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Workshop: GeoDraw als Werkzeug für Illustrationen

Autor: Dr. André Cajar

In technischen Beschreibungen kann eine gute Zeichnung häufig mehr aussagen als tausend Worte. Software für solche Zeichnungen ist im allgemeinen recht teuer (über 10.000 DM). Aber mit GeoDraw hat man ein Werkzeug zur Verfügung, was für solche gelegentlich anfallenden Arbeiten gut geeignet ist.
Man benötigt nicht immer gleich High-End-Produkte aus dem CAD-Bereich, nur etwas Übung, Vorstellungsvermögen und etwas mehr Zeit. Die Handbücher von GeoWorks sind ein guter Helfer, aber viele Funktionen erschließen sich erst vollständig beim Probieren.ZOOMRevolver

In diesem Workshop sollen einige Arbeitstechniken in GeoWorks erläutert werden, die den Einsatz dieses leistungsfähigen Programmpaketes zu einem professionellen Illustrationswerkzeug machen. Bewußt wurde als Beweis dafür eine komplizierte Baugruppe gewählt. Diese Baugruppe zeigt einen Werkzeugträger moderner Drehmaschinen, genannt Revolver, da sich dieser - wie beim richtigen Revolver die Revolvertrommel - drehen kann und so die Werkzeuge nacheinander einwechseln kann. Diese Zeichnung entstand mit GeoDraw in etwa 5 Stunden.

Anm.: Leider mußten die Farben in dieser extrem komplexen 3-D Grafik ausgeschaltet werden. (Flächenattribute - ungefüllt) Durch den zwangsläufigen Qualitätsverlust beim Druck ist dies erforderlich.
Gleiches gilt, für Spindel auf Seite 23.
Am Monitor sehen die Objekte exzellent aus - eine wirklich perfekte Arbeit! Auf Wunsch schicke ich die Dokumente gerne zu. (th)

Neben den Funktionen zum Zeichnen von

Funktionen

  • Linien (senkrecht, waagerecht, beliebige Winkellage)
  • Rechtecken und Ellipsen
  • Verschieben, Drehen, nach vorne / hinten Stellen, Gruppieren
  • Ausrichten / Anordnen

benötigt man dafür vor allem die Funktionen

  • Zeichenweg und
  • Farbverlauf.

Während sich die erstgenannten Funktionen mit ihren Anwendungsmöglichkeiten schnell erkennen lassen, verbergen sich hinter den Zeichenweg-Funktionen viel versteckte Möglichkeiten! Hiermit kann man mit wenigen Mausbewegungen Kreisbögen und beliebig geformte Kurvenzüge zeichnen. Mehr davon gleich.

Ausgangsvorlage für die Beispielzeichnung war eine räumliche Darstellung des Revolvers in einer Zeitschrift, auf der aber nur die sichtbaren Körperkanten dargestellt waren (Drahtmodell-Darstellung).

Zuerst wurden alle Linien auf 0,1 mm Breite (Attribute - Linienattribute - Feineinstellung) und die Flächenfarbe auf Weiß gesetzt.

Werkzeugspindeln Die senkrecht angeordneten Werkzeugspindeln (Bohrer oben bzw. Fräser unten) lassen sich schnell zeichnen:

Linkes großes Rechteck (1) aufziehen, ein Mausklick auf Duplizieren am Ort, dieses neue Rechteck nach rechts verschieben, in der Breite verringern. Nun noch das zweite, noch markierte Rechteck, Duplizieren und Verschieben für das rechte, große Rechteck (2).

Jetzt kommt der Farbverlauf dran. Hier muß man sich vorstellen, das eine Lampe von vorne rechts oben herab leuchtet, die Flächen nach hinten zunehmend weniger beleuchtet sind, also dunkler werden müssen. Die Funktion Farbverlauf findet man unter Attribute - Verlauf... Einen gleichmäßigen Verlauf erhält man bei möglichst vielen Intervallen. Wenn man auf den Steg zwischen dem Zahlenfeld und den nach oben/unten gerichteten Pfeilen anklickt, kann man den angezeigten Zahlenwert gleich überschreiben (Dieser Trick gilt für alle Zahlenfelder!). Hier kann man 99999 eintragen, dieser Wert wird automatisch auf 32766 Intervalle herabgesetzt.

Für das linke Rechteck gilt nun:

  • links (weil hinten) dunkel - z. B. Blau
  • rechts (weil vorne) heller - z. B. Hellblau
  • Farbverlauf von links nach rechts.

Mit den beiden anderen Rechtecken verfährt man umgekehrt (rechts dunkel, links hell).

Nun alles gruppieren (Strg-Taste drücken und alle Flächen mit dem Pfeil-Zeiger anklicken), duplizieren, die neue Gruppe oben auf die alte setzen, in der Höhe reduzieren und etwas schmaler machen. Diese neue Gruppe kann man nun gleich noch duplizieren und unter die erste Gruppe ziehen (dabei Umschalttaste drücken - so verschiebt man genau senkrecht!)
   (Zwischendurch sicherheitshalber immer mal speichern !)

Die auf der oberen Gruppe liegenden Rechtecke kann man mit der Rechteck-Funktion zeichnen. Aber wie zeichnet man die Schrägen an der Spindelmutter (3), die den Bohrer festspannt?
Mit der Zeichenweg-Funktion Zeichenweg (Spline)! In sich geschlossene Zeichenwege werden nämlich als Fläche behandelt, lassen sich also mit Farben, auch Farbverläufen füllen.

Solche geschlossenen Zeichenwege erhält man, wenn man an den Eckpunkten nur Einfach-Mausklicks macht und erster und letzter Punkt genau aufeinander liegen.
Ähnlich entstand der Bohrer. Die Spiralwendeln des Bohrers wurden mit gebogenen Zeichenwegen angedeutet. Auch hier gibt es wieder Tricks:

Als Ausgangsfigur für ein Wendel-Stück (4) zeichnet man mit Zeichenweg diese Figur: Figur. Trifft man die gewünschte Kontur nicht gleich, kein Problem! Mit der Zeichenweg-Funktion den Mauszeiger auf die Endpunkte gesetzt und ziehen!
Aber wie wird nun Figur zu kreisbogen Figur ? Beliebig geformte Kreisbögen erhält man mit Kreisbogen! Man muß nur nach Anwahl dieser Funktion mit dem Mauszeiger auf die Mitte der Schrägen klicken und ziehen.

Aus aus einer Linie ... wird so über ... wird ueber Bearbeitung so etwas: ... ein Bogen

Transformieren - Zeichenweg - Anfasser Die an "Fäden" hängenden "Kügelchen" (siehe kleiner Pfeil)sind Aufhänger von Hilfslinien, mit denen man die Krümmungsradien bearbeiten kann (im Menü Transformieren - Zeichenweg - Anfasser kann man einstellen, wie sich die Anfasser bei dieser Bearbeitung verhalten, i. a. reicht die Grundeinstellung "Kolinear".)
ZOOMFunktion Farbverlauf Die entstehende Fläche ist dann nur noch mit der Funktion Farbverlauf zu füllen und zu Duplizieren.

schräg liegenden Werkzeugspindeln Etwas komplizierter wird es nun mit der Ansicht der schräg liegenden Werkzeugspindeln. Da es in GeoWorks keine Gitter und Hilfslinien in beliebiger Winkellage gibt, muß man sich zunächst ein Gerippe von Hilfslinien schaffen. Linien gleicher Winkellage zeichnet man dabei aber nur einmal und verschiebt jeweils Duplikate.

Mit der Zeichenwegfunktion Zeichenweg verbindet man dann die Eckpunkte einer Fläche.

Hilfslinien Abschließend werden die Flächen wieder mit Farbe gefüllt und die Hilfslinien gelöscht.

Revolverkopf-Basis Anmerkung: Es gibt zwar noch die Funktion Verzerren, mit der man z. B. Rechtecke zu Parallelogrammen verzerren kann, aber diese Funktion scheint manchmal einige interne Rechenfehler zu haben.

Zum Schluß möchte ich am Beispiel der Revolverkopf-Basis erläutern, wie man runde Scheiben mit Aussparungen versehen kann. Hier hilft die Funktion Editieren - Anlegen - Polygone. Die hiermit erzeugbaren Flächen bestehen aus vielen Linienzügen, die mit der Zeichenwegfunktion bearbeitet werden können!

 

  Polygone

An Stellen, wo der Kreis (oder die Ellipse) eine Einbuchtung erhalten soll, muß der Linienzug mit Kreisbogen bearbeitet werden. Ergänzungen der Kontur sind mit Zeichenweg möglich.

 

Dr. André Cajar

 

 

 




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Ausgabe 35

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letzte Änderung am 01.01.1970