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Der Wettbewerb - Erfahrungen eines 64'er Lesers

Autor: Thomas Haberland

Obwohl ich eigentlich nichts mehr über dieses Thema schreiben wollte, ist die nun folgende Geschichte dennoch wert, kurz erwähnt zu werden: Name und weitere Unterlagen zur Sache liegen mir vor:

Ein begeisterter GEOS Anwender las in der 64'er Ausgabe 9/91 den Aufruf zum GEOS Wettbewerb.
Flugs wurde eine Reihe mühsam erstellter, spezieller Fonts für das Druck-Programm GEOS LQ zur Teilnahme am Wettbewerb eingeschickt. Natürlich zusammen mit einem Begleitbrief, daß die Fonts alleine für die Teilnahme an diesem Wettbewerb bestimmt sind, mehr nicht. Dieser Brief reichte jedoch nicht, die Redaktion meldete sich und verlangte eine der üblichen Copyright Erklärungen.
Nach langem Überlegen ließ sich unser Freak darauf ein und füllte eine dieser von Zeit zu Zeit in der 64'er abgedruckten Erklärungen aus. Da in dieser grundsätzlich alle Rechte an den eingesandten Files an M&T abgetreten werden, wurde der Vordruck handschriftlich "ergänzt". Die entsprechenden pauschalen Abtretungserklärungen wurden durchgestrichen und ausdrücklich vermerkt, daß

  • die eingeschickten Fonts nur für die Teilnahme am Wettbewerb bestimmt sind,
  • M&T im Gewinnfall das Recht erhält, die Fonts im Heft abzudrucken,
  • M&T die Dateien nicht vervielfältigen (Datenträger oder Listings) und auch nicht andersweitig vermarkten darf,
  • alle Autorenrechte ausschließlich beim Autor verbleiben,
  • für die eventuelle weitere Vermarktung der Fonts eine eigene Vereinbarung erforderlich ist.

Man sollte meinen, daß diese Wünsche alleine für die Teilnahme an einem Wettbewerb doch nicht so abwegig sind. Als Hintergrund sollte man bedenken, daß die 64'er schon lange alle (die meisten) interessanten Programme und Files auf der eigenen "Programm-Service-Diskette" zum Preis von rund 20 DM anbietet. Grundsätzlich erhalten aber alle Autoren ein pauschales Honorar von max. 300 DM. Schon bei nur tausend verkauften Disketten also eine "angemessene" Beteiligung des Autors für seine Mühen ...
Der Wunsch nach einer kleinen Beteiligung am "Gewinn" ist doch wohl verständlich.

Das Ende: Im Oktober wurde alles zurückgeschickt, zusammen mit einem Vordruck: "Vielen Dank für die Zusendung Ihres Programms" ... "Leider ist es uns nicht möglich, Ihr Programm in nächster Zeit zu veröffentlichen."

Inzwischen sind auch diese Fonts über Thilo Herrmann erhältlich, als Bestandteil der zusätzlichen Disketten mit Fonts für GEOS LQ. Natürlich braucht nicht eigens erwähnt zu werden, daß unser Freak nun eine angemessene Beteiligung für seine Mühen erhält, ein klärendes Gespräch mit Thilo reichte dafür aus.
Ich finde es traurig und sehr schade, daß selbst bei den Einsendungen für einen kleinen Wettbewerb alle Rechte an den Files an M&T abgetreten werden müssen - gegen ein Pauschalhonorar für den Fall der Verwertung, in welcher Art auch immer, wie ausdrücklich auf der Copyright Erklärung vermerkt ist.
Hier wird doch geradezu mit der "Dummheit" der Anwender spekuliert, auch mit dem Wunsch vieler, Ihren Namen doch einmal abgedruckt zu lesen ... Wohin diese Sparpolitik auf der einen und das enorme Streben nach eigenem Gewinn zu Lasten derjenigen, die die Arbeit haben, führt, kann sich jeder selbst denken. Nicht ohne Grund wurden und werden gute GEOS Programme zu einem sehr günstigen Preis über den GEOS USER CLUB vermarktet, wobei unsere Autoren (in der Regel) ein Honorar mindestens wie bei M&T erhalten, und das bei einem deutlich niedrigeren Verkaufspreis.

An dieser Stelle möchte ich abschließend kurz auf die 64'er Ausgabe 12/91 eingehen. Dort wurde ein besonderes Programm zum deinstallieren der originalen GEOS Boot-Disketten veröffentlicht; natürlich ist das Programm selbst nur über die spezielle 20 DM Service Diskette zu bekommen ...
Im ersten Moment werden sich viele sicher sehr über dieses Programm und die damit eröffneten Manipulationsmöglichkeiten freuen. Bei genauerem Betrachten fallen aber einige Dinge auf. Warum macht die eigenständige Redaktion 64'er im Hause M&T nicht mehr Reklame - z. B. durch mehr und bessere Berichterstattung über die GEOS Familie - für den Aufgabenbereich der M&T Tochter "MSPI", die GEOS vertreibt?
Die Veröffentlichung dieses Programms ist in unseren Augen bedenklich, WIR ALLE müssen uns davor hüten, daß dies nicht der erste Schritt zum Ende von GEOS ist.

 

Thomas Haberland

 

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 19

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letzte Änderung am 01.01.1970