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Geoworks & PTS-Dos v6.42extended

Autor: Silvester Thoms

Neben den bekannten DOS Betriebssystemen wie Novell DOS, IBM-DOS und MS-DOS gibt es seit geraumer Zeit ein neues Produkt auf dem Markt, nämlich PTS-DOS oder auch "Russen-DOS" genannt. Dieses DOS stammt aus Rußland und wird hier in einer deutschen Übersetzung vertrieben. Zu diesem neuen DOS möchte ich meine Erfahrungen wiedergeben.


Lieferumfang
Als erstes ist man erstaunt über den Lieferumfang der zu diesem Zeitpunkt ausgelieferten aktuellen Version 6.42extended; sie beinhaltet eine Diskette im Format 1,4 MB. Daneben gibt es ein kleines Handbuch zur Installation und für die Bedienung.


Die Installation
Die Installation ist sehr einfach. Nach dem Einlegen der bootfähigen Diskette und Starten des Rechners beschränkt sich die Abfrage darauf, in welches Verzeichnis PTS-DOS kopiert werden soll. Ansonsten erfolgt alles weitere selbständig und dauert nicht mal 5 Minuten.

Nach Installation und Neustarten des Computers erhält man ein Bootmenü. Hier kann man zwischen Einstellungen wie Windows kompatibel, kein Windows und dem alten Betriebssystem wählen. Somit kann man das System erst einmal testen, ohne eine Startdiskette zur Hand zu haben.
Das ganze Betriebssystem braucht nur ca. 1,8 MB auf der Festplatte.


Wie verhält sich Geoworks ?
Dazu habe ich PTS-DOS auf einer Festplatte installiert und daneben Geoworks installieren lassen. Zur Auswahl habe ich mich für "NoWindows" beim Booten entschieden.
Geoworks wurde von den Disketten einwandfrei installiert. Nach der weiteren Installation von Grafik, Maus, usw. blieb der Rechner mit einer Fehlermeldung hängen.
Mit Müh und Not habe ich die Meldung entziffern können. Geoworks bringt immer "Ungültige Share-Operation auf Laufwerk". Wenn man nun mit einem anderen System bootet, so wird die Installation richtig zu Ende geführt. Dieser Fehler tritt auch beim Öffnen des Verzeichnisses SYSTEM auf.
Hier liegt noch ein Mangel vor, diesbezüglich habe ich mich bereits mit dem Hersteller in Verbindung gesetzt. Ansonsten konnte ich keine weiteren Fehler entdecken.
Abhilfe: Man setzt das Verzeichnis SYSTEM 'Hidden' (also versteckt), so kommt man nicht in Versuchung, in das Verzeichnis zu wechseln.

Zu Testzwecken habe ich gleich diesen Text erstellt. Daneben habe ich auch alle Programme und deren Funktion getestet. Ebenso ist das Programm bereits auf zwei Rechner, die mit Geoworks arbeiten, aktiv. Auch hier gibt es keine Probleme.


Fazit
Geoworks läuft, bis auf Ausnahmen, stabil und ohne murren. Auch die Netzwerkverbindung - dazu später mehr - ist unter Geoworks ohne weiteres möglich. Somit ist der erste Test fast erfolgreich verlaufen.


Befehle
Bei den Befehlen braucht man sich keine Sorgen zu machen, da alles beim alten blieb. Nur sind die Befehle um einige Parameter erweitert bzw. geändert worden. Um mehr über einen Befehl zu erfahren, benutzt man einfach den Parameter "/?". Bei manchen Befehlen, wie Format, meint man, daß DOS 3.3 am Werke ist.


Speicherverbrauch
In der Original CONFIG.PTS (so heißt die Config.sys) bekommt man ca. 626 KByte frei. Dies ließ sich aber weiter verbessern, dazu später mehr.


CACHE-Software
PTS-DOS liefert auch einen Cache-Treiber mit. Dieser übertrifft alle meine Erwartungen. Als Testsoftware habe ich Nortons Sysinfo benutzt bzw. damit Zeitmessungen durchgeführt. Ohne installierten Cache-Treiber hat der Testcomputer (386/40) eine Nortonzahl von 8.7 und eine Übertragungsrate von 965 KByte/s (Festplatte).
Nach der Installation von PTSCACHE zeigte sich eine Nortonzahl von 25.7 und eine Übertragungsrate von 3856 KByte/s. Geoworks wurde vorher mit ca. 16 Sekunden geladen, danach mit 10 s. Auch der Test mittels Coretest brachte die gleichen Ergebnisse zutage.


Festplattenverdoppler
PTS-DOS liefert auch einen sog. Festplattenverdoppler mit Namen "FOLDER" mit. Die Installation ist sehr einfach. Zuerst wird mit FCREA ein komprimiertes Laufwerk angelegt. Dabei kann man zwischen der ganzen oder nur einem Teil der Platte wählen.
Ist die Platte aber defragmentiert, so läßt sich ein sog. Folderlaufwerk nicht anlegen. PTS-DOS liefert dazu leider kein Defragmentierprogramm mit. Man muß also auf ein Zusatzprodukt ausweichen.
TIP: Läßt sich auch nach dem Defragmentieren immer noch kein Folderlaufwerk erzeugen, so gebt mal einfach SYS C: unter PTS-DOS ein. Somit werden die Systemdateien neu angeordnet.

Nach dem Erstellen des Laufwerks wird nur noch der FOLDER.SYS-Treiber in die CONFIG.PTS-Datei gesetzt. Dieser braucht ca. 57 KByte RAM und läßt sich auch in den UMB-Bereich auslagern.

Geoworks läßt sich auch auf dem komprimierten Laufwerk betreiben. Die einzelnen Dateizugriffe dauern aber dann länger. So dauert dann z. B. das Starten von Geoworks ca. 35 Sekunden.


Netzwerk
Standardmäßig liefert PTS-DOS auch ein Peer to Peer Netzwerk mit. Die Installation ist leicht. Das Netzwerk kann über Ethernet-Karten oder über die serielle Schnittstelle aufgebaut werden. Eine Verknüpfung beider Arten ist möglich.
Ich habe die Möglichkeit über die Ethernet-Karten getestet. Für den Betrieb eines Netzwerkes werden nur zwei Programme mit Parametern, die sich ins UMB verlagern lassen, geladen. Auf dem Server oder der Workstation werden ca. 26 KByte benötigt. An der Leistung des Netzwerkes ist das erstaunlich wenig. Am Server kann ohne weiteres weitergearbeitet werden. Wer mehr dazu wissen will, der kann sich gerne an mich wenden.


Verbesserungen des Speicheraufbaus
Wie bereits geschrieben stellt PTS-DOS in der Grundkonfiguration schon ziemlich viel Speicher zur Verfügung. Dies läßt sich aber noch verbessern.
In der nun folgenden Beschreibung beziehe ich mich nur auf die sog. "NoWindows" Konfiguration, da mich als Geoworks-Anwender Windows weniger interessiert.
Da PTS-DOS keinen sog. EMM386 Treiber für die Nutzung des UMB-Bereichs zur Verfügung stellt, muß man auf einen derartigen Treiber eines anderen Herstellers zurückgreifen. Nach meinen Tests funktionieren der EMM386 von DR DOS 6.0 und MS DOS 6.x. Wobei gesagt werden muß, daß der von MS-DOS etwas besser harmoniert.
Bei dem von DR DOS ist nach Verlassen von Geoworks kein Speicher mehr vorhanden. Hier wird Geoworks nicht richtig entladen. Will man nun ein anderes Programm starten, so wird ein Speichermangel angezeigt, also muß man den Rechner neu starten. Geoworks und andere Programme laufen aber einwandfrei. Das Problem besteht nur bei Geoworks!

Zuerst einmal die von mir ermittelte Config.pts:

   device   = C:\ptsdos\himem386.sys
   device   = C:\emm386.exe 1024 frame=c800 i=b000-b7ff i=d800-efff ram
   dosdir   = C:\PTSDOS
   Shell    =
              C:\PTSDOS\command.com
              C:\PTSDOS/p /E:256
              C:\AUTOPTS.BAT
   keyboard = GR
   quiet    = Yes
   break    = Yes
   DOS      = High Umb
   clock    = Real
   files    = 80
   buffers  = 10
   CPU386+ cpu  = Fast
   shiftstate   = Off
   softreboot   = On
   abort        = On
   comarea      = Standard
   LASTDRIVE    = z
   Country      = GR, 437, C:\PTSDOS\COUNTRY.SYS
   devicehigh   = c:\ptsdos\ptscache.sys 2048 /H /CB
   Windows      = no

Nachfolgend die Autopts.bat:

   @ECHO OFF
   PATHC:\PTSDOS\CP;C:\PTSDOS\UTIL;C:\PTSDOS;C:\;PTSDOSATH;c:\geos20;
   lh c:\mouse\mouse.com

In dieser Konfiguration stehen 647 KByte Arbeitsspeicher, ca. 70 KByte UMB, 1 MB EMS und ca. 6 MB als XMS-Speicher zur Verfügung, von 8 MB Speicher. Was wohl für die meisten Anwendungen reichen müßte.


Preis
PTS-DOS kostet ca. 50 DM und ist bei Gammespacher PC-Programme, Joerresstr. 10 in 53474 Ahrweiler erhältlich.

 

Silvester Thoms


Aktueller Nachtrag vom 04.06.
In BTX (*geos#) schreibt Sylvester Thoms folgendes Info:
"Habe gestern die neuste PTS-DOS Version 6.5 erhalten. Laut dem Handbuch ist die CD-ROM Ansteuerung im Kernel. Es muß nur noch der Treiber in der Config.pts geladen werden. Somit spart man sich MSCDEX. Mehr dazu später nach meinen Tests."


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 40

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Letzte Änderung am 01.11.2019