeme öffnet, zum Beispiel für das rote Tuch "Windows". Ihr habt das Thema ja schon einmal in einer der vorhergehenden GUP-Ausgaben angesprochen. Die seinerzeit hierzu veröffentlichten Meinungen waren ablehnend. Die angegebenen Gründe kann ich einerseits akzeptieren, doch die Konsequenz ist auch zu bedenken: eines Tages, in nicht allzuferner Zukunft, werden die verbliebenen Clubmitglieder auf ihrem Jahreshaupttreffen nur noch in Erinnerungen an frühere Zeiten schwelgen, jede Aktivität ist erloschen. Eine eigene Clubzeitung kann man sich nicht mehr leisten und von der Teilnahme an E-Mail und Internet wurde man wegen veralteter und störender Hilfsmittel schon lange de fakto ausgeschlossen. Aufwachen! War nur ein Alptraum! (???)

 

Klaus Löbig

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Ist der C64/128 am Ende?
Aufgrund des Artikels "Geos im Wandel der Zeiten" von Thomas Haberland in der letzten GUP und als Antwort auf einen Leserbrief von Klaus Löbig in dieser Ausgabe, der mir freundlicherweise im Vorfeld zur Verfügung gestellt wurde, sind an dieser Stelle einige Ausführungen meinerseits erforderlich.

Dem Grundgedanken von Thomas Aussagen kann ich ja noch zustimmen. Doch sind es einige Formulierungen, die mir unangebracht, ja teilweise sogar falsch erscheinen.

Klar, der Bereich C64/128 wird in absehbarer Zeit immer geringer werden. Das ist schon aus Grund der fehlenden Ersatzteile bzw. Hardware (hier ist der C64/128 an sich gemeint) absehbar. Es wird zwar auf dem Gebrauchtwarenmarkt noch einige Zeit möglich sein, Ersatz zu beschaffen, doch irgendwann ist auch diese Quelle erschöpft.

Auf der anderen Seite gibt es heute aber noch eine Reihe von Anwendern, die mit C64/128 arbeiten und auch damit zufrieden sind. Dazu kommt, das erfreulicherweise gerade in letzter Zeit eine Reihe neuer, leistungsfähiger Programme für den "Kleinen" erschienen sind. Ich verzichte hier auf eine Aufzählung, damit ich niemanden vergesse. Auf dem Gebiet der Zusatzhardware sieht es auch nicht so schlecht aus. Es gibt nach wie vor Laufwerke, Ram-Erweiterungen (siehe auch CMD-News) usw. Die relativ hohen Preise einiger CMD-Geräte fallen hier nicht so sehr ins Gewicht. Will ich hardwaremäßig beim PC einigermaßen aktuell bleiben, ist im Prinzip spätestens alle 2 Jahre ein neuer PC fällig.

Argumente wie "massive Präsenz des PC" oder "Computer als nützliches Hilfsmittel, nur auf PC" (siehe Lesebrief von Klaus) kann ich so nicht gelten lassen. Der C64/128 und Geos ist für mich ein Hobby, an dem ich auch Spaß haben will. Da ist es mir relativ egal, wenn die Bearbeitung eines Dokuments etwas länger dauert. Außerdem kann ich hier noch überschauen, was geschieht. Qualität läßt sich bei richtiger Hard- und Software auch auf C64/128 erreichen.

Mit dieser Aussage soll keineswegs der C64/128 in den Himmel gehoben oder der PC verteufelt werden. Nein, auch bei mir steht neben dem C128 für bestimmte Aufgaben ein PC. Hauptarbeitsgerät wird aber auf absehbare Zeit der C128 mit Geos bleiben.

Das größte Problem mit diesem Artikel habe ich mit einigen Formulierungen, durch die der Eindruck entstehen kann, ein paar übriggebliebene, ewig gestrige bleiben noch beim "toten" Commodore-System. Das ist besonders schlimm, wenn dieser Eindruck durch einen Artikel eines Hauptverantwortlichen des GUC ausgelöst wird.

Zum Schluß möchte ich noch direkt auf den Leserbrief von Klaus Löbig eingehen. Mit Dramaturgie oder gar Planung hat das Zusammentreffen von Thomas' Artikel und meinem Test (HomeManager) wirklich nichts zu tun. Das mein Bericht gerade in dieser GUP-Ausgabe zu lesen war ist eher Zufall, da meinerseits eigentlich ein anderer Testbericht (PrintText) für GUP 52 vorgesehen war. Durch verschiedene Ursachen wurde dieser aber leider nicht rechtzeitig fertig, so daß er "erst" in dieser Ausgabe erscheinen kann. Andererseits habe ich hier noch einige andere Produkte zum Testen vorliegen, so daß die Auswahl wohl eher zufällig auf HomeManager gefallen ist.

Ich gebe zu, daß ich dazu neige, die positiven Seiten der mir zum testen vorliegenden Hard- und Software besonders hervorzuheben. Dabei sollen aber auf keinem Fall Schwachstellen oder gar Fehler verschwiegen werden. Auf der anderen Seite geht ein Tester immer von seinen eigenen Vorstellungen von einem Programm aus. Auch lassen sich nicht immer alle Funktionen bis ins kleinste testen, da ich nur von der Hardwareausstattung meines Systems ausgehen kann. Trotzdem versuche ich natürlich immer, so objektiv wie möglich zu bewerten.

Es spricht absolut nichts dagegen, wenn jemand anderer Meinung ist als ich, dies auch in der GUP zum Ausdruck zu bringen. Das wäre für die Leser auch bedeutend besser, da verschiedene Ansichten oder Wertungen einen besseren Überblick für den Leser bieten. Doch leider finden sich nur noch sehr sehr wenige, die überhaupt für den Commodore-Bereich in der GUP schreiben.

 

Werner Weicht

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Home-Manager Test oder Abgesang auf Geos 64/128?
Gibt es Zukunftssorgen in allen GEOS Bereichen?

Es ist richtig, daß wir die Situation im Bereich GEOS 64/128 in den letzten Ausgaben der Geos User Post kritisch und bewußt provokativ angesprochen haben. Ein Ende der GEOS 64/128 Ära ist aus unserer Betrachtung nicht erkennbar. Klar geht die Szene zurück. Ebenso ist klar, daß wir diese mit guten Meldungen fördern wollen und dies auch gerne tun. Wenn aber ein Programm wie Home-Manager kein gutes Urteil verdient, dann werden wir nicht um der Szene Willen künstlich die Bewertung anheben. Die Anwender haben schließlich ein Recht darauf, ihre Kaufentscheidung, die aufgrund eines unserer Testberichte getroffen wurde, auch bestätigt zu sehen und sie dürfen nicht das Gefühl bekommen, auf eine Bauernfängerei hereingefallen zu sein.

Gerne veröffentlichen wir aber auch einen Testbericht zum gleichen Produkt, wenn sich durch eine andere Ansicht andere Bewertungen erkennen lassen. Die Geos User Post bietet den Platz dafür.

Schon lange beobachten wir die stark rückläufigen Anwenderzahlen in allen GEOS Bereichen. Mit immer wieder neuen Überlegungen und Aktionen versuchen wir die Tendenz zu bremsen. An eine Umkehr der Richtung ist gar nicht zu denken.
Die Geos User Post wurde im Dezember 1994 von fast 3.000 Mitgliedern gelesen und weitere 1.000 Kunden erhielten ein Werbeexemplar kostenlos zugestellt. Seither sinkt die Zahl der GUP Leser, inzwischen auf unter 1.000. Auch wenn man die Kunden der letzten 12 Monate (ca. 300) und die Mitglieder in anderen GEOS Anwender Gruppen (ca. 500) hinzuzählt, wird nicht einmal 50% der Höchstzahl erreicht. Etwas besser sieht die Statistik aus, wenn man die Anwender der Online Medien (T-Online, GeosNet, Internet) hinzuzählt. Hier tummeln sich viele Anwender, welche die Szene nicht durch eine Mitgliedschaft unterstützen wollen.

Wären die Verantwortlichen des Geos User Club einem kommerziellen Druck ausgesetzt, so hätten diese schon längst das Handtuch geworfen oder den Club auf anderen Systeme umgewandelt. Glücklicherweise ist dies nicht notwendig und die Situation wird auch nicht eintreten. Unabhängig von der Zukunft aller GEOS Bereiche wird der Geos User Club das bleiben, was bei seiner Gründung im Clubsystem verankert wurde. Daraus resultiert, daß andere Software, Betriebssysteme und Hardwarekomponenten nur soweit von Interesse sind, als das GEOS Anwender diese sinnvoll zur Ergänzung und Unterstützung der GEOS Plattformen sinnvoll benutzen können.

Unterzieht man GEOS einer wirtschaftlichen Betrachtung, so ist das Ergebnis katastrophal. Das sieht bei allen anderen Betriebssystemen, welche im Homebereich eingesetzt werden, nicht anders aus. Schade ist natürlich, daß gerade bei der Betrachtung aus unternehmerischer Sicht GEOS weitgehend die rote Laterne bekommt. Das Argument der nicht notwendigen Hardwareaufrüstung zählt in diesen Tagen am wenigsten.

Es sind also andere Gründe, die GEOS Anwender erzeugen. GEOS ist einfach anders. GEOS ist nicht perfekt. GEOS fehlt es an Zubehör, sowohl auf der Hardware- als auch auf der Softwareseite. Genau an dieser Stelle setzt das Hobby GEOS ein. Tägliches experimentieren mit GEOS bringt neue erklärbare Erkenntnisse und ganz nebenbei kann man sogar mal einen Brief schreiben, eine Einladung drucken, seine Feuerwehrautos verwalten oder die Finanzlage mit einer Tabelle durchrechnen. Was also will der Hobbyist GEOS mehr? Spaß haben natürlich ! Dies kommt bei allen GEOS Anwender Treffen, wie z. B. dem Jahreshaupttreffen 1997 des GUC nicht zu kurz. Also schnell anmelden und nicht wieder vergessen !

Spaß, Hobby und GEOS hängt nicht von der Anzahl der Benutzer ab, sondern von der Ausdauer. Unsere GEOS Anwender haben diese typische unendliche Ausdauer.

 

Jürgen Heinisch

 

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 53

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letzte Änderung am 01.01.1970