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ReBoot-System im Test

Autor: Olaf Dzwiza

Um die Leistungsfähigkeit von GEOS zu verbessern oder um Probleme zu beheben, reichen meist schon kleine Kniffe, bei denen es meist weniger auf die programmtechnische Umsetzung als auf die Idee ankommt, um vielen Usern das zu bieten, was sie schon lange suchen. GeoCom-Programmierer Falk Rehwagen ist nicht zuletzt durch das Patch-System einigen sicherlich bereits bekannt, nun gibt es ein neues Tool von ihm: Das ReBoot-System.

Wer GEOS durch das RBOOT Programm aus der RAM-Erweiterung neu startet, sei es nach einem Systemabsturz zur Datensicherung, nach einer kurzen Arbeit im Standardmodus oder bei der Verwendung von RamLife, BBU bzw. BBG als dauerhaften Speicher mit Akkupufferung, immer stellt sich das Problem, daß selbstausführende Programme, z. B. eine Uhrabfrage oder die Installation von RamProzess bzw. GeoHexer, nach einem GEOS-ReBoot nicht mehr erreichbar sind. Dies kann je nach Anwendungszweck sehr ärgerlich sein.

Das ReBoot-System hilft nun, dieses Problem zu umgehen, indem es die entsprechende Kernal-Routine beim ersten Booten von GEOS verändert (also nur im Speicher, nicht auf Diskette) und durch eigene Routinen ergänzt. Damit das ganze dann auch noch besonders flexibel wird, ist es nicht mehr notwendig, RBOOT von der Systemdiskette durchzuführen, es können beliebig viele ReBoot-Disketten angelegt werden, die dann je nach Anwendungszweck unterschiedlich gestaltet sind. Doch wie funktioniert das ganze?

Nachdem ein kleines Tool auf die Bootdiskette kopiert wurde, verhält sich der Rechner beim ReBoot anders: Es sucht eine Systemdatei mit dem Namen "RBOOT Kernal", die eine frei editierbare Liste von bis zu 20 nach den erneuten Booten auszuführenden Auto-Exec-Programmen enthält. Diese werden nun nach dem gewohnten Laden des BSW-Programms "RBOOT" auf einem fest einstellbaren Laufwerk gesucht und ausgeführt (wahlweise kann die geänderte Routine auch alle vier Laufwerke selber durchsuchen, dann dauert's nur etwas länger).
Dadurch stehen nun alle beim Booten ausgeführten selbstartenden Programme auch nach dem Rebooten wieder zur Verfügung.

Es gibt jedoch noch eine andere Art von selbstartenden Programmen: Diese führen Änderungen im Kernal durch und werden dann nicht mehr benötigt oder klinken sich so in den Programmablauf ein. Im Normalfall sichert das Programm "Konfigurieren" eine Kopie des GEOS-Kernals in die RAM-Bank 0. Werden nun Applikationen nach "Konfigurieren" ausgeführt, die Änderungen am Kernal durchführen, geschieht dies gewöhnlich nur im Speicher, nicht jedoch in der RAM-Kopie.

Mit einem weiteren Tool "KernalMove" der ReBoot-System-Diskette, das sich als letztes auszuführendes Programm auf der Bootdiskette befindet, wird nun das Kernal mit allen seinen Änderungen erneut kopiert, so daß diese auch nach dem Neustart erhalten bleiben.

Ein Beispiel: Die Programme Ram-Prozess und FileBrowser verhalten sich, vereinfacht dargestellt, so wie oben beschrieben. Wird nun KernalMove während des Bootens ausgeführt, so stehen jene Programme nach dem ReBoot sofort wieder zur Verfügung, ohne daß sie in die oben erwähnte Liste des "RBOOT Kernals" eingetragen werden müssen, sie sind schon zuvor in das GEOS-System eingebunden worden.

Hier zeigt sich eine kleine Besonderheit: Wer bei diesem Beispiel nun noch einmal startet, erhält die Löschen-Dialogbox mit dem FileBrowser, obwohl dieser nicht als Prozess aufgeführt wird, das Programm gilt also als fester Bestandteil des GEOS-Kernals. Andere Tools, wie zum Beispiel zum Setzen der Uhr oder gewöhnliche Prozesse (Sleep-Prozess sei als Beispiel genannt), müssen jedoch in die RBOOT-Liste eingetragen werden.

Im Test zeigte sich nun, daß dieses System bei verschiedenen Konfigurationen immer korrekt arbeitete. Lediglich bei der richtigen Einstellung für die einzelnen zu startenden Programme ist in manchen Fällen etwas zu probieren. Das ReBoot-System ist also für Ram-Besitzer eine sehr sinnvolle Hilfe und kann sehr empfohlen werden.
Doch wo so viel Licht ist, ist auch etwas Schatten: Unter ganz bestimmten Voraussetzungen, wenn zwischen Boot- und ReBoot-Vorgang die Laufwerke vertauscht wurden, kann es zu einem Absturz beim Neustart kommen. Hier hilft es, die ursprüngliche Konfiguration vor dem Verlassen von GEOS einzustellen.

Das Programm arbeitet, aber dies liegt an der Natur der Sache "ReBoot" natürlich nur, wenn eine RAM-Erweiterung vorhanden ist. Für alle anderen User ist es völlig sinnlos.

Den größte Einsatzzweck hat dieses System, wenn man Besitzer einer akkugepufferten RAM-Erweiterung ist. In diesem Fall erst kann der ganze Komfort dieser RAM-Erweiterung voll ausgenutzt werden, weil das ReBoot-System den Kernal-Zustand, wie er unmittelbar nach Booten war, rekonstruiert. Alle anderen REU-Besitzer können dieses System natürlich auch einsetzen, nur ist der praktische Zweck dann stark ein geschränkt.

Insgesamt wird für einen Preis von DM 10,- (plus 5 DM Versand je Software Bestellung insgesamt) eine sehr interessante Leistung geboten. Für diesen Preis ungewöhnlich, befindet sich eine genaue, gut lesbare Beschreibung mit auf der Diskette und als Bonus gibt es noch ein paar Tools sowie ein Teil des PatchSystems in der Version 1.2.

 

Olaf Dzwiza

 

   Produkt Info

     Name:              ReBoot-System
     lauffähig unter:   Geos 64 & 128 ab v2.0
     Voraussetzung:     REU 17xx oder eine andere RAM Erweiterung,
                        sinnvoll: mit Pufferung.
     Preis:             10,- DM
     Bestelladresse:    GUC Dorsten

 

 




Dieser Artikel ist Bestandteil von:

Ausgabe 34

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Letzte Änderung am 01.11.2019