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Büro-Kurs (Teil 5): Druckeranpassung

Autor: Jürgen Heinisch

Bei der Erstellung der vorangegangenen Artikel zu dieser Serie stand ich wiederholt vor Problemen bei der Druckeranpassung, die für mich völlig unerwartet kamen. Die Ursache liegt an dem mehr oder weniger regelmäßigen Wechsel des Druckertyps.

Mein erster Drucker war ein Commodore VC 1515; die meisten unserer GUP Leser werden diesen Typ nicht mehr kennen. Vom Prinzip her handelt es sich um den Großvater des MPS 801, welcher wenigstens vom Namen her noch bekannt sein könnte. Dann wechselte ich auf einen Seikosha SP 1200 VC (Elite SP120VC). Er entspricht einem Epson FX 80 mit eingebautem seriellen Interface. Zwecks schnellerer Druckausgabe wurde der SP 1200 VC durch auswechseln der Druckerplatine in einen SP 1200 AI umgewandelt. Nun entsprach der Drucker einem Epson FX 80 mit parallelem Anschluß, also Userport - Centronics.
Um weiter steigenden Geschwindigkeitswünschen Rechnung zu tragen, wurde der SP 1200 AI gegen einen Seikosha SP 2000 AI ausgetauscht. Hier änderte sich nur die Druckgeschwindigkeit und der Komfort, weil nun ein 21 KB Druckerpuffer zur Verfügung stand. Weil PC/GEOS entgegen GEOS 64/128 mit einem 24 Nadler besser umgehen kann, kam der Wechsel auf den Seikosha SL 92. Dieser 24 Nadel Drucker ist Epson FX 850 kompatibel. Da er aber auch einen 9 Nadel-Grafikmodus enthält, wie alle Epson kompatiblen 24-Nadler, dachte ich zunächst nicht an Kompatiblitätsprobleme. Da wurde ich jedoch bei der Erstellung der vorangegangenen Kursteile eines anderen belehrt. Welche Unterschiede zutage kamen, soll im folgenden vorgestellt werden.

Dazu ist zunächst einmal pauschal festzuhalten, daß GEOS 64/128 so konzipiert ist, daß sich mit einem 9 Nadel Epson-kompatiblen Drucker die effektivsten Ergebnisse erzielen lassen. Alle anderen Drucker sind eigentlich ein Kompromiß, auch wenn sich heute mit einem 24 Nadeldrucker optisch besserer Ergebnisse erzielen lassen und es für diese mittlerweile gute Druckertreiber gibt (die neuen Opti).

Betrachten wir nun die x-Richtung, also die Breite des Druckers. GEOS geht hier von 640 Punkten auf 8" (Zoll) aus. Jede GEOS-Standardapplikation kann die Punktzahl verarbeiten. Dies entspricht einem einfachen Grafikdruckmodus (27,42,4).
Anmerkung: Die Werte in den Klammern geben den notwendigen Druckersteuercode wieder. Dieser kann ggf. mit den Programmen Printer Edit bzw. Printer Creator verändert werden.

Mit diesem einfachen Druckmodus sind die meisten Anwender nicht zufrieden, weil keine gute Schwärzung erreicht wird. Dies zu ändern ist Aufgabe der Megatreiber, denn ein Epsonkompatibler 9 Nadeldrucker kann bis zu 1920 Punkte auf den 8" Breite aufbringen. Nun wird einfach jeder zu druckende Bildpunkt 3 mal hintereinander, also 3 mal 640, gedruckt. Dabei nehmen die 3 Druckpunkte für einen Bildpunkt natürlich nicht mehr Platz ein als Druckpunkt bei niedriger Druckauflösung.

Beispiel: Druckpunkte Ein 24 Nadler beherrscht den 9 Nadeldruckmodus in der Breite ohne Probleme. Jedoch liegt die höchste Auflösung des 24 Nadlers bei 2880 Punkte.
Diese Auflösung wurde erstmals mit den Optitreibern von Thilo Hermann wirklich gelöst. Dabei verhalten sich die Optitreiber (9- und 24 Nadler) nicht wie einfache Megatreiber. Optitreiber drucken nicht jeden Bildpunkt einfach mehrfach sondern "interpolieren" zuvor.
D. h., die Lücken zwischen 2 Bildpunkten werden nur dann mit Druckpunkten gefüllt, wenn zwei Bildpunkte nebeneinander wirklich gesetzt sind.

Gleiches gilt in diagonaler und senkrechter Richtung. Die Umrechnung der 640 (1920) Punkte des 9 Nadlers auf den 24 Nadler ist bis auf geringe Abweichungen gelungen. Betreibt man einen 24 Nadler im 9 Nadel-Grafikmodus, so gibt es auch keine Unterschiede in der Breite (auf der X-Achse), verglichen mit dem 9 Nadler.
Bislang sind also keine Probleme auf der X-Achse entstanden. In der Tat bereitet uns diese Achse auch keine weiteren Probleme. Um so schlimmer geht es auf der Y-Achse, also der Blattvorschubrichtung zu.
Schauen wir uns also zunächst wieder den 9 Nadeldrucker an. Bei der Standardgrafikauflösung von 640 oder 1920 Punkten in der X-Richtung werden bei jeder Druckzeile 8 Punkte untereinander gedruckt. Diese 8 Punkte sind 24/216" = 2,8 mm hoch. Um diese Länge muß der Drucker vor der nächsten Druckzeile das Blatt vorschieben. Dies wird dem Drucker durch den Steuercode (27,51,24) mitgeteilt.

Leider gibt es dabei für GeoPaint einen Maßstabsfehler. Während auf die X-Achse 80 Punkte pro Zoll passen, sind es auf der Y-Achse nur 72 Punkte. Dadurch belegen 80 Punkte auf der Y-Achse eine ca. 10% größerer Strecke, entsprechend ist der Fehler. Dieser stört eigentlich nur bei maßstäblichen Zeichnungen. Wie man den Fehler verringern kann, habe ich bereits in der GUP 16 berichtet. Man stellt den Zeilenvorschub auf 22/216" = 2,6 mm. Nun, jedenfalls gibt es für den 9 Nadler keine weiteren Probleme, denn GEOS wurde ja für diesen Druckertyp perfekt angepaßt.

Das Problem ist nun der 24 Nadler, wie kann es auch anders sein. Betreibt man einen 24 Nadler mit einem 9 Nadeltreiber, so schiebt der Drucker bei dem Steuercode (27,51,24) nicht 24/216" vor sondern 24/180" = 3,3 mm. Der Druck sieht zwar nicht deutlich schlechter aus, jedoch wird die Y-Verzerrung noch größer. (Zudem sind die Nadeldicken unterschiedlich: üblich sind bei 9-Nadlern 0,3 mm, bei 24-Nadlern jedoch 0,2 mm !)

Um den Treiber *Epson WW(gc) so zu verändern, daß er keine Maßstabsverzerrung mehr macht, muß der Steuercode für den Zeilenvorschub auf (27,43,37) verändert werden. Nun schiebt der Drucker 37/360" = 2,60 mm vor. Das paßt zwar ziemlich gut, aber die letzte Punktreihe der vorangegangenen Zeile überschneidet sich sehr stark mit der ersten Punktreihe der folgenden Zeile.

Viel wichtiger als der maßstäbliche Ausdruck ist, daß bei dem 9- und 24 Nadler die gleiche Menge Text auf der Seite erscheint, damit unsere Dokumente vergleichbar bleiben. Also müssen wir dafür sorgen, daß der 24 Nadler nach einer Druckzeile den gleichen Vorschub wie ein 9 Nadler macht. Dies wären 24/216" = 2,8 mm. Um dies beim 24 Nadler zu erreichen stellen wir einen Vorschub von 40/360" ein. Dafür wird der Steuercode (27,43,40) benötigt.
Allerdings stimmt z. B. zumindest bei meinen Seikosha SL 92 die Rechnung nicht mit der Praxis überein. Als besser passend hat sich ein Vorschub von 41/360" bewährt. Die 24 Nadel-Optitreiber machen von vornherein einen korrekten Vorschub.

ZOOMProgramm: Printer Edit Somit gilt das bisher gesagt vor allem für diejenigen, die noch keinen 24 Nadel-Optitreiber haben. Die genannten Werte lassen sich sehr bequem mit dem Programm Printer Edit manipulieren. Jedoch hat der Printer Edit nur auf bestimmte Treiber eine Zugriffsmöglichkeit. Die Optitreiber können nur mit einem Maschinensprache-Monitor manipuliert werden. Hier wäre ein Programm angebracht, mit welchem sich die Werte verändern lassen. Es ließen sich die herrlichsten Experimente durchführen. Also Programmierer, Ihr seid gefragt.

Nachdem für mich die Welt mit dem 24 Nadler und den neuen Erkenntnissen wieder in Ordnung war, kam der nächste Schlag, als ich mit GeoDex wie gewohnt 3,5 cm Etiketten drucken wollte. Wiedermal stimmte der Zeilenvorschub nicht. Bei dem 9 Nadelstandardtreiber *Epson WW (gc) war mir schon lange bekannt, daß der Vorschub viel zu groß war. Deshalb wurde der Zeilenvorschub für den Textdruck mit dem Printer Edit in der Zeile Draft auf 40/216" eingestellt. Der Steuercode ist dafür (27,51,40). So druckten meine 9 Nadler Endlosetiketten ohne Probleme. Nun hat aber der 24 Nadler, wie schon oben erwähnt, die Eigenschaft, bei dem Steuercode (27,51,40) nicht 40/216" Vorschub auszuführen, sondern 40/180". Das ist natürlich für die Etiketten zuviel. Darum wurde der Wert auf 60/360" abgeändert. Dazu dient der Steuercode (27,43,60). Nun ist die Welt wieder in Ordnung.

Als Übung möchte ich Euch raten, mit Hilfe des Printer Edit den Treiber *Epson WW (gc) immer wieder in anderer Form zu manipulieren. In jedem Druckerhandbuch finden sich im Anhang die gültigen Steuercodes. Versucht mal den Treiber dahingehend zu ändern, daß er immer im Draft Modus druckt oder immer einen fetten Schriftstil verwendet. Möglich ist auch ein fest eingestellter linker Rand und anderes mehr. Bitte arbeitet mit dem Printer Edit immer nur auf eigens dafür eingerichteten Arbeits-Disketten und Kopien aller Dateien.

Ich hoffe, daß mit diesem WorkShop viele GEOS User ein besseres Verhältnis zu Ihrem Drucker bekommen. Zum Abschluß noch einmal mein Aufruf an die Programmierer:
schafft uns ein Werkzeug, um die Optitreiber manipulieren zu können.

 

Jürgen Heinisch

 

Programm: Printer Edit - Bild 2ZOOM

Anmerkung: Die oben genannten "neuen Opti-Treiber" (Opti steht für optimieren = Interpolationstreiber) sind Bestandteil des kommerziellen Druck-Programms GEOS LQ. Die Treiber liegen in mehreren Versionen für 9- und 24-Nadeldrucker sowie seriell und parallele Anschlußart vor. Diese Treiber sind mit Abstand die besten, die es für das GEOS System gibt; außerdem sind sie für die Druckmodi Graphik (hoch = hochauflösend) und NLQ verwendbar! Lediglich auf alten, Epson inkompatiblen Modellen wie die SPxxxVC Baureihe und ähnliche, sind diese Treiber nicht lauffähig, bei einigen ist ein Parallelanschluß, d. h. ohne ein störendes Interface, zwingend erforderlich, so z. B. dem MPS 1230.

Das Paket GEOS LQ kann über Jürgen Heinisch oder direkt beim Autor Thilo Hermann bestellt werden; siehe auch Werbung auf der letzten Seite. Preis komplett: 79,- DM.


 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 22

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letzte Änderung am 01.01.1970