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Test CLI V3.0

Autor: Werner Weicht

Nachdem die neue Version von CLI auf dem Jahreshaupttreffen 1994 in Berlin das erste mal einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt wurde, wird es nun seit Ende Dezember durch den Geos User Club auch angeboten. Ich habe CLI V3.0 auf meinem C128D mit Geos 64 und 128 getestet. Gegenüber der Vorgänger-Version 2.6 hat sich einiges getan.

Was ist CLI?
CLI ist ein Ersatz für den Desktop. CLI heißt Command Line Interpreter; das bedeutet, daß alle Befehle, deren Syntax an PC-DOS-Befehle angelehnt ist, über die Tastatur eingegeben werden müssen. Nun mag man sich fragen, was das bringen soll, wo GEOS doch so komfortabel mit der Maus bedient werden kann. Doch bringt CLI einen entscheidenden Vorteil: Da das Programm nur 21 kB groß ist, kann es komplett im Speicher gehalten werden und kein Programmteil braucht nachgeladen werden (außer die externen Befehle). Dadurch wird CLI sehr schnell.

Die Installation
CLI V3.0 muß wie die Vorgänger-Version auf der gelieferten Diskette installiert werden. Ich weis, daß man darüber geteilter Meinung sein kann; ich halte es aber für gerechtfertigt. Der Vorgang selbst hat sich im wesentlichen nicht geändert. Es kann jede Version (64'er und 128'er) von CLI nur einmal installiert werden. Dabei muß beachtet werden, daß die Seriennummer des gerade laufenden Systems übernommen wird.

Wird bei der Installation mit Top-Desk gearbeitet, muß die Option Ram-DeskTop abgeschaltet sein. Wenn man später unter CLI arbeitet, gibt es keinerlei Probleme wenn diese Option aktiviert ist.

Was ist neu an der Version 3.0
Hier wäre zu erst einmal zu nennen, daß CLI in der neuen Version jetzt 4 Laufwerke und dazu auch CMD-Laufwerke unterstützt. Außerdem ist es kompatibel zu Gateway. Gegenüber der Version 2.6 ist der Befehl 'chkdsk' nicht mehr vorhanden. Dafür wurden eine Reihe von Befehlen verbessert und neue eingebaut.

Beim copy-Befehl kann jetzt durch Eingabe der Klasse weiter spezifiziert werden, welche Dateien kopiert werden sollen. Auch der del-Befehl wurde um diese Funktion erweitert. Außerdem ist jetzt duplizieren von Dateien möglich. Beim restore-Befehl kann man sich eine Dialogbox anzeigen lassen, aus der das zu ladende Backup-File ausgewählt werden kann.
Neu ist der Befehl 'move'. Er funktioniert wie der Befehl 'copy' mit dem Unterschied, daß die zu kopierende Datei auf dem Quellaufwerk gelöscht wird. Um auf CMD-Laufwerken die Partitionen wechseln zu können, wurde der 'cp'-Befehl geschaffen. Auch die Anwendung von Batch-Dateien wurde durch den Befehl goto verbessert. Er ermöglicht es, innerhalb einer Batch-Datei auf eine bestimmte Zeile zu springen.
ZOOMCLI Setup Die Datei InitCLI muß jetzt hinter Konfigurieren auf der Disk stehen. Das System-Setup hat sich geändert. Es sieht jetzt folgendermaßen aus:

Wie ihr seht, gibt es hier eine Reihe neuer Einstellungsmöglichkeiten. Deshalb einiges zu den neuen Schaltern:

CLI RBoot-Kontrolle:
InitCLI speichert einige Änderungen noch einmal in Bank 0 der REU ab.

Maus immer an:
Hier kann man einstellen, ob die Maus auch unter CLI aktiv sein soll. Damit verbessert sich die Bedienung unter CLI noch einmal erheblich.

exit zu DESK TOP/GATEWAY:
Diese Einstellung ist wichtig, wenn mit GATEWAY gearbeitet wird.

Default-Partition:
Es können zwei Partitionen auf CMD-Drives festgelegt werden, zwischen denen unter CLI mit dem Tastenkürzel C=8 gewechselt werden kann.

Einen weiteren Unterschied bemerkt man beim Booten. Es erscheint ein Begrüßungsbildschirm, der anzeigt, was CLI gerade tut (Maus- und Druckertreiber installieren, ...). Ist die Terminüberwachung und/oder die Systemwahl eingeschaltet, wird zusätzlich ein Icon zum Start des Kalenders aus dem DeskPack bereitgestellt.
Dieser muß aber in "Calender" umbenannt werden. Außerdem sollte die Boot-Disk nicht mit einem Schreibschutz versehen sein, da dies vor allem bei GEOS 64 zu Problemen beim Start des Calenders führt.

Nachdem CLI gestartet ist erscheint am unteren Bildschirmrand eine Statuszeile, die Auskunft über eingestellte Drucker- und Eingabetreiber, die angeschlossenen Laufwerke sowie Datum und Uhrzeit gibt:

 CLI Statuszeile

Ist die Maus aktiv (Schalter 5 in InitCLI), kann durch Klicken auf die Maus bzw. Drucker ein neuer Treiber eingestellt werden, durch Klicken auf das Datum- bzw. Uhrzeitfeld können diese gestellt werden und durch Klicken auf eines der Laufwerkssymbole wird dieses als aktuelles Laufwerk eingestellt.

CLI PopUp-MenĂ¼ Eine weitere Neuheit von CLI V3.0 ist das PopUp-Menü. Um es nutzen zu können, muß natürlich die Maus eingeschaltet sein. Es erscheint nach einem Klick an der Stelle, wo sich gerade der Mauspfeil befindet. Das Menü ermöglicht alle wichtigen Programmarten unter CLI zu starten, ohne das der Name per Hand eingegeben werden muß. Nachdem ein Menüpunkt ausgewählt ist, kann in einer Datei-Auswahlbox das entsprechende Programm gestartet werden. Diese Auswahlbox steht auch bei anderen Funktionen und Befehlen zur Verfügung.

Damit CLI sehr klein gehalten werden konnte, wurden externe Befehle eingeführt. Es handelt sich hierbei um kleine Programme, die unter CLI durch Eingabe ihres Namens gestartet werden können.
ZOOMCLI Batch-Editor Solche externen Befehle sind jetzt zum Beispiel der Batch-Editor zur Erstellung der Batch-Dateien, der Key-Manager zum Definieren von 16 Funktionstasten und der Befehl 'Flag'. Letzterer dient zum Setzen eines Flags in Programmen, die mehr als 2 Laufwerke unterstützen. Dadurch können diese unter CLI auch von Laufwerk C oder D gestartet werden, ohne daß die Laufwerke getauscht werden müssen. Der Batch-Editor und Flag mußten bei CLI Version 2.6 noch auf einer Extradiskette dazugekauft werden. Jetzt befindet sich alles im Lieferumfang von CLI V3.0.

Auch die weiteren externen Befehle bringen viele Neuerungen:
ZOOMCLI externe Befehle 'ReadCP' dient zum Auslesen der CP-Uhr. Dies ist z. B. nach einem RBOOT sehr nützlich. Mit 'SFont', 'SFoto' und 'SAlbum' können jetzt unter CLI Fonts, Fotoscraps bzw. Fotoalben direkt angesehen werden. Der Befehl 'dos' ermöglicht es, normale DOS-Kommandos an Laufwerke zu übergeben.
Ein sehr mächtiger Befehl ist 'FDFormat'. Er wurde geschaffen, um das Formatieren auf den Floppys FD2000/4000 komfortabel zu gestalten. Angeboten werden folgende Formate:

   A:> fdformat b: Newdisk
   Alle Partitionen löschen ? j
     1: FD-2000/4000 0.8MB = 1 1581 Partition   (DO-Disketten)
     2: FD-2000/4000 1.6MB = 2 1581 Partitionen (HD-Disketten)
     3: FD-4000 3.2MB      = 4 1581 Partitionen (ED-Disketten)
     4: FD-2000/4000 1.6MB = 1 Nativ Partition  (HD-Disketten)
     5: FD-4000 3.2MB      = 1 Nativ Partition  (ED-Disketten)
   Welches Format ? (1-5 oder ESC)

Dazu ist zu sagen, daß dieser Befehl sehr schnell und komfortabler arbeitet als die bei einer FD mitgelieferten Tools.

Speziell für die 128'er-Version sind noch zwei Neuerungen erwähnenswert: auch der 80Z-Bildschirm wird gescrollt und beim Aufruf des Befehls 'type' in Verbindung mit einer Paint-Grafik schaltet CLI in den Interlace-Modus mit einer Auflösung von 640x600 Punkten bei voller Farbdarstellung.

Bildschirmschoner: Digitaluhr Als Zugabe erhält man mit dem CLI (64+128) noch einen Bildschirmschoner, der eine farbige blinkende Digitaluhr einblendet und eine Maus-Clock, die im 40Z-Modus am Mauszeiger mitgeführt wird, eine nette Sache.
Diese beiden Zugaben laufen unter RamProcess, das ebenfalls mitgeliefert wird.

Neu gestaltet wurden auch die Tastenkürzel. Es stehen jetzt insgesamt 24 davon zur Verfügung.

Auf der Diskette befinden sich auch je zwei Patch-Programme für DeskTop bzw. TopDesk von Geos 64 und Geos 128. Sie verändern diese so, daß CLI über das Menü gestartet werden kann. Beim DeskTop wird dazu der Menüpunkt 'Tastenkürzel', bei TopDesk der Menüpunkt 'Basic' benutzt.

Der Lieferumfang
Die neue Version CLI V3.0 wird auf einer beidseitig bespielten Diskette geliefert. Dazu gibt es die gedruckte Anleitung von der Version 2.6. Alle Änderungen und Neuheiten von V3.0 werden ausführlich und übersichtlich in einem 18-seitigen GeoWrite-Dokument beschrieben. Dieses ist fertig für den Ausdruck mit Textprint gestaltet. Die benötigten Fonts sind auch dabei.

Außerdem gibt es eine Sprungtabelle für die Programmierung unter CLI. Diese soll es dem Programmierer ermöglichen, eigene externe Befehle zu schreiben. Alles, was dabei zu beachten ist, wird ausführlich erläutert.

Fazit
Jürgen Eckel ist mit CLI V3.0 ein hervorragendes Produkt gelungen. Alle Befehle und Funktionen arbeiten schnell und zuverlässig. Ich kann das Paket nur empfehlen. Dafür spricht auch der Preis für dieses Produkt. Wenn man bedenkt, daß jetzt das gesamte CLI V3.0-Paket für 25 DM erhält (CLI V2.6 + Utilities kostete noch 35 DM), kann man nur von einem konkurrenzlos günstigen Angebot sprechen. Aus diesem Grund wird es kein Update auf CLI V3.0 geben.

Ausblick
Jürgen Eckel ist gerade dabei, weitere Funktionen für die Benutzung von Nativ-Partitionen auf CMD-Geräten unter CLI zu schaffen. Diese sollen demnächst fertiggestellt sein. Wer also mit CMD-Drives arbeitet, sollte sich noch ein wenig gedulden und die neuen Möglichkeiten abwarten.

 

Werner Weicht

 

   Profukt Info

     Name:              CLI v3.0
     lauffähig unter:   Geos 64 & 128 ab v2.0
     Voraussetzung:     -
     Preis:             25,- DM
     Bestelladresse:    GUC Dorsten

 


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 38

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letzte Änderung am 01.01.1970