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Super CPU - Betriebserfahrungen ...

Autor: Wolfgang Gaida

Ich benutze die Beschleunigerkarte Super-CPU seit acht Monaten. In dieser Zeit habe ich einige Erfahrungen mit der Super-CPU und den von mir und wahrscheinlich auch vielen GEOS 64 und 128 Anwendern am meisten verwendeten Programmen gesammelt, die ich auf diesem Wege weitergebe.

Zum allgemeinen Verständnis zunächst meine Hardware-Konfiguration:
C= 64-C, Super-CPU mit Super-CPU DOS V 1.32 , RAM Link mit RL DOS 2.04 und 16 MB RAM, 2 x Lfw. 1541-II, Lfw. 1581, Drucker NEC P 6.

Beschreibung der Super CPU
Die Super CPU befindet sich in einem stabilen Stahlblechgehäuse in computerbeiger Farbgebung. Das Gehäuse hat in etwa die Größe des RAM Link Gehäuses, steht jedoch aufrecht und hat daher die doppelte Höhe. Die Schalter und Funktionsanzeigen des RAM Link werden dadurch teilweise optisch verdeckt.

Sämtliche Bedienungselemente der Super CPU befinden sich auf der Oberseite des Gehäuses. Links befinden sich drei Knebelschalter. Mit dem ersten Schalter von links wird die gesamte Beschleunigerkarte ein- oder ausgeschaltet. Beschriftung: UNIT ENABLE / DISABLE.
Mit dem mittleren Schalter wird das bereits in die Super CPU eingebaute Betriebssystem JiffyDOS ein- oder ausgeschaltet. Beschriftung: JIFFYDOS ENABLE / DISABLE.
Mit dem dritten Schalter wird zwischen dem Beschleunigungsmodus mit 20 MHz und dem Normalmodus mit 1 MHz umgeschaltet. Beschriftung: SPEED TURBO / NORMAL. Die Schalter für Jiffy DOS und SPEED können jederzeit während des Betriebes betätigt werden.

Rechts neben den Schaltern befindet sich eine rote LED, die den Turbomodus optisch anzeigt. Sie erlischt, wenn der Speed mit dem Schalter zurückgeschaltet wird oder Diskettenzugriffe stattfinden. Ganz rechts ist ein zweistufiger Resetschalter eingebaut. Bei kurzem Drücken des Schalters wird ein NMI-Interrupt ausgelöst, der der Funktion der RESTORE-Taste im BASIC-Betrieb gleicht. Wird die Taste mindestens eine Sekunde gedrückt, erfolgt ein vollständiger Reset.

Hardware Installation
Die Hardware Installation erfolgt durch Zusammenstecken des C=64, der Super-CPU und des RAM Link. Die Super-CPU wird dabei direkt in den Expansionsport des Rechners eingesteckt. Das RAM Link anschließend in den durchgeschleiften Port der Super-CPU. Dabei ist darauf zu achten, daß sämtliche Geräte ausgeschaltet sind. Alle Anschlüsse passen hervorragend ineinander. Nach der Anleitung darf die Super-CPU dabei nicht über eine Expansionsportweiche an den Rechner angeschlossen werden, sondern muß direkt in den Rechner eingesteckt werden. Der bisher bei Betrieb des RAM Link erforderliche Jumperclip entfällt bei Verwendung einer Super-CPU. Dies allerdings nur so lange, wie die Super-CPU im eingeschalteten Zustand, Schalterstellung UNIT ENABLE, verwendet wird. In Schalterstellung UNIT DISABLE sind die Funktionen der Super CPU vollständig abgeschaltet und das RAM Link wird vom Rechner als direkt angeschlossen betrachtet. Nur für diesen Fall ist der Jumperclip weiterhin erforderlich, wobei sich die Hardware-Installation dann etwas umständlicher darstellt, weil der Clip durch die Super CPU durchgefädelt werden muß. Die Hardware-Installation gestaltete sich bei mir problemlos. Ich verwende das angeschlossene RAM Link ohne den Jumperclip. Ram Link funktioniert einwandfrei.

Die Anleitung weist darauf hin, daß durch den zusätzlichen Strombedarf manche Netzteile des C= 64 an der Kapazitätsgrenze angelangt sind und der Betrieb einer Super CPU die Standzeit des Netzteils verkürzen kann. Bei mir sind bisher keine Schwierigkeiten mit dem Netzteil aufgetreten.

Software Installation:
Für den Betrieb der Super CPU ist es erforderlich, daß das auf 1 Mhz ausgerichtete GEOS an die Beschleunigerkarte angepaßt wird. Die Software wird dabei im 1-Mhz-Modus gepatcht. Es werden die Datei GeoBoot und der verwendete Maustreiber angepaßt. Es entstehen die Autoexec-Datei SUPERGEOS und ein veränderter Maustreiber. Der Vorgang erfolgt über ein eigenes Patchprogramm mit der Bezeichnung SuperInstall. Die Patches gelten nur für die GEOS-Versionen 2.0 und 2.0r. Nach dem Start der SuperInstall-Datei vom Desk Top aus erscheint ein Bildschirm, in dem die notwendigen Optionen eingestellt werden können. Die CMD Smart Mouse und die 1351-Maus werden automatisch erkannt und voreingestellt. Bei Bedarf können diese Preferenzen verändert werden.

Ebenfalls werden in dem Bildschirm die angeschlossenen Laufwerke angezeigt. Es kann selektiert werden, auf welchem Laufwerk die Installation durchgeführt werden soll. Mit Klick auf den Install-Schalter wird der Patch-Vorgang gestartet.

Ich habe die Installation in einer Partition des RAM Link durchgeführt. Der Programmablauf erfolgte einwandfrei. Auch die von mir mit GeoMakeBoot erstellte Datei Geos Boot wurde zufriedenstellend gepatcht.
Allerdings sollten die eventuelle vorhandenen Programme Ram Process und File Browser vorher gelöscht werden. Ich habe festgestellt, daß sie durch den Patchvorgang ebenfalls verändert werden. Bei dem ersten Patchvorgang habe ich die Dateien in der Partition belassen, wodurch mein System anschließend nicht mehr bootfähig war.

Betrieb mit RAM Link
Der Betrieb mit RAM Link erfolgt bis jetzt einwandfrei und ohne Störungen. Durch den Betrieb mit der Super CPU wurden die Zugriffszeiten des RAM Link ebenfalls beschleunigt. Beide Geräte sind ab einer RL DOS-Version 2.x kompatibel. Meine RAM Link besitzt die DOS-Version 2.04.
RAM Link mit einer DOS Version 1.x können mit einem Upgrade auf die Version 2.x kompatibel eingerichtet werden.
Im BASIC-Betrieb ist der Jiffy-DOS Befehl <"Klammeraffe"CP1> sehr hilfreich. Mit diesem Befehl kann eine bestimmte Partition selektiert werden. Vorher ist mit der Tastenkombination CTRL ] und D ] die Gerätenummer des RAM Link zu wählen.

Zusammenarbeit mit anderen Programmen
Meine Boot-Partition habe ich mit Ram Process, File Browser und Manager V 2.7 eingerichtet. Beim Booten im 20-MHz-Modus bestehen dabei Probleme mit den Autoexec-Dateien Ram Process, File Browser und Init Boot des Manager V 2.7. Bei der Abarbeitung der Dateien bleibt der Rechner in unterschiedlichen Stadien hängen. Zur Verfügung stehen mir Ram Process V 1.92 und 2.032.
Im 1-MHz-Betrieb treten diese Probleme nicht auf. Ich verwende deswegen zum Booten den 1-MHz-Modus, um nicht auf die Dateien verzichten zu müssen. Nach dem vollständigen Booten schalte ich auf 20 MHz um. Danach funktionieren Ram Process, File Browser und Manager einwandfrei. Es wäre wünschenswert, wenn das Timing der genannten Programme an die Bedingungen von 20 MHz angepaßt werden. Ohne die drei genannten Programme bootet das System einwandfrei mit 20 MHz.

Bei der allgemeinen Arbeit ist der Geschwindigkeitszuwachs erheblich. Windows, Menüs, Boxen, Requester, und Fehlermeldungen erscheinen schlagartig am Bildschirm. Die Scrollfunktionen in GeoPaint, GeoWrite, GeoSpell, GeoMerge, Geo Calc und GeoFile erfolgen in Echtzeit. Die Berechnungszeiten in GeoCalc sind auch bei komplexen Berechnungen deutlich kürzer, ebenso die Sortierzeiten in GeoFile. Bei GeoWrite ist es nicht mehr möglich, schneller die Tastatur zu bedienen als die Zeichen auf dem Bildschirm erscheinen. Bei Geos LQ fällt die Beschleunigung nicht so stark auf, ist jedoch bei einem schnellen Drucker durchaus bemerkbar.

Bei GeoCalc treten hin und wieder Pixelfehler im Bildschirmaufbau auf, die nach und nach die Bildschirmdarstellung zerstören. Diese Pixelfehler erscheinen auch ohne jegliche Tastatureingabe. Die Bildschirmfehler erscheinen als schwarze Einzelpixel, die über den Bildschirm gestreut werden, bis hin zum Erscheinen von farbigen 8x8 Card-Pixelfeldern.

GeoText 2a verändert selbständig ohne jegliche Eingabefunktion den Text und verwandelt ihn in Datenmüll.

Der Taschenrechner des Geos Grundsystems arbeitet bei mir überhaupt nicht mit der CPU zusammen. Sofort nach Aufruf einer Rechenfunktion stürzt der Rechner zum Basic-Eröffnungsbildschirm ab.

Die Bildschirmschoner des Programmsystems Bildschirmschoner V3.0 funktionieren nach Menüstart prinzipiell. Jedoch laufen die Effekte so schnell ab, daß sie praktisch hinfällig werden. Auch für diese Programme sollte das interne Timing an 20 MHz angepaßt werden.

Dateien, die nicht mit 20 MHz arbeiten:

  • Ram Process 1.92 und 2.032 (beim Booten)
  • File Browser (beim Booten)
  • Manager 2.7 (beim Booten)
  • GeoText 2a
  • Taschenrechner

Dateien, die als RAM-Prozesse arbeiten, sind trotz der 20 MHz weiterhin für RAM Link nicht empfehlenswert, weil sie auch bei dieser Geschwindigkeit deutlich den Arbeitsablauf unterbrechen. Getestet habe ich:

  • RAMProcUhr 1.1 und 3.0
  • RamProcScr.V1.1
  • Sleep Process
  • ScreenManager des Pakets Bildschirmschoner V 3.0


Außerhalb GEOS

T-Online V 1.6
Als wesentliches Programm außerhalb von GEOS habe ich T-Online V 1.6 getestet. Nach den Angaben des Programmierers arbeitet dieses Programm mit der Super CPU zusammen. Bei mir ist das nicht der Fall. Das Programm verweigert die Zusammenarbeit und bleibt beim Laden in unterschiedlichen Stadien hängen. Die Schalterstellungen SPEED NORMAL JIFFY-DOS DISABLE und UNIT DISABLE bleiben unwirksam. Ich muß die Super CPU jedesmal vollständig mechanisch und elektrisch vom Rechner trennen.

Spiele
Relativ viele Spiele meines Bestandes arbeiten mit der Super CPU zusammen. Allerdings werden viele Spiele durch die Beschleunigung unspielbar. Nach Umschaltung auf 1 MHz arbeiten die Spiele wieder normal. Einigen langsamen Spielen mit hohen Berechnungszeiten nach einer Eingabe kommt die Beschleunigung zu gute. Eine Auflistung, welches Spiel mit welcher Geschwindigkeit arbeitet, erspare ich mir, da sie den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde.

Datenbank- und Kalkulationsprogramme
Diese Programmarten arbeiten sehr häufig fehlerfrei mit 20 MHz. Auch bei diesen Programmen wirkt sich die Beschleunigung positiv durch flüssigeres Arbeiten aus. ich verzichte auch hier auf eine Auflistung.

Kopier- und Directory-Programme
Meine am wesentlichsten verwendeten Programme dieser Art sind FCOPY und MCOPY von CMD und New Directory, A.C. Dirmaster und BAM-Correktor. Alle arbeiten im 20-MHz-Modus einwandfrei.

Zusammenfassung Die Super CPU hat sich für alle Bereiche als vorteilhaft erwiesen. Mängel. die auf die Super CPU zurückzuführen sind, habe ich nicht festgestellt. Inkompatibilitäten ergeben sich speziell beim Booten mit Programmen, deren Timing auf 1 MHz abgestellt ist. Diese Programme sollten den Gegebenheiten angepaßt werden. Besonders unter GEOS läßt sich mit der Super CPU speziell in Verbindung mit einer RAM Link wesentlich schneller und flüssiger arbeiten.

 

Wolfgang Gaida

 

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 53

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letzte Änderung am 01.01.1970